Turbulenter Samstag für GRT bei der fünften Station der DTM 2022 auf dem Nürburgring. Das erste der beiden Rennen auf dem Traditionskurs in der Eifel hielt für das Lamborghini-Team nicht den verdienten Lohnt bereit. Mirko Bortolotti fuhr hinter dem Steuer des Lamborghini Huracán GT3 EVO zum dritten Mal in dieser Saison die schnellste Runde des Rennens. Die Zielflagge sah der Lamborghini-Werksfahrer nach einem Kontakt im Kampf um den Sieg jedoch nicht. Clemens Schmid fuhr von der 19. Startposition auf Rang zwölf vor und war damit der bestplatzierte GRT-Pilot. Rolf Ineichen und Alessio Deledda belegten die Plätze 18 und 20.

Foto: Rebekka Winter / Ring-Race-Shoot

Der Renntag begann für die Crew von Teamchef Gottfried Grasser mit den für die Eifel typischen Wetterkapriolen. Dichter Nebel bei rund 13 Grad Celsius Außentemperatur hatte das Areal rund um den 3,629 Kilometer langen Sprintkurs des Nürburgrings fest im Griff. Nachdem das Qualifying aufgrund der widrigen Bedingungen abgesagt werden musste, ging das Rennen mit knapp vier Stunden Verspätung über die Bühne. Die Startaufstellung für den Lauf über eine Distanz von 55 Minuten plus eine Runde wurde anhand der Gesamtwertung ermittelt. Mirko Bortolotti ging als Meisterschaftsführender von der Pole Position ins Rennen. Clemens Schmid, Rolf Ineichen und Alessio Deledda standen in den Reihen 10, 13 und 14.

Foto: Rebekka Winter / Ring-Race-Shoot

Zum Zeitpunkt des Starts um 17:15 Uhr Ortszeit war die Strecke immer noch feucht. Mirko Bortolotti musste die Slicks bei diesen kniffligen Bedingungen zunächst ins Arbeitsfenster bringen und verlor in der ersten Runde eine Position. Im Verlauf des ersten Stints erhöhte er kontinuierlich den Druck auf den in Führung liegenden Felipe Fraga. Der Kommandostand von GRT entschied sich für die richtige Strategie, sodass der 32-jährige Italiener nach dem Boxenstopp in der 21. Runde kurzzeitig die Führung vom Brasilianer übernahm. Er brauchte erneut einige Umläufe, um Temperatur in den Reifen zu fahren. Danach holte er mit der schnellsten Runde wieder in großen Schritten auf Fraga auf. In Runde 28 kam es zu einem Kontakt, der das Rennen für beide Piloten vorzeitig beendete.

Clemens Schmid zeigte im Lamborghini Huracán GT3 EVO am Samstag ebenfalls eine starke Pace. Der 32-jährige Tiroler hatte am Freitag mit dem dritten Platz im ersten Training bereits ein Ausrufezeichen gesetzt und knüpfte im Rennen nahtlos an die starke Vorstellung an. In der hektischen Anfangsphase des Rennens fiel er zwar auf den 22. Platz zurück, durch einen langen ersten Stint und die sechstschnellste Rennrunde kämpfte er sich aber wieder bis auf die zwölfte Position zurück. Nach seiner Aufholjagd über zehn Positionen verpasste er die Punkteränge damit nur knapp.

Rolf Ineichen hatte am Norisring im Juli krankheitsbedingt pausieren müssen und kehrte auf dem Nürburgring ins Cockpit seines Lamborghini Huracán GT3 EVO mit der Startnummer 19 zurück. Nach zwei 13. Plätzen in den Trainings verpasste auch der 44-jährige Schweizer durch die Absage des Zeittrainings die Chance, sich nach guten Trainings eine bessere Ausgangslage für den Lauf zu verdienen. Im Rennen ging es auch für ihn nach vorne. Innerhalb der ersten fünf Runden machte er sechs Plätze gut und sah die Zielflagge schlussendlich als 18.

Im Lamborghini Huracán GT3 EVO mit der Startnummer 6 verzeichnete Alessio Deledda auf dem Nürburgring ein weiteres persönliches Erfolgserlebnis. Der 27-jährige GT3-Rookie hatte in den Trainings erneut Fortschritte gemacht und ließ sich von den widrigen Bedingungen am Samstag nicht aus der Bahn werfen. Vom 27. Startplatz aus meisterte er die heikle Anfangsphase souverän und kam im Rennverlauf immer besser zurecht. Im Klassement der schnellsten Rennrunden belegte er so den 15. Platz unter den 28 Teilnehmer.

Foto: Rebekka Winter / Ring-Race-Shoot

Mirko Bortolotti (ITA)
#63 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Grid: P1 – Rennen: DNF

Mirko Bortolotti: „Ich habe in der letzten Kurve einen Fehler gemacht, als ich Felipe überholen wollte. Es war innen noch etwas nass und ich konnte die Linie nicht halten. Der Ausgang des Rennens ist für mich sehr enttäuschend. Was passiert ist, tut mir für mein Team und für Felipe sehr leid. Es war ein schlechter Tag, zu dem es nicht mehr zu sagen gibt.“

Foto: Rebekka Winter / Ring-Race-Shoot

Rolf Ineichen (SUI)
#19 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Grid: P25 – Rennen: P18

Rolf Ineichen: „Es ist immer schwierig, von so weit hinten zu ins Rennen zu gehen. Ich hatte trotzdem einen guten Start und wir haben uns dann für einen frühen Boxenstopp entschieden, um aus dem Verkehr zu kommen. Leider war der Zeitpunkt etwas zu früh. Die Strecke war noch nicht trocken genug und wir haben einige Positionen verloren. Ich befand mich in der Folge hinter Maro Engel, kam aber nicht in eine Position, ihn anzugreifen. Das Auto war sehr gut und es wäre sicher mehr gegangen. Am Sonntag möchten wir das Potential umsetzen.“

Clemens Schmid (AUT)
#85 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Grid: P19 – Rennen: P12

Clemens Schmid: „Für uns war es ein großer Nachteil, dass kein Qualifying stattfand. Wir hatten in den Trainings eine gute Pace und hätten aus eigener Kraft sicher eine bessere Ausgangslage erreichen können. Die ersten Runde des Rennens liefen nicht für mich. Am Start hat ein Konkurrent mit einem übermotivierten Manöver für etwas Chaos gesorgt, das mich einige Positionen gekostet hat. Ich wurde danach mehrmals eingeklemmt und befand mich durch die Zweikämpfe oft auf der nassen Linie, wodurch keine Temperaturen und kein Druck in die Reifen kam. In freier Fahrt waren wir später schnell unterwegs und die Pace hätte sicher für Punkte gereicht, weshalb wir mit Platz zwölf nicht zufrieden sein können. Das Auto war wirklich super. Danke an das gesamte Team für die fantastische Arbeit.“

Foto: Rebekka Winter / Ring-Race-Shoot

Alessio Deledda (ITA)
#6 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Grud: P27 – Rennen: P20

Alessio Deledda: „Die Bedingungen waren extrem schwierig. Für mich war es das erste Rennen auf dem Nürburgring und das Zeittraining hat mir definitiv gefehlt. In der Anfangsphase fiel es mir mit den Slicks auf der noch nassen Strecke nicht leicht, meinen Rhythmus zu finden. Ich verlor etwas den Anschluss, kam als es abtrocknete aber immer besser in Fahrt. Das Selbstvertrauen wuchs und meine Rundenzeiten wurden schneller. Ich bin mit meiner persönlichen schnellsten Runde und der Rennpace gegen Ende sehr zufrieden. Ich freue mich auf den zweiten Lauf.“

Gottfried Grasser, Teamchef von GRT: „Es war ein schwieriger Tag, an dem wir deutlich mehr hätten herausholen müssen. Mirko hat im Kampf um den Sieg eine Lücke gesehen und es an einer Stelle versucht, wo es teilweise noch feucht war, was zur Kollision geführt hat. Diesen Ausgang hat er selbst sicher am allerwenigstens gewollt, doch es ist leider passiert. Abgesehen davon hat das Team wieder ausgezeichnete Arbeit geleistet. Unsere Autos waren allesamt schnell unterwegs. Clemens ist sehr stark zurückgekommen und Alessio hat wieder tolle Fortschritte gemacht. Er war mit seinen Rundenzeiten voll auf dem Level des Mittelfelds. Rolf wiederum hatte etwas Pech mit dem Timing des Boxenstopps. Was die Resultate anbelangt, war es definitiv nicht unser Tag. Aber das Wichtigste ist, in so einer Situation den Blick nach vorne zu richten und sich auf die eigenen Stärken zu fokussieren. Wir haben noch sieben Rennen, in denen wir es besser machen können.“

Quelle: Pressemitteilung GRT Grasser Racing Team

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