Eigentlich war alles klar. In der Saison 2020/21 startet die WEC mit einem neuen Reglement. Und mit diesem Reglement sind die LMP1, so wie wir sie kennen, Geschichte. Stattdessen kommen die sogenannten Hypercars. Eigentlich. Denn der Automobile Club de l’Ouest (ACO) gab dem Drängen einiger Hersteller nach und baute das eigentlich schon in Stein gemeiselte Reglement kurzerhand wieder um. Das frustriert nun Toyota. Und mit dem, am vergangenen Wochenende, abgegebenen Statement erzürnte man dann auch noch Kleinsthersteller, wie Glickenhaus.

Rob Leupen, Direktor von Toyota Gazoo Racing war am vergangenen Wochenende offensichtlich nicht zum Feiern zumute. Der momentane Schwebezustand des Reglements der zukünftigen Spitzenklasse der FIA-WEC Langstrecken Weltmeisterschaft befriedigt Leupen nicht. Denn für eine Verlängerung der LMP1 über die Saison 2019/20 steht der japanische Hersteller nicht zur Verfügung.

Einige Hersteller, darunter Aston Martin und McLaren räumten ein, dass es schwierig würde, bis zum Saisonstart 2020/21 rechtzeitig ein Programm zu entwickeln. Bei McLaren hält man inzwischen sogar garnichts mehr von dem Prototypen-Reglement, welches ursprünglich angedacht war. Die Briten setzen inzwischen ganz und gar auf ein straßenfahrzeugbasiertes Hypercar und versucht das Reglement in diese Richtung zu lenken. Für Toyota ist das keine Option. „„Toyota hat kein Hypercar. Und aus meiner Sicht ist es nicht viel billiger, ein bestehendes Hypercar sicher und legal herzustellen, als ein neues Monocoque zu bauen.[…]“

Leupen fügt an: „Ich habe die Gerüchte (der GTE-Plus) vernommen. Für uns ist das keine Option. Wir haben kein GTE-Auto. Der LFA ist alt. Der Supra gehört nicht in diese Kategorie. Ich gehe davon aus, dass für uns Schluss ist, wenn die Verantwortlichen diesen Weg gehen wollen.“

Es wird Zeit, dass das Reglement jetzt endlich festgeschrieben wird. Der erste Lauf der neuen Top-Level-Fahrzeuge wird voraussichtlich in etwa 15 Monaten stattfinden. Man bedenke, Porsche kündigte 2011 die Arbeiten am 919 Hybrid an, ehe man 2014 dann endlich die ersten Rennrunden drehte. „Wenn andere Hersteller ihre Straßenautos nutzen wollen, dann sei es so. Für uns haben wir dies nicht als kostengünstiger gesehen. Es liegt letztlich am ACO, der FIA und den Herstellern, die das wollen. fügte Leupen hinzu. „Es ist ein bisschen traurig, dass wir unsere Teilnahme momentan nicht bestätigen können. Wir müssen noch warten. “

Zuvor äußerte sich der Niederländer unrümlich gegenüber den Kleinstherstellern Glickenhaus und ByKolles. „Als wir hier eingestiegen sind, gab es Audi. Solche Kaliber wollen wir. Wir wollen gegen Marken wie Aston Martin, McLaren und Ferrari antreten und ihre Strahlkraft nutzen, um unser eigenes Image glänzen zu lassen. Wir würden gerne weitermachen, aber erwarten, dass wir ab der Saison 2021/22 nicht mehr der einzige (große) Hersteller sind. [] Bei allem Respekt für Kolles und Glickenhaus. Das sind keine Gegner. Wir möchten gerne weitermachen. Aber mit der Erwartung, dass wir vielleicht in der nächsten Saison nicht der einzige Hersteller sind.“

Glickenhaus: „Ich bin traurig und schockiert…“

James Glickenhaus - Scuderia Cameron Glickenhaus ADAC Zurich 24h-Rennen Nürburgring 2017
Foto: M. Brückner

Bei James Glickenhaus – Eigner der Scuderia Cameron Glickenhaus – sorgen diese Aussagen jedoch für Unmut. „Ich bin traurig und schockiert über die beleidigenden Bemerkungen des Chefs von Toyota Racing über ByKolles und uns.“

Nicht zu vergessen: Glickenhaus und Kolles sind momentan die einzigen beiden Hersteller, die sich fest für die nächste Top-Level-Kategorie der WEC engagieren. „Als wir am ‚Ring‘ gegen den LFA von Herrn Toyoda mit unserem P 4/5 C fuhren, hatten wir eine gute Zeit zusammen.“, bezieht sich ‚Jim‘ Glickenhaus auf die vielen gemeinsamen Jahre beim 24h-Rennen am Nürburgring. „Er hat sich mir und der Scuderia Cameron Glickenhaus gegenüber sehr gütig gezeigt.“

„Er sollte Herrn Toyoda fragen, was damals passiert ist, bevor er sich wie ein weinerlicher Teenager aufführt. Und als Repräsentant eines großartigen Konzerns wie Toyota sollte er Toyodas Beispiel folgen.“

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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