Endlich wieder Motorensound und Benzin in der Eifelluft – der erste Lauf der Langstreckenmeisterschaft steht bevor und 171 Teilnehmer haben sich entschieden, daran teilzunehmen. In diesem Jahr ein paar besondere Highlights, die wir uns etwas genauer anschauen wollen.

Bereits am vergangenen Samstag konnten Fans in den ersten Genuss der Saison kommen. Zu den Test- und Einstellfahrten zeichnete sich bereits ab, was uns in diesem Jahr auf der Nordschleife erwartet. Bunt, wie nie zuvor zeichnet sich eine spannende Meisterschaft ab. Mit 171 Teilnehmern – über 400 Fahrer aus 31 Nationen – fasst das Feld zwar etwas weniger als im Vorjahr – der eine oder andere mag hier den Untergang der Serie ablesen können. Wir sehen hier einfach nur ein spektakuläres Starterfeld. Insgesamt 25 SP9-Teilnehmer – unterteilt in SP9-Pro und SP9-Pro-Am – sowie zwei SPX-Teams bilden dabei die Speerspitze.

Die Namen der Fahrer und Teams lesen sich in diesem Jahr wieder wie ein bunter Reigen des internationalen Motorsports – Black Falcon, Land-Motorsport, Falken-Motorsport, Frikadelli-Racing, GetSpeed-Performance, KCMG, Kondo Racing, Manthey-Racing, Octane 126, Phoenix-Racing, Team IronForce by Ring Police, ROWE-Racing, HTP-Motorsport, Frikadelli Racing, Scuderia Cameron Glickenhaus, Toyota Gazoo Racing, Walkenhorst-Motorsport oder Zakspeed sind in der Startaufstellung zu finden. Moment!

Zakspeed in der VLN? Der hastige Blick über die Teilnehmerliste schweift zum Fahrzeug – da steht es Schwarz auf Weiß: Die Zakspeed Chrysler Viper GT3-Rrrrr! Fans und Insider spekulierten bereits im Laufe der Woche auf einen Start. Die Teilnehmerliste gibt nun ein wenig Gewissheit. Nach dem Debüt vor über 20 Jahren soll nun also wieder eine Viper mit der Aufschrift „Zakspeed“ durch die Eifel schlängeln. Ob das Fahrzeug nach dem Unfall bei den Test- und Einstellfahrten jedoch einsatzbereit sein wird, weiß nur Peter Zakowski und sein Team. Aber wer die Mannschaft kennt weiß, dass hier alles möglich ist. Als Piloten haben die Mannen aus Niederzissen bisher „nur“ Florian Strauss ins Rennen geworfen, dessen Karriere wiederum an der Konsole begann und nach dem Sieg der GT-Academy von Nissan einen steilen Aufstieg unternahm.

Apropos Nissan: Mit Kondo Racing und KCMG schicken die Japaner in diesem Jahr gleich zwei Mannschaften mit „Godzilla“ – dem Nissan GT-R Nismo GT3 – auf den Eifeler Asphalt. Während man bei Kondo-Racing durchweg auf japanische Piloten setzt – mit Ausnahme von Social-Media Folger und Entfolger Tom Coronel – setzt die chinesische Mannschaft von KCMG vor allem auf Nordschleifen-Experten. Mit Christian Menzel und Alex Buncombe, sowie Philipp Wlazik und Alex Fontana stehen die Chancen auf einen vorderen Platz bei Zieleinfahrt nicht schlecht.

Bei Getspeed Performance gibt sich in diesem Jahr das Who-is-Who der GT3-Piloten die Klinke in die Hand. Nachdem die Meuspather Mannschaft zum Saisonwechsel auch das Fabrikat wechselte, werden die nagelneuen Mercedes AMG GT3 unter anderem von Fabian Vettel, Indy Dontje, Christopher Brück, Luca Ludwig, Tristan Vautier oder Marek Böckmann pilotiert.

Fehlen darf zum VLN-Einstand auf keinen Fall die Mannschaft rund um James Glickenhaus. Die Scuderia zählt in der Eifel schon fast zu den Traditionsmannschaften. Am Steuer wechseln sich Thomas Mutsch, Felipe Fernandez-Laser und Franck Mailleux ab.

Zu den weiteren Highlights zählt wohl ganz klar das Team IronForce Racing rund um Jan-Erik Slooten, Jean Pierre Kraemer und Lucas Luhr. Aus der ADAC GT-Masters 2018 bekannt, wird die Mannschaft die Fans und Kameras wie Magnete anziehen. Soviel sei gesagt: Der Platz in der Boxengasse und Box ist – baulich bedingt – nur begrenzt.

Formel-1-As macht Nordschleifen-Permit

Einen Aston Martin Vantage V8 von AMR Performance Centre pilotiert Martin Brundle in der SP8 an der Seite von Alexander West und Marco Müller. 158 Mal ging der Engländer in der Formel 1 an den Start. Mittlerweile berichtet er für den britischen Sender Sky Sports von der Königsklasse des Automobilsports. „Ich bin noch nie mit einem Rennwagen auf der Nordschleife gefahren. Als mein Sohn Alex letztes Jahr in der VLN gestartet ist und mir davon berichtet hat, war ich neidisch. Bei VLN1 und 3 werde ich meine Permit machen. Voraussichtlich bei VLN 7 werde ich dann mit meinem Sohn zusammen in einem Auto fahren.“

Am 28. September ist Brundle dann schon 60 Jahre alt. „Das wäre ein tolles nachträgliches Geburtstagsgeschenk für mich. Ich fühle mich, als würde ich wieder zur Schule gehen. Die Strecke ist einzigartig. Ich habe schon am Simulator geübt. Du musst das Ganze hier sehr ernst nehmen. Am Ring bin ich ein Rookie, und nicht das ehemalige Formel-1-As“, sagt er bescheiden.

Schubert Motorsport ist zurück

Schubert Motorsport BMW M2 Competition
Foto: M. Brückner

Ein Jahr lang mussten sich die Fans an der Nordschleife gedulden, ehe die Oscherslebener wieder in die Eifel zurück kommen. Aber wer glaubt, hier einen BMW M6 GT3 oder einen Honda NSX GT3 vorzufinden, der irrt. Die Mannschaft rund um Teamchef Andre Schubert wird mit einem BMW M2 Competition und Christer Jöns sowie Christopher Dreysring am Steuer den Kampf in der Klasse SP8T.

Gegen die BMW M4 GT4 Armada in der Klasse SP10 versuchen sich insgesamt zwei Mannschaften mit zwei Fabrikaten zur Wehr zu setzen. Neben dem Black Falcon Team IDENTICA im bewährten Mercedes-AMG GT4, versucht sich Kkrämer Racing aus Berglisch Gladbach den Kampf um die Spitze – mit einem Ginetta G55 GT4.

Spannende Positionskämpfe bietet auch in diesem Jahr wieder die Klasse V4. Insgesamt 21 Teilnehmer nehmen hier den Asphalt der Nordschleife unter die Räder. Und ganz vorne dran: Die Startnummer 1 – der BMW E90 325i von Adrenalin Motorsport. Am Steuer wechselt sich – unverändert – das Erfolgstrio Danny Brink, Christopher Rink und Philipp Leisen. Getreu dem Motto „Never change a winning Team“ bleibt das Meistertrio mit der Mission Titelverteidigung in der Saison 2019 erhalten.

Neu im Gebälk der E90er BMW ist die Mannschaft von Lubner Motorsport. Mit insgesamt zwei Münchner Limousinen treten die Georgenthaler in neuem Umfeld an. Während man sich zukünftig um die ehemaligen Kissling-Astra TCR kümmert und zwei Audi R8 GT4 im Seyfarth Audi R8 LMS Cup zur Verfügung stellt, werden die BMW zum einen von Franz Engstler und zum anderen von Michael Brüggenkamp und Mike Halder über die Nordschleife getrieben. Einen Astra TCR zeigt die Starterliste im Moment leider nicht auf.

Güldener Leuchter – Back to the roots

Dafür findet man zwei sehr bekannte Namen – in einem Fahrzeug – in der TCR-Klasse wieder. Nürbrugring-Chefinstruktor Andreas Gülden und Volkswagen-Markenbotschafter Benny Leuchter steuern (endlich wieder) gemeinsam den, von Max-Kruse-Racing gemeldeten, VW Golf GTi TCR. Dabei treten die zwei Ring-Profis gegen klanghafte Namen, wie Marc Basseng (Hyundai Veloster TCR) oder Markus Oestreich (Honda Civic TCR) und Harald Proczyk (Hyundai i30 N TCR) an.

Wie eine Dekade in der jüngeren Automobil-Geschichte liest sich die Klasse H2 des Starterfeldes. Hier wird es richtig bunt. Opel Manta, Opel Calibra, VW Jetta, Renault Clio oder BMW 318 – auf diese Klasse freuen wir uns ganz besonders. Stephan Epp (AVIA RAcing-Clio #620) weiß dabei um die Konkurrenz: „Unsere Ziele zu erreichen wird in der hart umkämpften H2 eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen. Meine Fahrerkollegen und ich kennen und vertrauen uns schon sehr lange, wir sind da sehr optimistisch.“

In der Klasse der Alternativen Treibstoffe (AT) nimmt die Mannschaft von OVR Racing Cologne rund um Oliver Sprungmann und Ralph Caba im Ford Mustang GT den Kampf gegen die schwäbische Konkurrenz vom Team CARE FOR CLIMATE auf. Hier starten das Erfolgs-Trio Tom von Löwis, Michael „Smudo“ Schmidt und Axel Duffner im Porsche GT3 CUP und Denis Dupont, Jaxon Evnas sowie Thomas Kiefer im Cayman GT4 CS. Moment! Da fehlt doch einer. Richtig. Dank Ausnahmegenehmigung werden Daniel Blickle und Niklas Steinhaus in diesem Jahr in der Klasse V5 gegen neun weitere Porsche Cayman antreten.

Rund um die mehr als 20 Kilometer lange Nordschleife mit ihren unzähligen Wanderwegen ist der Eintritt frei. Für die geöffneten Tribünen am Grand-Prix-Kurs und den Besuch des Fahrerlagers sind Tickets schon ab 18 Euro zu haben. Kinder bis 14 Jahre haben auch hier freien Eintritt.

Tickets zu den VLN-Rennen sind über die kostenlose Tickethotline 0800 20 83 200, den Nürburgring Online-Shop sowie vor Ort im info°center und an den Zugängen zu den geöffneten Tribünen am Grand-Prix-Kurs und zum Fahrerlager erhältlich. Rennstart ist um 12 Uhr, die Startplätze werden zwischen 08:30 bis 10 Uhr ausgefahren. Training und Rennen werden im Livestream auf VLN.de oder unter LSR-Freun.de TV übertragen.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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