Der 4. Lauf der VLN ist Geschichte – wieder einmal mischte das Wetter ordentlich mit. Großer Jubel im Team Montaplast by Land-Motorsport.

Zakspeed auf Platz zwei – Falken gewinnt Bronze

VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2016, 47. Adenauer ADAC Deutsche Payment-Trophy (2016-06-25): Siegerehrung. Foto: VLN
VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2016, 47. Adenauer ADAC Deutsche Payment-Trophy (2016-06-25): Siegerehrung. Foto: VLN
Christopher Mies und Conner De Phillippi feierten im Audi R8 LMS im vierten Lauf den 20. VLN-Sieg für den Traditionsrennstall von Wolfgang Land aus dem Westerwald. Die 47. Adenauer ADAC Deutsche Payment-Trophy war von äußerst schwierigen Wetterbedingungen mit teils starkem Regen, teils dichtem Nebel geprägt. In der Schlussphase schlug die Stunde von Nordschleifen-Routinier Mies, der in den letzten 30 Minuten des Vier-Stunden-Rennens mit den mit Abstand schnellsten Runden auf nasser Strecke die Führung eroberte. Das Nachsehen hatten Sebastian Asch und Kenneth Heyer, die im Mercedes-AMG GT3 des Zakspeed-Teams das Rennen über weite Strecken dominiert hatten. Trotzdem freuten sich die beiden Söhne berühmter Väter – der Ex-Rennfahrer Roland Asch und Hans Heyer – am Ende über ihren ersten VLN-Podiumsrang. Dritte wurden Wolf Henzler und Martin Ragginger im Porsche 911 GT3 R von Falken Motorsports. Dafür, dass Familie Mies am Ende zweifachen Grund zum Feiern hatte, sorgte Alexander, der jüngere Bruder von Christopher. Zusammen mit Michael Schrey fuhr der 24-Jährige im BMW M235i Racing Cup zum vierten Klassensieg in Folge und verteidigte so die Tabellenführung in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring 2016.

Totalausfall bei der Premiere

Einen Totalausfall musste dagegen die Corvette von Callaway-Competition verzeichnen. Nachdem einem Fahrer im Team noch das Nordschleifen-Permit fehlte und Callaway so nur mit einem Fahrzeug starten konnte, überstand der einzig verbleibende amerikanische Supersportler das Training nicht und endete bereits in der ersten Runde Nahe dem Adenauer Forst in der Leitblanke.

Trotz Regen im Auto sehr wohl gefühlt




„Wenn alles passt, ist es kein Problem”, erklärte Christopher Mies seine fabelhaften Rundenzeiten in der Schlussphase des Rennens. Der Heiligenhauser war rundenlang bis zu 30 Sekunden schneller als der Rest des Feldes. „Wir haben unserem Audi R8 LMS ein konsequentes Regen-Setup mit maximalem Abtrieb verpasst. So habe ich mich im Auto sehr wohl gefühlt und konnte voll pushen. Das war auch notwendig, weil nicht klar war, ob wir nicht am Ende noch einen Tankstopp hätten einlegen müssen.“ Im Ziel betrug der Vorsprung auf die Zweitplatzierten 2:18,231 Minuten – ein zusätzlicher Tankstopp wäre also ohne den Verlust der Führung möglich gewesen.

Den Grundstein für den Erfolg legte Conner De Phillippi, der den Land-Audi mit einer Bestzeit von 9:51,026 Minuten auf die Pole-Position gestellt hatte. In der Anfangsphase des Rennens konnte der US-Amerikaner seine Position in der Spitzengruppe verteidigen, erlebte jedoch zwei Aha-Momente: „Im Metzgesfeld bin ich von der Strecke abgekommen, das war eindeutig meine Schuld“, sagte er. „Einige Runden später wurde ich im Brünnchen von einem Konkurrenten getroffen und hatte einen leichten Kontakt mit den Leitplanken. Zum Glück ist der Audi stabil gebaut, so dass wir keinerlei Beeinträchtigungen hatten.“ Mit den Bedingungen kam der 23-jährige Kalifornier gut zurecht: „Es war heute alles andere als einfach, weil nicht nur in jeder Runde unterschiedliche Bedingungen herrschten sondern in nahezu jeder Kurve. Aber ich habe mich im Regen sehr wohl gefühlt.“

Fehlende Praxis kostete Zakspeed den Sieg

Mercedes AMG GT3 Zakspeed MannFilter, ADAC Zurich 24h Rennen 2016Kenneth Heyer räumte die Niederlage ein, war mit Platz zwei aber trotzdem sehr zufrieden. „Das ist mein erstes Podiumsresultat in der VLN – darüber bin ich sehr glücklich.“ Dass es nicht zum Sieg reichte, war auf die fehlenden Nordschleifen-Erfahrungen des Mönchengladbachers bei regennasser Piste zurückzuführen. „Ich bin noch nie ein Rennen bei Regen auf der Nordschleife gefahren, deshalb bin ich die erste Runde des Schlussstints sehr vorsichtig angegangen. Im Adenauer Forst hat Christopher mich in Runde 20 überholt – das war ein starkes Manöver, und ich hatte nichts entgegenzusetzen.“ Asch sah Platz zwei als Ansporn, in der VLN weiter voll anzugreifen: „Wir waren im vergangenen Jahr schon einmal sehr nah am Podium dran. Das ist uns jetzt endlich gelungen. Nun fehlt uns nur noch eine Position zum ersten Sieg. Und es stehen ja noch ein paar Rennen in diesem Jahr auf dem Programm.“

Frikadelli meldet sich zurück

VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2016, 47. Adenauer ADAC Deutsche Payment-Trophy (2016-06-25): Foto Frikadelli Racing
VLN Langstreckenmeisterschaft Nuerburgring 2016, 47. Adenauer ADAC Deutsche Payment-Trophy (2016-06-25): Foto Frikadelli Racing
Nach der fullminanten Absage an VLN und 24h-Rennen meldet sich auch Frikadelli in der VLN zurück. Die „Frikadelle“ ist mit einem vierten Rang in der Gesamtwertung in den zweiten Teil der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring gestartet. Patrick, Norbert Siedler und Sabine haben bei dem durchgehend von starkem Regen gekennzeichneten Vierstundenrennen das bisher beste Saisonergebnis für das Eifel-Team eingefahren.

Zeitweilig schien sogar eine Podestplatzierung in Reichweite zu liegen. Klaus musste wegen einer Fußverletzung auf die Teilnahme verzichten.
Bereits das Training hatte aufgrund dichten Nebels und starken Regens mit über einstündiger Verspätung begonnen und endete mit einem starken Ergebnis für unseren Porsche 911 GT3 R, der das Rennen in den Händen von Patrick von Platz neun aus in Angriff nahm. Unser gewohnt zwei-kampfstarker Holländer kämpfte sich noch auf dem Grand Prix-Kurs bis auf die fünfte Position vor. Nach Runde drei lag er bereits auf der zweiten Position, fiel jedoch wegen eines Aquaplaning-bedingten Drehers auf der Formel 1-Strecke wieder auf Rang fünf zurück. Und beim Versuch, den vor ihm liegenden Land-Audi im Brünnchen zu überholen, kam es im Duell um Platz drei auch noch zu einer Berührung. Die Frikadelli rutschte rückwärts in die Leitplanken, konnte die Fahrt aber ohne nennenswerte Beschädigungen fortsetzen.

„Nach acht Runden übergab Patrick den sechstplatzierten 911 GT3 R an Norbert. Unser „Ösi“ umkreiste den Nürburgring zehnmal und arbeitete sich dabei bis auf die dritte Position vor. Nach 18 Runden übernahm Sabine, die nach einem Aquaplaning-Dreher auf Rang vier zurückfiel, dieses Ergebnis aber sicher ins Ziel brachte.“, so das Team auf seiner Facebook-Fanseite.

Platz fünf für Walkenhorst MotorsportBestplatzierter BMW M6 GT3 – der des Teams Walkenhorst Motorsport powered by Dunlop mit Jörg Müller, Jesse Krohn und Victor Bouveng am Steuer – landete dieses Mal nur an Platz 5. Den schnellsten SP7-Porsche pilotierten Tim Scheerbarth und Alexander Toril Boquoi für das Team Black Falcon auf Rang sechs. Die Lokalmatadore des veranstaltenden MSC Adenau, „Alex Autumn“ und Christian Menzel, belegten im Gruppe H-Porsche 911 GT3 Cup von raceunion Teichmann Racing Platz sieben.

Rennleitung vertraute auf die Expertise der Fahrer

Starker Nebel am frühen Samstagmorgen führte zu einer deutlichen Verzögerung im Zeitplan des vierten VLN-Laufes. Das Zeittraining fand mit 70-minütiger Verspätung über die volle 90 Minuten-Dauer statt. Vor dem Rennen holte die Rennleitung die Expertise von Fahrern unterschiedlicher Klassen ein. Auf einer Informationsrunde überzeugten sich Rudi Adams, „Alex Autumn“, Christopher Brück, Rolf Derscheid, Dirk Groneck und Marcel Mannheller vom Zustand der Strecke und sprachen sich für einen Start aus. Die Rennleitung entschied schließlich, nach zwei gefahrenen Einführungsrunden um 13:17 Uhr die Ampel auf Grün umzuschalten.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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