Noch bis vor Kurzem sah es ziemlich dunkel in der Königsklasse der WEC aus. Doch mehr und mehr scheint die LMP1 im neuen Licht zu erscheinen.

Nach der Ankündigung des Porsche-LMP1-Rückzuges hatte man den Eindruck, die Motorsportwelt irrt umher wie aufgescheuchte Hühner. Mancher sah die gesamte Klasse bereits ausgestorben. Seit Wochen jedoch verkünden immer mehr Hersteller und auch Teams einen Einstieg in die LMP1. Gestern erst bestätigte Toyota den Verbleib in der WEC, nachdem der ACO im Laufe der vergangenen Woche noch einmal das Reglement für die kommenden Jahre anpasste und Herstellern und Teams Planungssicherheit versprach.

Rebellion steht vor der Rückkehr in die LMP1-Klasse

Nun verkündete das ehemalige LMP1-Team Rebellion nach dem gestrigen Sieg von Bruno Senna, Julien Canal und Nicolas Prost in Bahrain und dem Gesamtsieg 2017 in der LMP2 die mögliche Rückkehr in die WEC-Königsklasse. „Es wird darüber nachgedacht, es ist der Wunsch. Ob es Realität wird, kann ich noch nicht genau sagen. Erst einmal werden wir nach dem hart erkämpften Titel in der LMP2-Klasse nun unsere Optionen genau anschauen.“ vermeldet Rebellion-Teamchef Bart Hayden nach dem Rennen.

Doch es gibt aktuell einen Haken an der Sache. Die Schweizer Mannschaft kann derzeit weder ein Chassis noch einen passenden Motor sein Eigen nennen, um ein solches Vorhaben zu realisieren. Zudem wird langsam aber sicher die Zeit knapp, so der Teamchef weiter. Favorisiert sei nach Angaben von Motorsport-Total der Hersteller Oreca, der in der LMP2 gerade alle anderen in Grund und Boden fuhr.

Oreca verkündete vor wenigen Wochen, dass man großes Interesse an der LMP1 habe, das unsichere und unvollständige Regelwerk jedoch für keine Planungssicherheit sorge. Bereits im September berichtete David Floury: Zeitliche Engpässe erlauben es demnach Oreca nicht, ein völlig neues Konzept aus dem Boden zu stampfen. Möglich sei zum Beispiel das Monocoque des Oreca 07 zu verwenden, welches nach dem LMP1-Reglement angepasst würde. Anders sei ein solches Projekt in so kurzer Zeit nicht realisierbar.

Offen ist auch noch die Motorenfrage. Nachdem Nismo weiterhin ausschließlich ByKolles beliefern wird, bleiben aktuell nur Gibson oder Judd. Möglichkeit drei zeigt der englische Motorentuner Neil Brown auf. NBE bietet den aktuellen DTM-V8 Motor auch für Prototypen an. Nachteil: Der Motor ist deutlich schwerer, als die der Konkurrenz.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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