Ein ereignisreiches Rennen mit zwei Rotphasen liegt hinter den Beteiligten im japanischen Nakahinata am Mount Fuji. Die 6h of Fuji sind Geschichte und Toyota gewinnt das dritte Rennen der WEC-Sasion 2017.
Das Wetter spielt am Mount Fuji immer wieder eine große Rolle. So sollte auch der WEC-Zirkus in diesem Jahr mit den Widrigkeiten zu kämpfen haben. Bereits am Freitag sorgten Nebel und Regen für den Abbruch der zweiten Trainingssession. Starker Regen und ein Unfall von Witali Petrow im Manor-Oreca #25 sorgten für eine Rote Flagge, die das Training für rund 50 Minuten unterbrach.

Bei regnerischen Bedingungen am Samstag dann ist Porsche mit einer Doppelführung in das siebte Rennwochenende der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2017 am japanischen Mount Fuji gestartet. Andre Lotterer fuhr im Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 1 eine Zeit von 1:35.527 Minuten und war damit 0,133 Sekunden schneller als das Schwesterauto mit der Startnummer 2. Toyota konnte zu diesem Zeitpunkt das Tempo noch nicht ganz mitgehen. Doch das folgende Rennen am Sonntag um 11:00 Uhr sollte über sechs Stunden gehen und Toyota würde alles in seiner Macht stehende tun, um einen Heimsieg und den dritten Erfolg der Saison nach Hause zu fahren. Sollte und müsste!

Immer wieder aufziehender Nebel und Regen unterbrachen das Rennen insgesamt zwei Mal mit roter Flagge. Mehrere Gelb- und Safetycar-Phasen sorgten für eine Neutralisierung der Abstände, die die Fahrer und Teams bis zu den jeweiligen Phasen rausfuhren.

Foto: 2017, Horst Bernhardt
Während der Polesetter, Earl Bamber im Porsche 919 Hybrid #2, in der Anfangsphase das Geschehen gut im Griff hatte und die Toyotas auf Distanz halten konnte, hatte Andre Lotterer nicht so viel Glück. Bei einer Berührung mit Sebastian Buemi viel die #1 auf Rang drei zurück. Nach ca. eineinviertel Stunden folgte dann der erste Rennabbruch, der für Porsche eine Reihe misslicher Umstände einläute. Earl Bamber war als einziger LMP1-Pilot noch nicht zum ersten Tankstopp an der Box gewesen. Diesen Stopp musste der Neuseeländer dann direkt beim Neustart durchführen, woraufhin er auf Rang vier zurückfiel. Für Porsche war es ab diesem Moment nicht mehr möglich, das vorgegebene Tempo der Japaner mit zu fahren.

„Es sind sehr schwierige Bedingungen und nicht einfach, den Reifen zum arbeiten zu bringen“, erklärte Bernhard die Problematik, gab allerdings auch zu: „Wir denken vor allem an die Punkte und gehen nicht das letzte Risiko ein.“

Zwar konnte Nick Tandy in der #1 gegen Halbzeit noch einmal die Spitze des Feldes zurückerobern, doch sollte dieses Intermezzo nur kurz anhalten. Die beiden Toyota waren an diesem Wochenende einfach zu stark und konnten so den ersten Sieg seit Spa im Mai einfahren. „Das war ein seltsames Rennen. Wir waren schon zu Beginn recht stark, aber mit zunehmendem Regen wurden wir immer besser“, stellt Buemi nach dem Rennen fest. Auf Platz zwei landete der zweite Toyota #7, Platz drei ging an die Porsche-Mannschaft im Porsche 919 Hybrid #1.

Rebellion-Oreca siegt in der LMP2

Foto: Stefan Schneider
Während in der LMP1 die Fronten recht schnell geklärt waren, sorgten Mathias Beche (Rebellion-Oreca #13) und Jean-Eric Vergne (Manor-Oreca #24) in der LMP2-Klasse immer wieder für Aufregung und atemberaubende Duelle. Leider endete das letzte dieser Duelle zum Nachteil der Rebellion-Mannschaft. Die letzte Berührung der beiden Kontrahenten sorgte für einen Dreher der Nummer 13 und einen spektakulären Einschlag.

Das Schwesterauto #31 hatte an diesem Wochenende mehr Glück. Nach den bereits oben erwähnten Wetterkapriolen und Rennunterbrechungen konnten sich Julien Canal, Bruno Senna und Nicola Prost die Spitze des Podests sichern. Danach positionierte sich die Signatech Alpine Matmut #36 vor dem Jackie Chan DC Racing #38 Team auf dem Podest.

doppelter GTE-Sieg für Ferrari

Mit einem Start von der Pole in der GTE-Pro-Klasse dominierten die Porsche 911 RSR weite Strecken das Rennen. Nach einem Safety-Car-Neustart wurde dann aber kurz nach Rennhalbzeit der bis dahin in der Klasse führende 911 RSR #91 (Lietz/Makowiecki) vom überrundeten Andy Priaulx im Ford #67 umgedreht.

In Folge dieses Drehers musste Lietz den hinterher fahrenden zweiten Werksporsche passieren lassen. Im Wetterchaos zog dann James Calado im AF-Corse-Ferrari am führenden 911er vorbei und übernahm die Spitze. Lietz ließ zum Schluss das besser bepunktete Team im 92er Porsche passieren und reihte sich auf dem dritten Gesamtrang der GTE-Pro Wertung ein.

In der GTE-AM Klasse konnte ebenfalls ein Ferrari volle Punktzahl erzielen. Thomas Flohr, Francesco Castellacci und Miguel Molina im Ferrari 488 GTE von Spirit of Race gewannen das Rennen vor Clearwater Racing #61 und Dempsey – Proton Racing im Porsche 911.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner
Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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