Am Vorabend des 6h_Rennens von Fuji sorgte der ACO für Trubel. Mit dem Update-Zugeständnis erntete der Automobilclub des Nordens nicht bei allen Herstellern Lob.

Wenn drei etwas bekommen, was theoretisch allen zusteht, sorgt das in aller Regel für Ärger. Und dafür hat der ACO am Samstagabend gesorgt. Der franz. Automobilclub sagte den LMP2-Herstellern Ligier, Dallara und Riley-Multimatic diverse Updates an ihren Fahrzeugen zu und untersagte selbige dem Branchenprimus Oreca zugleich. Man hofft damit die Autos aller 4 Hersteller auf ein Performancelevel zu bringen.

„Der Gedanke hinter diesen Anpassungen besteht darin eine heiß umkämpfte Kategorie, sowie ein Maß an Wettbewerbsfähigkeit zwischen den Konstrukteuren und den Teams zu garantieren. Die Teams werden finanziell von den Kosten dieser Entwicklungen nicht betroffen sein, da diese von den Herstellern in voller Gänze getragen werden.“ lässt sich der ACO zitieren.

„Die Entscheidungen wurden nach einer Analyse der Ergebnisse verschiedener Langstreckenrennen getroffen, insbesondere in den ELMS in Silverstone, Monza, Spielberg, Le Castellet, Spa und den 24 Stunden von Le Mans. Der ACO und die FIA ​​diskutierten die Situation und schlugen eine Auswahl an Änderungen an den Chassis vor.“ heißt es weiter. Die Aussage geht noch weiter und bezieht sich auf die drei Konstrukteure, die Änderungen vornehmen dürfen: „Diese technischen Lösungen sollte es ihnen (Ligier, Dallara und Riley-Multimatic) ermöglichen, die Lücke zum 2017er Benchmarkauto Oreca 07 zu schließen.“ Für Oreca gibt es keine „Joker“.

Oreca: „Wir sind mit diesen Entscheidungen nicht einverstanden und bestreiten ihre Legitimität“

Entsprechend brüskiert reagierte man am folgenden Montag auf diese Meldung im Hause Oreca. „Die ORECA-Gruppe erkennt die Entscheidungen von ACO und FIA an. Und obwohl wir darüber informiert wurden, wäre mehr Dialog und Konsultation notwendig gewesen“, sagte Hugues de Chaunac, Präsident der ORECA-Gruppe.

Wir sind mit diesen Entscheidungen nicht einverstanden und bestreiten ihre Legitimität unter Berücksichtigung der detaillierten Analysen, die von ORECA durchgeführt und zur Verfügung gestellt wurden. Es wurden dabei nur Rennen der europäischen Le-Mans-Serie betrachtet. Was IMSA-Rennen betrifft, wurden die Analysen nicht berücksichtigt, was wir für bedauerlich halten.“

Jackie Chan DC Racing LMP2 24h Le Mans 2017 Oreca 07
Foto: H. Bernhardt

„Als einziger Hersteller, der sein Auto nicht weiterentwickeln darf wird ORECA heute ungerecht bestraft, zusammen mit allen Teams die uns vertrauen und erfolgreich mit dem ORECA 07 ins Rennen gegangen sind. Wir möchten ihnen (den Teams) unsere Unterstützung aussprechen. In den frühen Tagen des Projekts hatten sich alle LMP2-Spieler auf die Idee eines offenen Wettbewerbs zwischen vier Chassisherstellern geeinigt, die dieselben Regeln teilen und den selben Motor fahren.“

„Weniger als ein Jahr später bewegen wir uns in Richtung eines Gleichgewichts des Leistungssystems, das nichts mit dieser ursprünglichen Idee zu tun hat. Ursprünglich waren Leistungsentwicklungen möglich die sicherstellen sollten, dass kein Hersteller mit Problemen auf der Strecke bleibt. Nur einer von uns ist heute in dieser Situation.“

Der technische Direktor des ACO – Vincent Beaumesnil – betonte im Gespräch mit dailysportscar.com, dass die Updates die Autos von Ligier, Dallara und Riley-Multimatic nicht besser machen sollten, als das von Oreca. Sie sollten den Herstellern lediglich die Möglichkeit geben, die Chassis anzugleichen. „ORECA hat einen sehr guten Job gemacht, es ist ein gutes Auto“, sagte er. „Das wollen wir nicht bestrafen, also können die LMP2-Hersteller laut den Regeln um eine Leistungssteigerung bitten, wenn sich ein Defizit herausstellt. Dallara, Ligier, Riley und Multimatic haben die Anfrage gestellt. Oreca hat das nicht getan, weil sie das beste Chassis haben.

Orecas Reaktion sorgte beim ACO entsprechend für wenig Begeisterung. Man könne angesichts der schon 20 verkauften Fahrzeuge für die kommende Saison entspannter mit der Performanceangleichung umgehen. Ligier und Dallara dürften nach den „Updates“ endlich auch in der Lage sein, Kunden in der WEC zu gewinnen. Für Riley Multimatic – Hersteller mit den größten technischen Defiziten – geht es dagegen darum, überhaupt erst mal einen Kunden für sein LMP2-Chassis zu finden.

Unterstütze LSR-Freun.de

Dir hat der Beitrag gefallen? Wir freuen uns über Deinen Support.





In eigener Sache:

Du hast den Beitrag bis zum Schluss gelesen? Hat er Dir gefallen? Wenn Du die LSR-Freun.de unterstützen möchtest, kannst Du das mit einem Abonnement bei SteadyHQ tun.

Damit hilfst Du uns, auch in Zukunft erstklassige Berichte, Dokumentationen und Reportagen aus der Welt der Langstreckenrennen zu erarbeiten und zu erstellen.

Unterstütze uns auf Steady

Die LSR-Freun.de sagen Danke!

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
Kategorie: NewsTags:
Fehler melden Über LSR-Freun.de ethische Standards
Jetzt kommentieren

Noch keine Kommentare vorhanden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.