Mit einem Novum startet die ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft in die neue Saison: In Diriyah (Saudi-Arabien) werden am 26./27. Februar zwei Nachtrennen ausgetragen, die ersten in der Geschichte der innovativen Elektrorennserie. Das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team reist mit guten Erinnerungen zu den Auftaktrennen. Im November 2019 hat es auf dem Stadtkurs unweit von Riad sein erfolgreiches Formel-E-Debüt gefeiert, als André Lotterer mit dem Porsche 99X Electric Zweiter wurde. Pascal Wehrlein, sein neuer Teamkollege, bestreitet in Diriyah sein erstes Rennen als Porsche-Werksfahrer. Der Saisonstart der Formel E war ursprünglich für Januar in Santiago de Chile vorgesehen, wurde aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben und nach Saudi-Arabien verlegt.

Motorsport, Porsche 99X Electric 2020 Test
Foto: Porsche AG / Hoch Zwei

Porsche geht mit einem klaren Bekenntnis zur Formel E in seine zweite Saison. Der Sportwagenhersteller nutzt den rein elektrischen Formel-Sport für eine konsequente Entwicklungsarbeit und den Ausbau seiner Kompetenzen im Bereich batterie-elektrische Antriebe. Nach der erfolgreichen Debütsaison des Porsche 99X Electric haben die Ingenieure in Weissach umfangreiche Weiterentwicklungen am Antriebsstrang umgesetzt. Auch das Team wurde neu aufgestellt: Martin Füchtner hat die Rolle des Technischen Projektleiters Formel E übernommen. Malte Huneke, der diese Position seit Beginn des Porsche Formel-E-Programms bekleidete, verantwortet jetzt die Gesamtfahrzeugentwicklung aller Rennfahrzeuge von Porsche Motorsport.

Mit zwölf Teams und 24 Fahrern ist die ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft auch in der Saison 7 stark besetzt. Insgesamt sind zehn Automobilhersteller vertreten, so viele wie in keiner anderen weltweiten Rennserie.

Fragen und Antworten zum Diriyah E-Prix an Amiel Lindesay, Einsatzleiter Formel E und die Fahrer

Das Warten auf den Saisonauftakt war eine Geduldsprobe. Wie sehr sehnen du und dein Team den Start in Diriyah herbei?

Foto: Porsche AG / Hoch Zwei

„Wir können kaum erwarten, bis es nach der langen Pause endlich losgeht. Der Start einer neuen Saison ist immer aufregend, vor allem für uns. Wir sind diesmal viel besser vorbereitet und gehen auch mit größeren Erwartungen an den Start als in der Vorsaison. Die war, bedingt durch die Pandemie, sehr kurz. Für uns als Rookie-Team war das im vergangenen Jahr ein großes Handikap, weil uns durch die ausgefallenen Rennen wichtige Streckenerfahrungen verlorengegangen sind. Jetzt hoffen wir alle auf eine komplette und für uns erfolgreiche Saison 2021.“

Wie schwierig war es in den letzten Wochen und Monaten, die Motivation des Teams hochzuhalten – und wie wichtig ist ein erfolgreicher Saisonstart?

„Das war schon eine Herausforderung. Wir sind ein Rennteam und wollen Rennen fahren. Der Lockdown war – trotz aller virtuellen Möglichkeiten, die wir für die Weiterentwicklung des Porsche 99X Electric nutzen konnten – ein tiefer Einschnitt. Dazu kam dann noch die Absage des Saisonauftakts in Chile. Doch wir sind es gewohnt, auf neue Entwicklungen schnell zu reagieren. Flexibilität ist unser Alltag. Der Teamspirit und der Zusammenhalt waren immer da, und deshalb gehen wir hochmotiviert ins Jahr 2021. Ein erfolgreicher Saisonstart hilft natürlich. Viel wichtiger ist jedoch, mit einem perfekt vorbereiteten Auto an den Start zu gehen und immer 100 Prozent Leistung abzuliefern. Daran haben wir in den vergangenen Monaten gearbeitet. Der Rest kommt von allein.“

Was ist jetzt anders als beim Formel-E-Einstieg vor einem Jahr, und mit welchen Zielen gehst du in die zweite Saison?

„Unsere Rookiesaison war wie eine Achterbahn. Uns hat ganz einfach die nötige Konstanz gefehlt, die du brauchst, um am Ende weit vorn zu sein. Im ersten Jahr ist das aber ganz normal. Jetzt müssen wir den nächsten Schritt gehen. Mit den Erfahrungen aus unserer Debütsaison können wir uns jetzt auf die Performance auf der Strecke konzentrieren und darauf, unser Auto schneller zu machen. Wenn uns das gelingt, erreichen wir auch unsere Ziele: Wir wollen Rennen gewinnen und Weltmeister werden.“

In deine erste Formel-E-Saison mit Porsche bist du mit einem zweiten Platz in Diriyah gestartet. Was ist für dich diesmal die große Herausforderung?

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Foto: Porsche AG / Hoch Zwei

André Lotterer, Porsche-Werksfahrer (#36): „Die Formel E ist eine sehr schwierige Meisterschaft. Um Erfolg zu haben, muss alles passen. Du musst dich möglichst weit vorne qualifizieren, problemlos durchs Rennen kommen und beim Energiemanagement eine gute Strategie haben. Außerdem brauchst du eine gute Balance im Auto. Die große Herausforderung für uns wird sein, auf alle Situationen gut vorbereitet zu sein, um – falls mal etwas nicht nach Plan läuft – schnell reagieren zu können. Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Wir sind als Team mit den Aufgaben gewachsen und haben im Vergleich zur Vorsaison große Entwicklungsschritte gemacht. Doch das müssen wir jetzt auch abrufen, und zwar immer dann, wenn es darauf ankommt.“

Haben sich dadurch auch die Saisonziele geändert?

„Wir haben von allen Teams die steilste Lernkurve. Da kann man schon eine gute Performance erwarten. In unserer Rookiesaison haben wir viel gelernt. Auch bei unseren Testfahrten haben wir gesehen, dass unsere Ingenieure bei der Weiterentwicklung des Porsche 99X Electric einen tollen Job gemacht haben. Dadurch hat sich natürlich auch unsere Zielsetzung geändert. In unserer ersten Saison wollten wir Podiumsplätze. Die haben wir erreicht. Jetzt wollen wir Siege. Natürlich ist der Druck dadurch größer, doch ich bin sicher, den halten wir aus.“

Nach der Absage des Saisonauftakts in Santiago de Chile hattest du plötzlich viel Freizeit. Wie hast du sie genutzt?

„Das war eine unerwartete Planänderung. Doch ich habe mich der neuen Situation schnell angepasst. Ich habe mein Sportprogramm optimiert und um weitere Einheiten ergänzt. So habe ich zum Beispiel mit Kickboxen angefangen. Außerdem war ich zusätzlich im Simulator.“

Für dich war die Rennpause besonders lang. Wie sehr freust du dich auf den Saisonstart?

TAG Heuer Porsche Formel-E-Team Pascal Wehrlein
Foto: Porsche AG

Pascal Wehrlein, Porsche-Werksfahrer (#99): „Ich kann es kaum erwarten. Die Pause war für mich extrem lang, schließlich bin ich mein letztes Rennen fast genau vor einem Jahr in Marrakesch gefahren. Natürlich haben wir zwischendurch getestet und dabei gute Fortschritte gemacht. Doch das ersetzt keine Rennen. Jeder im Team brennt darauf, die bei den Tests gewonnenen Erkenntnisse im Rennen umzusetzen. Ich hoffe auf einen erfolgreichen Saisonstart in Diriyah und darauf, dass der Rest der Saison wie geplant über die Bühne geht.“

In Diriyah fährst du dein erstes Rennen für Porsche. Ist das für dich etwas Besonderes und was ist in dieser Saison möglich?

„Das ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Porsche ist schließlich einer der erfolgreichsten Automobilhersteller im Motorsport. Für mich ist es eine Ehre und große Motivation, Teil der Porsche-Motorsport-Familie zu sein. Ich kenne die Formel E inzwischen recht gut und weiß, worauf es in dieser Rennserie ankommt. In der Vorbereitung auf die neue Saison haben wir ausgiebig getestet und sind dadurch gut gerüstet für die Herausforderungen, die auf uns warten. Wir haben alles, um Rennen zu gewinnen. Und genau das ist unser Ziel.“

Sind Nachtrennen eine besondere Herausforderung?

„Ich fahre sehr gerne in der Nacht. Das ist eine ganz besondere Atmosphäre. Alles kommt einem viel schneller vor. Die Strecke wird hell erleuchtet sein. Trotzdem musst du dich als Fahrer sehr konzentrieren, weil dein Sichtfeld kleiner ist und du deine Referenzpunkte schlechter erkennst. Wenigstens wird man nicht von der Sonne geblendet.“

Die Strecke

Motorsport, Porsche 99X Electric 2020 Test
Foto: Porsche AG / Hoch Zwei

Der Diriyah E-Prix wird auf einem 2,494 Kilometer langen Stadtkurs mit 21 Kurven ausgetragen, der durch alte Festungsanlagen und vorbei an traditionellen Lehmbauten führt. „Das ist eine echte Fahrerstrecke, sehr anspruchsvoll“, sagt André Lotterer, dem vor allem gefällt, dass es nicht so viele 90-Grad-Kurven und Haarnadeln gibt wie auf den meisten anderen Formel-E-Kursen. „In den ersten 14 Kurven geht es nur links, rechts, bergauf, bergab, schnell, langsam. Als Fahrer hast du gar keine Zeit, auf die Energie zu achten. Erst nach Kurve 14 kannst du mal aufs Lenkrad schauen.“ Auf was es vor allem ankommt? „Die Schwierigkeit ist, dein Auto so einzustellen, dass es in verschiedenen Situationen gut funktioniert. Es ist auch nicht einfach, einen guten Rhythmus zu finden. Und falls der Wüstenwind Sand auf die Strecke weht, kann es sehr rutschig sein.“

Live im TV und Internet

Motorsport, Porsche 99X Electric 2020 Test
Foto: Porsche AG / Hoch Zwei

Das sind die Übertragungszeiten im TV und als Livestream im Internet vom Formel-E-Saisonauftakt in Diriyah:

Freitag, 26.2. – 13.45 Uhr, NewsTV.Porsche.de und ran.de: Qualifying 1. Rennen live
Freitag, 26.2. – 17.30 Uhr, ProSieben Maxx, NewsTV.Porsche.de und ran.de: 1. Rennen live
Samstag, 27.2. – 13.45 Uhr, ran.de: Qualifying 2. Rennen live
Samstag, 27.2. – 17.00 Uhr, Sat.1 und ran.de: 2. Rennen live

Der Porsche 99X Electric

Mit dem Porsche 99X Electric kehrte Porsche 2019 nach mehr als 30 Jahren in den Formel-Sport zurück und feierte mit dem zweiten Platz beim Auftaktrennen im saudi-arabischen Diriyah ein erfolgreiches Debüt. Der Elektrorennwagen mit dem Porsche E-Performance Powertrain, dem in Weissach entwickelten Antriebsstrang, dient zugleich als Entwicklungsträger für Elektro-Serienfahrzeuge des Sportwagenherstellers. So kommt beispielsweise die in der Formel E verwendete 800-Volt-Technologie auch beim Taycan zum Einsatz, dem ersten vollelektrischen Seriensportwagen von Porsche. Energiemanagement und -effizienz sind sowohl in der Formel E als auch in der Serienentwicklung wichtige Erfolgsfaktoren. Die maximale Leistung des 99X Electric beträgt 250 kW (340 PS) im Qualimodus und 200 kW (270 PS) im normalen Rennmodus. Sie kann im Attackmodus auf 235 kW (320 PS) und mit dem Fanboost auf 250 kW (340 PS) gesteigert werden. Die maximale Rekuperation beträgt 250 kW, die nutzbare Batteriekapazität 52 Kilowattstunden.

Die Formel E

Foto: Porsche AG / Hoch Zwei

Die Formel E ist die erste vollelektrische Rennserien der Welt und bringt seit 2014 spannenden Motorsport zu den Menschen in den Metropolen. Als Beschleuniger für innovative und nachhaltige Mobilitätstechnologien fördert sie gleichzeitig die weltweite Akzeptanz von Elektrofahrzeugen mit dem Ziel, dem Klimawandel entgegenzuwirken. Das Format ist kompakt: Training, Qualifying und Rennen finden an einem Tag statt. Ein Rennen dauert 45 Minuten plus eine Runde. In der Formel E, in der in dieser Saison erstmals ein Fahrer- und Team-Weltmeister gekürt wird, sind mehr Automobilhersteller am Start als in jeder anderen Rennserie. Entsprechend interessant und hart umkämpft sind die Rennen. Mit dem Porsche 99X Electric bestreitet das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team 2021 seine zweite Saison.

Die Rennen 2021*

Acht Rennen stehen im vorläufigen Kalender der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft für das erste Halbjahr 2021.

Rennen 1 – 26. Februar: Diriyah (Saudi-Arabien)
Rennen 2 – 27. Februar: Diriyah (Saudi-Arabien)
Rennen 3 – 10. April: Rom (Italien)
Rennen 4 – 24. April: Valencia (Spanien)
Rennen 5 – 8. Mai: Monaco (Monaco)
Rennen 6 – 22. Mai: Marrakesch (Marokko)
Rennen 7 – 5. Juni: Santiago de Chile (Chile)
Rennen 8 – 6. Juni: Santiago de Chile (Chile)

Die restlichen Renntermine 2021 will die ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft im Frühjahr bekanntgeben.

* Änderungen vorbehalten

Quelle: Pressemitteilung Porsche

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