Ein herausforderndes Debüt für GRT auf dem Norisring wurde am Samstag mit einem weiteren Meisterschaftspunkt in der DTM-Saison 2022 belohnt. Das Team aus der Steiermark machte mit seinen vier Lamborghini Huracán GT3 EVO beim ersten Auftritt sogleich Bekanntschaft mit dem speziellen Charakter des legendären Stadtkurses in Nürnberg. Die Lamborghini-Werksfahrer Franck Perera und Mirko Bortolotti sorgten in den Qualifyings mit den Plätzen zwei und vier für eine vielversprechende Ausgangslage. In einem turbulenten Rennen setzte Clemens Schmid mit Position zehn die Punkteserie von Grasser Racing in der laufenden Saison fort.

Foto: Gruppe C Photography

Das Zeittraining wurde am Samstagmorgen in zwei Sessions gesplittet. Anhand der Platzierung in der Fahrerwertung teilten die Offiziellen das Feld ein, mit den ungeraden Positionen in Gruppe A und den geraden Positionen in Gruppe B. Im ersten Abschnitt nahmen Clemens Schmid, Alessio Deledda und Franck Perera den 2,3 Kilometer langen Norisring unter die Räder. Letzter lieferte mit Platz zwei in seiner Gruppe einen hervorragenden Einstand in der DTM ab, nachdem er am Donnerstag kurzfristig als Ersatzfahrer für Rolf Ineichen einberufen wurde. Clemens Schmid und Alessio Deledda belegten die Ränge acht und 14. In der zweiten Gruppe fuhr Mirko Bortolotti auf Platz vier.

Im kumulierten Ergebnis der beiden Zeittrainings bezog Franck Perera den vierten Startplatz. Mirko Bortolotti hingegen musste sich nach einem Formfehler im Parc Fermé am Ende des Grids einreihen. Clemens Schmid und Alessio Deledda gingen aus den Startreihen zehn und 13 in das erste Rennen. Bei Sommerwetter mit heißen Temperaturen um 30 Grad Celsius wurde der Norisring seinem Ruf als hart umkämpftes Pflaster am Nachmittag einmal mehr gerecht. Bereits in der ersten Kurve des Rennens kam es zu einer Kollision mehrerer Autos, durch die alle vier Fahrer von GRT zu Ausweichmanövern gezwungen wurden und viel Zeit verloren.

Der Zwischenfall zog die erste von vier Safety-Car-Phasen nach sich. Bis zum Fallen der Zielflagge mussten aufgrund der harten Gangart ganze 16 der insgesamt 27 Fahrer im Feld vorzeitig die Segel streichen, darunter auch Franck Perera, Mirko Bortolotti und Alessio Deledda. Nach der Distanz von 55 Minuten und einer Runde war Clemens Schmid der einzige im Rennen verbliebene GRT-Pilot. Mit Platz zehn eroberte der 31-Jährige aus Steinach am Brenner das zweite Punkteresultat seiner jungen DTM-Karriere. Der Rookie sorgte außerdem dafür, dass Grasser Racing im siebten Rennen in Folge der Sprung in die Top-10 gelang.

Am Sonntag findet das Rennwochenende der DTM auf dem Norisring für GRT seine Fortsetzung. Nach dem abermals zweiteiligen Qualifying findet um 13:30 Uhr der zweite Lauf statt. An diesem nimmt die Mannschaft von Teamchef Gottfried Grasser mit Mirko Bortolotti, Clemens Schmid und Alessio Deledda Teil. In Folge der im Samstagsrennen erlittenen Beschädigungen wird das Auto von Franck Perera nicht am Start sein.

Foto: Gruppe C Photography

Clemens Schmid (AUT)
#85 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Qualifying: P18 – Rennen: P10

Clemens Schmid: „Es war ein sehr schwieriges Rennen. Der Stil bei den Starts und in Zweikämpfen wurde dem hohen Niveau der DTM nicht gerecht. Erst nach dem letzten Restart ging es gesitteter zu, aber da war das Feld auch schon entsprechend dezimiert. Für uns war der Samstag absolute Schadensbegrenzung. Mein Auto hat in der ersten Runde schon sehr viel abbekommen und in die Top-10 zu fahren, war mehr als wir erwartet hatten. Wir sind einem Ausfall nur knapp entgangen und mit dem Punkt deshalb ziemlich zufrieden.“

Foto: Gruppe C Photography

Mirko Bortolotti (ITA)
#63 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Qualifying: P7 – Rennen: DNF

Mirko Bortolotti: „Obwohl es für uns ein Tag zum Vergessen war, ist es das Wichtigste, dass Maro Engel in Ordnung ist. Unser Zweikampf hatte heute nicht den Ausgang, den wir uns beide und vor allem auch ich mir selbst zum Ziel gesetzt hatten. Wir fahren fast jedes Wochenende auf engstem Raum gegeneinander, manchmal hat der eine die Nase vorne und manchmal der andere. Es ist für uns alle bedauernswert, dass es heute so ausgegangen ist. Ich bin mir sicher, dass wir beide daraus lernen können. Wir müssen jetzt nach vorne schauen und versuchen, am Sonntag das bestmögliche Ergebnis zu holen.“

Franck Perera (FRA)
#19 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Qualifying: P4 – Rennen: DNF

Franck Perera: „Zunächst habe ich mich über das Qualifying natürlich sehr gefreut. Wir dürfen stolz auf das sein, was wir in der kurzen Zeit erreicht haben. Auf Anhieb an der Spitze zu kämpfen und zu zeigen, was wir leisten können, war ein sehr gutes Gefühl. Das Rennen war dafür sehr ernüchternd. Es ist am Start immer schwierig, einen Schuldigen auszumachen, aber ich wurde von hinten angeschoben und hatte keine Chance. Meiner Ansicht nach wurde zu rücksichtslos gefahren und die Rennleitung sollte hier aktiv werden, um für Ordnung zu sorgen. Ein Rennen wie dieses muss Konsequenzen haben. Für mich persönlich ist es sehr schade, dass ich am Sonntag nicht fahren kann. Ich danke GRT und Lamborghini Squadra Corse für ihr Vertrauen und die Chance in der DTM an diesem Wochenende.“

Alessio Deledda (ITA)
#6 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Qualifying: P26 – Rennen: DNF

Alessio Deledda: „Das Rennen war von Anfang an sehr chaotisch. Ich wurde schon in der ersten Kurve von hinten torpediert. Es ging danach mit unverminderter Härte weiter und ich fand mich im Zweikampf mit einem anderen Auto wieder. Wir haben uns mehrfach gegenseitig überholt. Als ich vor Turn eins sehr dicht hinter ihm war, hat er sehr früh gebremst und ich konnte nicht mehr ausweichen. Ich habe ihn berührt und leider wurde auch Franck in den Unfall verwickelt. Die gesamte Situation war wirklich unglücklich und der Ausgang des Rennens sehr frustrierend. Der Sonntag kann nur besser werden.“

Gottfried Grasser, Teamchef von GRT: „Es war mit Abstand unser bisher härtester Tag in der DTM. Das Qualifying hat uns zunächst sehr optimistisch gestimmt. Vor allem die Performance von Franck. Er ist hier so kurzfristig für Rolf eingesprungen und war sofort vorne dabei. In einer der stärksten Rennserien der Welt aus dem Stand so abzuliefern, davor kann man nur den Hut ziehen. Clemens wieder in den Punkten zu sehen, war natürlich auch sehr positiv und etwas, worüber wir uns alle freuen. Auf der anderen Seite haben wir ein sehr chaotisches Rennen erlebt. Es wurde sehr aggressiv gefahren und ich wünsche mir, dass die DTM hier aktiv wird. Natürlich müssen auch wir mit unseren Fahrern darüber sprechen, aber letztendlich müssen die Teams und die Rennserie zusammen eine Lösung finden. Was heute passiert ist, war sehr kostspielig und betrifft uns alle. Ich hoffe sehr, dass sich das am Sonntag nicht auf diese Weise wiederholt.“

Quelle: Pressemitteilung GRT Grasser Racing Team

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