Nach dem schweren Unfall beim siebten Lauf der VLN 2017 war zunächst das Ende des Pioneer-Corrado von Jürgen Freiburg und Fahrerkollege Norbert Kraft Schicht im Schacht.

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Foto: D. Matschull

Als Außenseiter hat man es selten leicht. Das zeigt auch die „Liga der Außenseiter“ in der VLN. Egal ob Manta, Calibra, Jetta, Golf 3, 4 oder 5, der Renault Megane RS oder eben der Corrado von Jürgen Freiburg – die Liga der Außenseiter zeichnet sich durch unübertreffbaren Kampf- und vor allem Teamgeist aus. Mit akribischer Handarbeit werden die Fahrzeuge Woche für Woche in der Freizeit für das kommende Rennen vorbereitet.

Dass so etwas schnell ins Geld geht, zeigte das Beispiel des TJ-Racing Teams zum neunten und finalen Lauf der VLN. Hier mussten Tobias Jung und Kollegen vorzeitig den Abschluss der Saison verkünden, weil der Spendentopf einfach mal leer gefegt war. Umso mehr schmerzt es, wenn ein solcher Außenseiter dann in einen kapitalen Unfall verwickelt wird – unverschuldet. Da stehen dann auf einmal Existenzen auf dem Spiel. Gut, wenn man dann Sponsoren im Background hat, die an die Leistung und den Kampfgeist des Teams glaubt und finanziell tatkräftig unterstützt und sogar selbst mit anfassen, wie es der Pioneer-Marketingleiter regelmäßig unter Beweis stellte, ist er inzwischen verantwortlich für Ölkanne und Luftlanze. Hier greift halt jeder mit an.


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Foto: J. Freiburg

So ergeht es Jürgen Freiburg in Moment. Bereits im Oktober konnte man sich in einem Corrado-Fan-Forum eine neue Karosserie organisieren. Für Kevin und Frank Cramer – die Eigentümer der Spenderkarosserie war damals sofort klar, dass sie Jürgen Freiburg und Team unterstützten. „Wir haben Jürgen vor ca. einem Jahr am Ring getroffen und teilten die gleiche Leidenschaft: den Corrado. Danach war er bereits ein paar Mal bei uns in der Werkstatt um sich Teile von uns zu holen.“ erzählte Frank damals.

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Foto: J. Freiburg

In der Zwischenzeit ersuchte Jürgen Freiburg das Einverständnis der Sponsoren, ob und wie es weitergehen könne. In der Hoffnung, man könne wenigstens ein Jahr über die Runden bringen, war der Hauptsponsor Pioneer sofort bereit, aus dem – wenigstens – einen Jahr sofort zwei zu machen. „Über Unterstützung unter zwei Jahre muss man in solch einem Fall gar nicht darüber nachdenken.“ sicherte der Sponsor Freiburg in einem persönlichen Treffen zu.

Der Grundstein war gelegt, für einen neuerlichen Auftritt des „Außenseiters“ Corrado in der Eifel. Weitere Sponsoren, wie Bilstein, Wiechers oder R&H Alurad, ließen nicht lange mit ihrer Zusage warten, weswegen sich das Projekt Corrado bereits mitten in der Umsetzung befindet. So befindet sich die Karosserie der Cramers bereits in Nienburg bei der Wiechers GmbH für den Einbau der vorgeschriebenen Sicherheitszelle. „Wenn alles klappt hole ich am kommenden Freitag (17. Nov. 2017) die Karosse wieder ab.“ ist Freiburg zuversichtlich. „Und dann geht das Auto direkt zu Humberg Pulverbeschichtung.“ Dort wird die Rohkarosserie – wie schon beim ersten Corrado auch – am 08. Januar 2018 gesandstrahlt und Innenraum und der Unterboden schon mal silber lackiert.

Jürgen Freiburg fällt ein Stein vom Herzen: „Es geht gar nicht, dass wir nicht weitermachen. Der Zuspruch der Fans und der Partner ist einfach zu groß.“

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Foto: J. Freiburg

Auch der erste öffentliche Auftritt des Corrados steht bereits fest. Während die Teams 2018 in der Eifel um die Krone des 24h-Rennens kämpfen werden, treffen sich Partner und Teammitglieder der Corrado-Mannschaft zum alljährlichen GTi-Treffen am Wörthersee. „Das sind wir den Fans und den Partnern einfach schuldig“, bekräftigt Freiburg diese Entscheidung. Den ersten Renneinsatz plant die eingespielte Truppe aus Hohenlimbach dann zum dritten VLN-Lauf der kommenden Saison. „Wir fahren nach dem 24h-Rennen, wenn diejenigen da sind, die sich auskennen…“ gab Freiburg unlängst in einem Gespräch zu.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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