Am Sonntag, den 18. Juli 2021 traf sich die internationale Langstrecken-Elite im „Temple of Speed“ dem Autodromo Nazionale di Monza zum FIA WEC 6h Monza. Toyota Gazoo Racing gewann, wenn auch selbst mit Problemen, mit der #7 das spannende Rennen. In allen Klassen gab es über zahllose Runden knallharte faire Zweikämpfe. Für die Scuderia Cameron Glickenhaus war es das zweite WEC-Rennen überhaupt und das Erste bei dem der US-Amerikanische Rennstall mit beiden SCG 007 LMH an den Start ging. Gesamtrang vier und Platz drei in der Hypercar-Klasse standen am Ende auf der Erfolgsbilanz von James Glickenhaus.

Der größte Traum des 71-jährigen ist es die 24h Le Mans zu gewinnen. Ehrgeizig treibt er die Entwicklung seines Hyparcars SCG 007 LMH immer weiter voran und scheint auf gutem Weg zu sein, sich diesen Traum zu erfüllen. Er blickt auf die 6h Monza zurück und beginnt: „Das Rennen in Monza war eine tolle Erfahrung für unser Team und unsere Fans. In unserem erst zweiten Rennen haben wir gezeigt, dass wir die nötige Pace haben, um zu gewinnen. Wir waren in zwei Sektoren die Schnellsten und, ganz wichtig, unser Auto sah wunderbar aus.“

James Glickenhaus SCG 007 LMH N24h 2021
Foto: L. Rodrigues

Für rund 2,5 Millionen Euro kann das von einem V8 von Pipo Moteurs befeuerte Hypercar bestellt und an der Strecke betreut werden. Die SCG hat sich für die WEC-Einsätze Joest Racing als sehr erfahrene Renncrew an die Seite geholt. Glickenhaus hofft nun, dass Kundenteams das Auto einsetzen werden und mehr als aktuell fünf Fahrzeuge in der Hypercar-Klasse als LMH starten. Er berichtet weiter: „Wir hatten sehr schöne Begegnungen mit vielen Unterstützern, Fans und anderen Teams. Wir werden in der Lage sein, unsere 007 LMH’s an andere Teams zu verkaufen, die ab nächstem Jahr als Pro/Am antreten wollen, und hoffen, dass das passieren wird.“

Hausaufgaben zu erledigen – Nicht nur für Glickenhaus

Trotz zahlloser Testrunden in Vallelunga, Monza und Aragon sowie einem 30-stündigen Dauerbelastungstest lässt sich ein solcher Rennwagen nie auf Anhieb perfekt bauen. Nach dem Unfall in Portimao schickte Glickenhaus das Auto nach längerer Reparatur wieder auf die Strecke um weiter Kilometer und Daten zu sammeln. Selbst „alte Hasen“ wie Gazoo kämpften in Monza mit Fehlern im System und mussten auf der Strecke einen Reset des GR 10 machen. Dieser „System Recycle“ gelang, kostete jedoch etwa 50 Sekunden. Auch in Köln wird der Hersteller aus Japan noch Fehlersuche betreiben müssen um in Le Mans zweimal rund um die Uhr durchzukommen.

Foto: SCG / Studio-Zero.eu

„Wir hatten einige Probleme. Eine schlechte Zündkerze zwang uns, die #708 auf 7 Zylindern zu starten und verursachte schließlich größere elektronische Probleme, die die Getriebebox zerstörten. Dadurch gelangten Metallspäne in das Ölsystem, so dass der Austausch einer neuen Box nicht in Frage kam.“, sagte Glickenhaus. Auch beim Schwesterauto sieht er noch Hausaufgaben zu erledigen: „Die #709 lag voll im Rennen. Sie führte das Rennen zu einem bestimmten Zeitpunkt an und sie hätte gewinnen können. Ihre vorderen Bremsen überhitzten und zur Sicherheit wechselten wir sie aus, wodurch sie 8 Minuten verloren. Wir werden dieses Problem vor Le Mans lösen.“

Fleißarbeit noch vor dem Rennen

James Glickenhaus N24h Quali 2021
Foto: L. Rodrigues

In der Nacht von Samstag auf Sonntag gab es für die SCG schon eine harte Nuss zu knacken. Der Teamchef erzählt von der Herausforderung: „Ein großer neuer Kabelbaum kam mit 180 defekten Steckverbindern. Wir blieben die ganze Nacht vor dem Rennen auf und ersetzten einen nach dem anderen. Als wir versuchten, rauszukommen, waren die Tore der Rennstrecke verschlossen und die Nummer, die man anrufen sollte, ging nicht ran. Wir fanden eine italienische Lösung, gingen zurück ins Hotel, duschten und fuhren wieder zurück zur Strecke. So sind wir nun mal.“

Neuer Partner der SCG

Der Multimillionär der durch Filmproduktionen und Immobiliengeschäften sein Vermögen verdient hat holt sich ausgewählte Sponsoren-Partner für sein Projekt an Bord. Motul mit seinen Betriebsstoffen zählt hier bisher zu den größten Unterstützern. Nun erwähnt Glickenhaus einen neuen Deal mit einem Sponsoren: „Wir haben jetzt einen neuen Hauptsponsor: OSOM Products. Wie wir sind sie Disruptoren. Auch sie nehmen es mit den Tech-Giganten auf, indem sie es Internet- und Handy-Nutzern ermöglichen, ihre Privatsphäre zu besitzen – etwas, das viele von uns leid sind, routinemäßig abgegriffen zu werden. Weitere Sponsoren stehen in den Startlöchern. Wir sind Glickenhaus. Man kann nie wissen…“.

Wohin die Reise der SCG geht ist definiert. Die #708 und #709 werden vom 22. bis 24. August 2021 auf dem Circuit de Sarthe bei den 24h Le Mans mit einer starken Pilotenbesatzung starte um den Traum von James Glickenhaus und seiner gesamten Crew wahr werden zu lassen: Den obersten Podestplatz beim prestigeträchtigste Autorennen der Welt zu besteigen und den Gesamtsieg nach Jahrzehnten für die USA zu holen.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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