Anlässlich der Eröffnung der neuen 5.148 Meter langen Grand-Prix-Rennstrecke des Nürburgrings, die an die lange und legendäre Nordschleife mit 20,8 Kilometern anschließt, lud Mercedes-Benz mehrere renommierte Fahrer ein, ihre neuen 190er Limousinen in einem feierlichen Rennen zu fahren.

Niki Lauda und Hans Mezger, ca. 1984.
Foto: Porsche

Der Wettbewerb fand am 12. Mai 1984 statt und das „Race of Champions“, wie es genannt wurde, hatte ein starbesetztes Starterfeld: Niki Lauda, Keke Rosberg, James Hunt, Denny Hulme, Jody Scheckter, Jack Brabham, Phil Hill, John Surtees, Alan Jones, Stirling Moss, Alain Prost, Carlos Reutemann, John Watson, Jacques Laffite, Elio de Angelis und so weiter. Unter ihnen ein junger F1-Rookie: Ayrton Senna.

Einige der eingeladenen Fahrer konnten nicht an dem Rennen teilnehmen, wie Juan Manuel Fangio, der zu diesem Zeitpunkt bereits 72 Jahre alt war, und Emerson Fittipaldi und Mario Andretti, die mit ihren eigenen Karrieren beschäftigt waren und für das Indy 500 trainierten. Diese Fahrer mussten ersetzt werden. Und dank Sennas guten Beziehungen zu Mercedes wurde ihm der Platz von Fittipaldi zugestanden.

Ayrton Senna
Foto: ayrtonsenna.com.br

Die meisten Fahrer sahen das Rennen als eine große Feier, aber für Senna war es die Gelegenheit, der Welt zu zeigen, wer er war, indem er im gleichen Auto wie international bekannte Fahrer fuhr. Es könnte seine Visitenkarte in der Welt der Formel 1 sein.

Das Rennen fand am 12. Mai statt, am Wochenende nach dem Großen Preis von San Marino, dem vierten Rennen der Formel-1-Saison 1984. Senna war damals Toleman-Fahrer und hatte in diesem Jahr bereits in seinem zweiten Rennen, in Südafrika, einen Punkt geholt.

Bei dieser Veranstaltung lernte Senna Alain Prost kennen, denn Mercedes fragte Prost, ob er Senna vom Frankfurter Flughafen abholen und zur Rennstrecke fahren könne. Es war das erste Mal, dass die beiden sich stundenlang unterhielten.

„Das erste Mal, dass ich ihn wirklich traf und mit ihm sprach, war ’84. Mercedes organisierte eine Veranstaltung in Deutschland – wir wollten ein kleines Rennen auf dem Nürburgring veranstalten, mit einem neuen Mercedes-Modell, und ein paar F1-Fahrer und ehemalige Fahrer waren eingeladen. Jemand von Mercedes fragte, ob ich am Flughafen auf Ayrton warten könnte, da sein Flug 15 Minuten nach meinem ankommen sollte und wir nur ein Auto hatten, um zur Strecke zu fahren. Es war das erste Mal, dass wir miteinander sprachen. Das Gespräch dauerte etwa drei Stunden. Es war wirklich schön. Wir kamen uns sehr nahe, denn Ayrton kannte dort niemanden. In den ersten Tagen war er immer neben mir“, erinnerte sich Prost in einem Interview mit dem Magazin „Top Gear“.

Prost holte sich die Pole-Position für das Rennen vor Senna und Reutemann. Mehr als 100.000 Menschen waren am Nürburgring erschienen, um die Wiedereröffnung der Strecke zu verfolgen. Nach der ersten von 12 Runden, bei leichtem Nieselregen, hatte Senna den Franzosen bereits überholt und die Konkurrenz so weit distanziert, dass keine Gefahr mehr drohte. Der 24-Jährige fuhr ein tadelloses Rennen und wurde auf dem Podium von Nikki Lauda, der Zweiter wurde (und schließlich die Saison gewinnen sollte), und dem Argentinier Carlos Reutemann, der Dritter wurde, begleitet.

Nach dem Rennen war John Surtees von Sennas Talent so beeindruckt, dass er seinem ehemaligen Chef Enzo Ferrari sagte, er sei der Fahrer, den sie einstellen müssten.

Gesamtwertung des Rennens:

1) Ayrton Senna, 26min57s78, 12 Runden
2.) Niki Lauda, 1s38
3.) Carlos Reutemann, 3s69
4) Keke Rosberg, 4s20
5.) John Watson, 4s47
6.) Denny Hulme, 6s35
7.) Jody Scheckter, 7s12
8.) Jack Brabham, 13s47
9.) Klaus Ludwig, 18s49
10.) James Hunt, 19s68
11.) John Surtees, 25s39
12.) Phil Hill, 32s06
13.) Manfred Churti, 37s00
14.) Stirling Moss, 37s65
15.) Alain Prost, 39s34
16.) Udo Schütz, 48s13
17.) Jacques Laffite, 51s11
18.) Hans Herrmann, 1min37s10
19.) Elio de Angelis, 2 Runden
20.) Alan Jones, 9 Runden

Quelle: ayrtonsenna.com.br

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