Vor wenigen Tagen bestätigte Peugeot, was die Fangemeinde bereits seit Wochen hinter vorgehaltener Hand gemunkelt hat. Die WEC und Le Mans stehen derzeit nicht zur Debatte. Was aber ist der Grund dafür? Darüber rätselte man weiter. Bis heute.

Bereits zur Veröffentlichung der ursprünglichen Meldung gab der ACO bekannt, dass man sich bei Peugeot zukünftig auf das World Rallycross-Programm (WRX) konzentrieren wolle. Jetzt haben sich die französischen Automobilhersteller selbst zu Wort gemeldet. Entsprechend eines Berichtes von dailysportscar.com haben Jean-Marc Finot (Motorsportchef des PSA-Konzerns) und Bruno Famin (Sportdirektor von Peugeot) der französischen Presselandschaft ein paar Details zur zukünftigen Strategie der Franzosen bekanntgegeben.

Demnach erklärt Finot, dass das Langstrecken-Programm aktuell nicht zur Debatte stünde. „Unsere Rückkehr steht nicht auf unserer Agenda – zumindest für den Moment. Wir haben uns entschieden, unsere Anstrengungen auf die Rallycross-Weltmeisterschaft und deren vollständige elektrische Version zu konzentrieren, die in naher Zukunft einige Zeit in Anpruch nehmen wird.“

„Tatsächlich hatten wir zwei Szenarien zur Auswahl: Auf der einen Seite hatten wir eine prestigeträchtige und hohe Sichtbarkeitsoption, die die Marke und unsere Hybridisierungsstrategie für unsere gehobenen / High-End-Fahrzeuge unterstützt.“ setzt der Motorsportchef fort. „Auf der anderen Seite hatten wir eine Strategie, die unsere B-Segment-Autos unterstützte. Wir haben uns für Letzteres entschieden.“

Ähnlich äußerte sich auch Famin gegenüber der L’Equipe:“Wir hatten zwei Möglichkeiten: Peugeots Benzin-Hybrid-Technologie zu fördern, die unsere Straßenautos bis zum Ende des Jahrzehnts übernehmen sollen, oder um es vorwegzunehmen – was nicht mehr so lange dauern wird – die vollständige Elektrifizierung unserer Fahrzeuge. Daher fiel unsere Wahl auf die e-WRX. […] Es gab hier in der Tat eine Konfrontation der Projekte. Dennoch würde beides Sinn machen: Zum einen bedeutete die Benzin-Hybrid-Technologie und die Langstrecken Weltmeisterschaft eine eher institutionelle Markenkommunikation. Auf der anderen Seite entwickeln wir eine vollumfängliche elektrische Basis. Hier steht die Rallycross-Weltmeisterschaft und der Peugeot 208 und den potenziellen Käufern im Fokus.“

Der Peugeot-Motorsportchef setzt fort: „Beide Möglichkeiten waren äußerst interessante Strategien. Peugeot hat jedoch beschlossen, auf das Flaggschiff-Produkt, dem 208er und der kompletten Elektrifizierung selbigem, zu setzen.“

Zudem berichtete das französische Magazin autohebdo.fr in einer Meldung, dass ein unvollständiges techn. Reglement für 2020 entscheiden für Peugeots Schritt war. Ohne das Regelwerk konnte Peugeot keine Einsparungsmaßnahmen erkennen. Die Franzosen wünschten sich demnach eine standardisierte Plugin-Batterie für die Hersteller der LMP1-Kategorie. Doch der ACO wollte hier lange Zeit keine Entscheidung treffen.

Das und mangelndes Vertrauen in den Wettbewerb in der WEC ließen keine andere Entscheidung, als das Rallycross-Programm, zu. Zudem reizte eine zukünftige e-WRX-Serie mehr, gegenüber dem WEC-Programm.

Abgesehen von den oben genannten Gründen sehen Branchen-Insider auch einen möglichen kommenden Emissionsskandals des PSA-Konzerns als einen der entscheidenden Gründe, warum man jetzt auf Biegen und Brechen die Elektrifizierung vorantreiben wolle.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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