Wir alle wissen, dass Jim Glickenhaus mit beiden Beinen auf dem Boden steht und seine Ideen und Visionen trotzdem immer vorantreibt. Der US-Amerikanische Multimillionär und Besitzer der Edelmanufaktur Scuderia Cameron Glickenhaus verwies heute auf seinen Social-Media-Kanälen auf einen Bericht über Syd Mead, einem Designer und Architekten der ihn schon in den 1960er Jahren inspirierte.

Mead entwarf damals schon Fahrzeuge die offensichtlich mit anderen Antriebsarten wie dem Verbrennermotor bewegt werden sollten. Den Bericht mit einigen Bildern findet ihr hier.

Jim Glickenhaus präsentierte heute eine Skizze hierzu schreibt er:

Skizze Jim Glickenhaus
Foto: Jim Glickenhaus

Konzept
Als ich 1964 die Weltausstellung besuchte und mir Syd Meads Visionen in der US Steel-Ausstellung ansah, war ich beeindruckt. Meine Reise hat mich zurückgebracht und wenn ich in unsere Zukunft schaue, denke ich über mehrere Dinge nach.

„E-Fuels“: Kraftstoffe, die aus Bioabfällen/Pflanzen synthetisiert werden, die im Grunde aus Wasser und Sonnenenergie wachsen. Die Formel 1 ist bereits auf dem Weg zu diesen Kraftstoffen. Alle Motorsportarten und der allgemeine Verkehr könnten sie nutzen und die Infrastruktur ist bereits vorhanden, um bestehende ICE-Flugzeuge (die getestet werden), Boote (der Seetransport ist sehr umweltschädlich), Langstrecken-LKWs und PKWs schnell zu betanken.

SCG-Race Boot
Foto: SCG / H1Media Shai Harahry

Wasserstoff-Brennstoffzellen: Sauber/effizient/keine Notwendigkeit für Batterien, die weniger effizient sind, Platz wegnehmen und viel wiegen. Wir erforschen Möglichkeiten, eine sichere, schnelle Betankungslösung zu schaffen, die in bestehenden Tankstellen untergebracht werden könnte (denken Sie daran, Ihren leeren Propan-Grilltank gegen einen vollen auszutauschen). Wir überlegen, unser Konzept zu testen, indem wir ein Brennstoffzellen-Rennboot für die Baja 1000 herstellen.

EV/Batterien: Als Zwischenschritt sehe ich Verbesserungen bei den Batterien, die die Reichweite erhöhen und die Ladezeit verkürzen werden, viele weitere und bessere Ladestationen, aber wegen der Vorteile der Brennstoffzelle sehe ich Batterie-EVs nicht als langfristige Lösung.

Jim Glickenhaus
Foto: M. Brückner

Ein Konzept beginnt mit einer Skizze. Es entwickelt sich weiter. Wird es zu einem realen Objekt werden? Wird es „E-Fuel“, Brennstoffzellen oder Batterien verwenden? Es ist zu früh, das zu sagen. Syd, Ihre Vision lebt in mir.

Die Scuderia Cameron Glickenhaus treibt weiter mit Hochdruck die Fertigstellung des ersten SCG 007h für den Roll-Out im Januar 2021 voran. Ebenso nimmt das Motorenkonzept bei Pipo Moteurs immer mehr Form an. Glickenhaus entschied sich für den reinen Verbrennermotor.

SCG 007C Engine LMH Pipo Moteurs
Foto: SCG / Pipo Moteurs

Über das Hybrid-System für das neue FIA-WEC Reglement sagte er vor wenigen Tagen: „Es sind seltsame Zeiten. Es herrscht ein Krieg gegen ICE-Autos. Einige Länder haben sie ab 2030 geächtet. Der Rennsport ist auf dem Weg zu falscher ökologischer Korrektheit. 40 PS aus einem speziellen LMDh-System, dessen Miete 350.000 Euro pro Jahr kostet, machen einen Rennwagen grün?“

SCG 007h Cockpit
Foto: Scuderia Cameron Glickenhaus

Er führte in Bezugnahme auf die Pressemitteilung, dass Porsche ab 2023 ein Hypercar bei den 24h Le Mans an den Start bringen möchte weiter aus: „Die Kosten für die Einhaltung der immer strengeren Vorschriften sind unvorstellbar hoch. Selbst ein Kleinstunternehmen wie unseres muss 100mm$ an Kosten aufbringen, um 300 Fahrzeuge pro Jahr auf den Markt zu bringen. Wir werden überleben, aber ich fürchte, dass nur sehr wenige in unsere Fußstapfen treten werden, so wie wir in die von Briggs, Carol und Jim getreten sind. Wenn Porsche das Gefühl hat, dass sie nicht mehr einen Le-Mans-Rennwagen der Spitzenklasse von Grund auf entwerfen, bauen und entwickeln müssen, um behaupten zu können, dass sie Le Mans gewonnen haben und es ihren Kunden egal ist, was dieser „Porsche“ wirklich ist, befinden wir uns in unbekannten Gewässern.“

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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