BMW Motorsportdirektor Jens Marquardt glaubt, dass das IMSA-Debüt dem M8 GTE aus dem Hause BMW bei seinem Start in der WEC helfen könne. Die Lektionen, die man bei den ersten beiden Läufen der nordamerikanischen Langstreckenmeisterschaft gelernt hat, bereiteten den Hersteller optimal auf den Start der FIA-WEC vor.

Erstmals seit 2011 wird der Münchner Autobauer 2018 auch wieder in Le Mans an den Start gehen. Hier wird man in der in diesem Jahr erstarkten GTE-Wertung zusammen mit MTEK den nagelneuen BMW M8 GTE ins Rennen schicken. Während der beiden IMSA-Läufe – dem Rolex 24h von Daytona und dem Mobil1 12h von Sebring – sorgte man jedoch durch kontroverse Diskussionen um die Balance of Performance für Aufsehen, statt durch Glanzleistungen. Trotz geringstem Gewicht und der meisten Leistung in der Klasse – wie die Kollegen von Addicted-2-Motorsport herausfanden – waren die Münchner nicht in der Lage, den Anschluss ans gesamte Feld zu halten.

Nach erneuten Anpassungen der BoP erreichte man dann in Sebring, zusammen mit Connor de PhillippiÜber Connor De Phillippi geboren am 25. Dezember 1992 1999-2007 4-facher Champion der SKUSA Supernational Champio... More, Alexander Sims und Bill Auberlen den zweiten Platz im 12h-Klassiker von Sebring. Nun ist auch Marquardt optimistisch gestimmt, dass man gegen das GTE-Feld konkurrenzfähig sei; trotz einer erneuten Rückstufung des M8 GTE im Rahmen der initialen automatisierten Ballance of Performance der WEC.

„Ein 24h-Rennen und das wahrscheinlich härteste 12h-Rennen der Welt sind ein lehrreiches Programm gewesen.“ sagt der Motorsportchef. „Wir wissen aber auch, dass wir in der Entwicklungsphase einige Rückschläge einstecken mussten. Ich würde also sagen, dass wir im Moment eine gleichwertige Basis mit der Konkurrenz teilen, als dass wir einen Vorteil hätten.“

Marquardt setzt fort: „Wir lernen mit jedem Lauf, den wir mit dem Auto haben. Für mich ist es jedoch viel wichtiger, und dann kann man testen wie man will; Die Rennbedingungen sind sehr unterschiedlich, da das Auto auf verschiedene Arten betrieben wird. […] Man wird einen Test nie so hart durchführen, wie ein reguläres Rennen. Für uns war jetzt wichtig, dass wir das Auto bei zwei sehr harten Langstreckenrennen über die Distanz bringen konnten.“

Marquardt bestätigte in dem Zusammenhang auch, dass man für 2018 noch einmal kleinere Änderungen am Fahrzeug vornahm, um ein besseres Basispaket für die kommende WEC-Superseason abliefern zu können. „Wir haben kleine Anpassungen vorgenommen, um zu sehen, wie die Dinge, die wir in Daytona und Sebring gelernt haben, sich in dem Paket, das wir hier betreiben, auszahlen“, sagte er. „Im Auto ist immer noch etwas Potenzial versteckt. Das maximale Potenzial für die unterschiedlichen Strecken werden wir eh erst im zweiten Jahr erfahren, wenn wir erneut auf die bereits befahrenen Strecken zurückkehren.“

Der Sportdirektor weiter:“ Ja, sicher hhaben wir eine Lernkurve und wir werden sicherlich auch erst im nächsten Jahr davon profitieren. Aber in diesem Jahr müssen wir uns mit dem JETZT auseinandersetzen und wir müssen jedes Detail und jedes Bit genau analysieren, um die volle Leistung abrufen zu können.“

Auf die Frage nach den Aussichten für Le Mans, die nicht nur die Premiere für den M8 GTE an der Sarthe darstellen, sondern auch das erste große Langstreckenrennen für die von Ernest Knoors geleitete MTEK-Mannschaft bedeutet, entgegnet Marquardt optimistisch. „Ford hat es auch gleich auf Anhieb geschafft und sofort mit dem neuen Auto gewonnen. […] Es wurde also schein einmal geschafft.“ Marquardt glaubt zudem, dass man erfahren genug sei, den Druck nicht gleich zu groß aufzubauen „Es ist machbar.“

Schnitzer in der richtigen Position in der „BMW Familie“

Auch zu Schnitzer äußerte sich der Motorsportdirektor, wenn auch gleich alles einen gewissen Beigeschmack hat. Marquardt glaubt, dass der langjährige BMW-Partner Schnitzer Motorsport in seiner globalen Aufstellung „am richtigen Platz“ sei, trotz der Frage, warum die von Charly Lamm geleitete Organisation nicht das WEC-Programm des Herstellers anführt und nach Le Mans zurückkehrt.

Als sechsmaliger Gewinner der 24h am Nürburgring läutete Schnitzer 1999 auch den einzigen Gesamtsieg der Münchner mit dem V12 MR in Le Mans ein. Nachdem die Freilassinger schon seit einigen Jahren auch in der DTM im Einsatz waren, konzentriert man sich seither auf das GT3-Programm der Marke in der ADAC-GT Masters, sowie bei ausgewählten GT3-Rennen, wie dem 12h Bathurst und dem FIA GT World Cup in Macau. „Ich denke, Schnitzer ist genau dort richtig, wo sie gerade sind“, sagte Marquardt. „Das haben wir letztes Jahr gesehen. Sie brachten uns in der GT Masters direkt nach vorne; Wir haben sofort um die Meisterschaft gekämpft und in Macau und in Bathurst haben sie fantastische Arbeit geleistet. […] Mit Charly und der Mannschaft haben wir genau den richtigen Platz für sie gefunden.“

Marquardt beschwichtigt weiter: „Es war uns wichtig, mit guten Teams wie Schnitzer die für uns wichtigen Programme fortzuführen. Und ein Team soll sich voll und ganz auf die Vorbereitung für die WEC konzentrieren. […] Denn am Ende des Tages ist inzwischen jede Meisterschaft ein hartes Stück Arbeit, was man mal nicht eben so nebenbei ableistet.“

Aus diesem Grund habe man sich 2018 auch dazu entschieden, die DTM mit nur drei Autos und zwei Teams zu bestreiten, um voll engagierte Teams und Einsätze vorweisen zu können.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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