Rebellion sicherte sich im dritten Training die schnellste Rundenzeit, Ginetta zieht beide Manor-Autos zurück und Fittipaldi verletzte sich bei einem Unfall schwer.

Nachdem Toyota die gestrigen Trainings mit Abstand dominierte und die Verantwortlichen die Balance of Performance noch einmal zugunsten der Kölner Werksmannschaft verschob, konnte der ehemalige Porsche-LMP1-Pilot Neel Jani mit dem Rebellion R13 Gibson von Rebellion Racing im morgendlichen und abschließenden Training eine Bestzeit von 1:57.120 Minuten in den Asphalt brennen. Das reichte zwar nicht für die 1:56.172 Minuten der gestrigen besten Fahrt des Toyotas #9, aber für die Trainingsbestzeit. Zum ersten Mal hat damit eine Privatmannschaft ein – wenn auch das einzig verbliebene – Werksteam in die Knie gezwungen. Zudem fuhr Jani im Gegensatz zu seiner gestrigen schnellsten Runde noch einmal zwei Sekunden schneller.

Acht Zehntelsekunden dahinter befand sich der Toyota TS050 Hybrid mit der Startnummer 7 ein. Platz drei ging an das Rebellion-Schwesterauto.

In der LMP2 setzte sich wieder der #31 Dragonspeed Oreca 07 an die Spitze der Klasse. Pastor Maldando fuhr eine Rundenzeit von 2:02.281 Minuten und damit zum dritten Mal in Folge die schnellste Runde zweiten Prototypen-Klasse. G-Drive Racing mit der Nummer 26 sicherte sich die zweitschnellste Runde, gefolgt von Jackie Chan DC Racing.

In der GTE-Pro gab Andy Priaulx, wie bereits am Vortag das Tempo vor. Mit 2:13.693 Minuten verwies der Brite die Klassenteilnehmer in die Schranken. Eine wahre Überraschung war jedoch der zweite Platz. Der BMW M8 GTE #82 mit Tom Blomqvist an Bord wurde durch selbigen mit einer 2:14.225 Minuten Umrundungszeit auf dem zweiten Platz abgestellt. Oliver Pla im zweiten Ford GT rangierte sich auf dem dritten Platz ein.

In der GTE-Am Wertung waren die Porsche 911 RSR GTEs erneut die Klassenstärksten. Matt Campbell im Dempsey-Proton Porsche 911 RSR GTE mit der Startnummer 77 fuhr die Bestzeit der Klasse, gefolgt von Matteo Cairoli im Schwesterauto #88 und Euan Alers-Hankey im Aston Martin von TF Sport.

Pole Position für Toyota (LMP1), Signatech (LMP2), Ford (GTE-Pro) und Dempsey-Proton

Im Qualifying herrschten dann wieder geordnete Verhältnisse. Das Toyota Gazoo Racing Team beansprucht erste Startreihe für sich, wie das bereits im Vorfeld der WEC 6h of Spa Francorchamps vorhergesagt wurde. Conway und Kobayashi stellten die Nummer 7 auf den ersten Platz, gefolgt vom Schwesterauto #8. Schnellste Nicht-Hybriden in der LMP1-Klasse waren Bruno Senna und Neel Jani mit Rebellion Racing, mit einer Zeit von 1:56.425 Minuten, etwa 1,8 Sekunden langsamer, als der schnellste Toyota. Auf dem vierten Gesamtrang findet sich das Rebellion-Schwesterauto; hintendran die Nummer 11 von SMO Racing BR1.

Für stockenden Atem sorgte Pietro Fittipaldi im Qualifying. Der US-Amerikaner kam in der Eau Rouge von der Strecke ab und stach in die Reifenstapel ein. Dabei löste sich die Front des Dragonspeed-Fahrzeugs in seine Einzelteile auf. Das Qualifying wurde zu dem Zeitpunkt durch eine rote Flagge unterbrochen. Was beim Auto wahrscheinlich durch eine neu aufzusteckende Frontpartie schnell zu lösen ist, ging bei Fittipaldi nicht ganz so glimpflich aus. Der Rennfahrer wurde umgehend nach Lüttich ins Krankenhaus gebracht und eingehend untersucht.

In einem Bulletin bestätigte der Veranstalter den Verdacht auf Fraktur beider Beine. Das Bulletin bestätigt auch, dass der V8-Formel-Champion 2017, Enkel von Emerson Fittipaldi, per Helikopter zum Centre Hospitalier de la Citadelle de Liège geflogen wurde. Es wird berichtet, dass die Verletzungen nicht lebensbedrohlich sind, aber seinen geplanten Einsatz bei Dale Coyne in der Indy 500 wird der 22-jährige allem Anschein nach verpassen.

Ginetta zieht Manor-Autos zurück

Was bereits erwartet wurde ist nun eingetroffen. Die englische Sportwagenschmiede lässt die Mannschaft von Manor-Racing nicht an den Start gehen, weil deren chinesicher Finanzier bisher noch nichts von sich hören ließ. „Es ist eine große Enttäuschung, dass wir bekannt geben müssen, dass Ginetta keines der beiden LMP1-Fahrzeuge herausbringen wird, die Anfang des Monats erfolgreich beim FIA WEC Prologue in Paul Ricard getestet wurden.“ gibt Ginetta in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt.

Weiter heißt es darin: „Leider sind die versprochenen Mittel nicht von TRS (China) zu CEFC TRSM Racing (UK) geflossen. […] Die erforderlichen Mittel für Ginetta waren vor einiger Zeit fällig und obwohl wir verstehen, dass TRS (China) mit seinen Sponsoren zusammengearbeitet hat, die Probleme der ausstehenden Zahlungen zu lösen, kann Ginetta den Autos nicht zulassen, Rennen zu fahren. Ginetta bleibt bei diesem Programm der Zusammenarbeit mit CEFC TRSM Racing (UK) verpflichtet.“ Angeblich handele es sich hier um ein kurzfristiges Liquiditätsproblem. Bis zum 24h-Rennen in Le Mans sollen die Mittel aber zur Verfügung stehen.

Ginettas Lawrence Tomlinson ist heute in Spa und hat Gespräche mit Vertretern von ACO, WEC und FIA geführt. Von ihnen wird eine Stellungnahme erwartet, über den Status des Programms in der FIA WEC und insbesondere bei den 24 Stunden von Le Mans.

Ab Morgen sind wir live vor Ort und halten euch mit Updates auf dem Laufenden. Das Rennen startet am morgigen Samstag um 13.30 Uhr Ortszeit. Sport1 stellt auf der Webseite einen eigenen kostenlosen Livestream zur Verfügung. Im Free-TV wird das Rennen ab 18:15 Uhr bei Eurosport zu sehen sein. Hier zeigt man zunächst einige Highlight, bis man zur letzten Stunde in die Liveübertragung einsteigt. Auf dem Eurosport Player wird das Rennen in vollständiger Länger übertragen. Sport 1+ zeigt das Rennen ebenfalls in voller Länge, die Übertragung startet um 13:00 Uhr und endet um 20:00 Uhr.

Auch in der offiziellen WEC-App kann man sich das Rennen live anschauen. Hierzu bietet die App noch das Livetiming an.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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