Mit der Entwicklung des LMP1-Programms für 2018 im Visier, ist für ByKolles allem Anschein nach nach dem 6h-Rennen vom Nürburgring Schluss für 2017.

ByKolles 2017 WEC Spa Francorchamps
Foto: 2017, Michael Brückner
Das zumindest berichten einige Medien, rund um den Globus. Demnach soll sich auch Colin Kolles bereits im Vorfeld ähnlich lautend geäußert haben. „Wir haben dem ACO stets klar gemacht, dass es unser Plan ist, die ersten Rennen rund um Le Mans zu bestreiten und dann testen zu gehen.“, wird der Teambesitzer gegenüber ‚Autosport‘ zitiert. Somit reißen also die schlechten Nachrichten rund um die Königsklasse der WEC nicht ab. Denn mit dem Ausstieg von ByKolles würde das einzig verbleibende private LMP1-Team die Saison bereits nach dem Nürburgring-Rennen beenden und sich vollem Engagements den Entwicklungen des 2018er Programms und der Weiterentwicklung des CLM-Nismo P1/01 widmen.

„Wenn man die Überseerennen in Angriff nimmt, erhält man die Fracht erst im Januar zurück. Und ein kleines Team wie das unsrige kann kein separates Testteam unterhalten.“ so Kolles weiter. Wenn sich also bis zum 6h-Rennen in der Eifel kein potenter Paydriver – und dafür hat ByKolles immer ein offenes Ohr – finden sollte, ist nach dem aktuellen Stand der Dinge bereits Ende Juli Feierabend im Kampf um die Meisterschaft.

Für die angeschlagene LMP1-Kategorie wäre das der 3. Rückschlag innerhalb eines Jahres. Neben dem Werksteam von Audi, zog auch Rebellion Ende 2016 den Stecker und konzentriert sich seitdem auf die LMP2-Kategorie. ByKolles und Rebellion hatten von Anfang an Probleme damit, mit den potenten Werksteams und ihren 1000PS-starken Hybridfahrzeugen mitzuhalten. Keines der Privatteams hatte je die Möglichkeit, dreistellige Millionenbeträge für die Entwicklung und Unterhaltung der Prototypen aufzubringen. Kämpfe um Titel waren eh immer aussichtslos, weshalb Rebellion bereits Ende 2016 den Rücktritt erklärte und sich auf das LMP2-Programm konzentriert.

ByKolles 2017 WEC Spa Francorchamps
Foto: 2017, Michael Brückner
ByKolles ist damit in der WEC-Saison 2017 Einzelkämpfer ohne jegliche Konkurrenz. „Nächstes Jahr kommen weitere LMP1-Privatiers hinzu, deshalb ist dies eine Art Übergangssaison“, sagt Kolles weiter. Da diese Übergangsphase nun bereits seit drei Jahren anhält, ist diese Aussage aktuell wohl nur als heiße Luft einzuordnen. Für kommendes Jahr haben sich SMP/BR Engineering mit Dallara, Manor mit Ginetta und Perrinn mit einem noch nicht genannten Kunden mit LMP1-Projekten angekündigt. Auch Yves Courage hat bereits im Februar 2016 in einer mysteriösen Meldung bekannt gegeben, dass man 2018 in der LMP1 starten wolle. Wichtig bleibt nur, wer 2018 wirklich bereit ist, an den Start zu gehen.

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Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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Ein Kommentar zu “WEC 2017 – Lichter aus für ByKolles nach den 6h vom Nürburgring

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