Prominente Verstärkung für die Real-World Pros in der VCO ProSIM SERIES. Formel-3-Pilotin Sophia Flörsch feiert am Mittwoch (ab 20.00 Uhr LIVE auf YouTube) beim dritten Event der Rennserie der Virtual Competition Organisation (VCO) ihr Debüt an der Seite von SiFaT Performance Pilot Jan Wenninger. Im Interview spricht die 20-Jährige über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der virtuellen und echten Rennwelt und erklärt, warum der Spaß beim Esports Racing nie auf der Strecke bleibt.

Sophia, knapp eine Viertelmillion Menschen haben sich auf deinem YouTube-Kanal das Video angeschaut, in dem du deinen neuen Home-Simulator vorstellst. Hast du dieses riesige Interesse erwartet oder wurde dir durch das Video erst nochmal bewusst, wie groß Esports Racing mittlerweile ist?

Sophia Flörsch
Foto: Facebook-Seite Sophia Flörsch

Sophia Flörsch: Ich habe schon erwartet, dass die Nachfrage sehr groß sein würde. Während des Lockdowns im Frühling war fast jeder zu Hause und hat Esports-Rennen verfolgt. Wer nicht selber im Simulator saß, hat sich die Livestreams auf YouTube angeschaut. Obwohl man auch Fahrer sieht, die, anders als ich, ihre Rennen selber via Twitch streamen, wissen viele nicht, welche Hardware dahintersteckt und wie genau ein Simulator aufgebaut ist. Aus diesem Grund, und weil die Nachfrage nach einem solchen Video so groß war, haben wir uns entschlossen, meinen Simulator genau vorzustellen. Die Klickzahlen zeigen, dass es für die meisten wirklich interessant war.

Real-World Pros nutzen Simulatoren häufig, um sich auf ihre Rennen im echten Leben vorzubereiten. Aber ist Esports Racing im Jahr 2020 für viele vielleicht schon mehr geworden als „nur“ Vorbereitung?

Das bleiben zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Esports Racing ist keine echte Vorbereitung auf ein Rennen im wahren Leben. Wenn ich an Esports-Rennen teilnehme, dann in der Regel in Autos, die ich nicht in der realen Welt fahre. Bei den meisten Rennfahrern ist das ähnlich. Allerdings hilft Esports Racing durchaus dabei, Rennsituationen zu erkennen und ein Gefühl für die erste Kurve und die erste Rennrunde zu bekommen. Auch die „eine perfekte Runde fürs Quali“ kann man lernen. Man verinnerlicht den Rhythmus einer Rennstrecke. Außerhalb des Esports Racing werden High-Performance-Simulatoren aber natürlich als Vorbereitung für echte Rennen genutzt, wenn Auto und Strecke auf der Plattform zur Verfügung stehen.

Es ist schwierig für Real-World Pros, gegen die echten Esports Racer zu gewinnen. Wie wichtig ist dir der Spaßfaktor?

VCO ProSIM SERIES
Foto: VCO

Sehr wichtig. Die meisten Rennen fahre ich vor allem, weil es Spaß macht. Es ist für uns Real-World Pros teilweise auch lustig. Man weiß in manchen Kurven: Eigentlich geht hier nichts, aber ich halte trotzdem jetzt rein. Wenn es schief geht, steigt man aus seinem Simulator aus, und alles ist gut. Ich glaube, das ist einer der Gründe, warum so viele Real-World Pros beim Esports Racing dabei sind. Es macht einfach unglaublich viel Spaß. Aber natürlich sind die Esports Racer teilweise eine Liga für sich. Es ist wirklich der Wahnsinn, viele sitzen fast ununterbrochen im Simulator und sind einfach unglaublich schnell. Da fragt man sich schon manchmal, wie sie es schaffen, nochmal eine Sekunde rauszuholen, wenn man selbst das Gefühl hat, am Limit zu fahren. Das zeigt uns natürlich, wie viel Luft nach oben noch ist. Umgekehrt wäre das aber natürlich genauso der Fall.

Wenn die „Race Experience“ im echten Leben bei 100 Prozent liegt – wo liegt für dich das Esports Racing aktuell und welches Potenzial siehst du für die Zukunft?

Das hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Plattform, auf der gefahren wird. iRacing ist für mich, und ich glaube für viele andere auch, die beste Plattform.

Dann nehmen wir iRacing als Vergleichs-Plattform.

VCO ProSIM SERIES
Foto: VCO

Dann sind die Ähnlichkeiten, was das Racing angeht, sehr groß. Trotzdem ist es schwierig, diese beiden Welten miteinander zu vergleichen. Im echten Leben kommen einfach noch viele Faktoren hinzu, die sich nicht simulieren lassen. Ein Beispiel ist die Strecken-Evolution, beispielsweise zwischen dem ersten und dem zweiten Freien Training in der Formel 1, oder unterschiedliche Set-ups. Wenn es im Esports Racing ein fixes Set-up gibt, dann sind die Bedingungen für alle gleich. Im echten Leben aber sind die Schwankungen groß. Auch das Überholen ist in der virtuellen Welt insgesamt etwas leichter, der Fun-Faktor aber auch etwas größer.

Du nennst zu Hause einen Motion-Simulator dein Eigen. Wie groß ist der Unterschied zu Simulatoren, die dir kein direktes Feedback von der virtuellen Strecke geben?

Mein Simulator ist wirklich extrem gut, und wir haben viele Stunden investiert, um es so real wie möglich zu machen. Um ein Rennwochenende und eine neue Strecke vorzubereiten, ist mein Simulator wirklich top. Ich habe aber während des Lockdowns im Frühjahr festgestellt, dass man nicht zwingend einen hochklassigen Simulator benötigt, um vorne mitzufahren. Viele Esports Racer fahren mit einem einfachen Konsolen-Lenkrad. Je leichter der Aufbau ist, desto besser ist es auch insgesamt. Wenn ich für die Formel 3 trainiere, nutze ich auch meine VR-Brille. Wir haben meinen Simulator auch etwas zurückgebaut, und ich nutze außerdem jetzt ein Lenkrad, das leichter zu bedienen und auf unterschiedliche Autos abzustimmen ist.

Was nimmst du dir für deinen ersten Start bei der VCO ProSIM SERIES vor?

VCO ProSIM SERIES
Foto: VCO

Bei 44 Fahrern auf der Strecke ist Ankommen erstmal das Allerwichtigste. Ich mag an der VCO ProSIM SERIES, dass wir uns mit den Esports Racern ein Auto teilen, einen Pit Stop machen müssen und die Strecke im Vorfeld nicht bekannt ist. Das sind spannende Faktoren. Es wird mein erstes Esports-Rennen seit dem letzten Lockdown, und ich habe mir erstmal vorgenommen, die erste Runde zu überstehen und anzukommen. Dann schauen wir mal weiter. Ich freue mich sehr drauf!

Du fährst im SiFaT-Auto an der Seite von Jan Wenninger. Bereitet ihr euch gemeinsam vor?

Wir sind tagtäglich im Kontakt und haben schon auf der einen oder anderen Strecke zusammen trainiert. Er gibt mir echt gute Tipps, und ich bin froh, Jan als Teamkollegen zu haben. Kommunikation und Austausch sind sehr wichtig. Wir sind schon ein gutes Team.

VCO ProSIM SERIES Rennkalender:

18. November, 25. November, 16. Dezember, 2. Januar, 20. Januar, 10. Februar, 3. März, 31. März (Änderungen möglich)

rFactor 2 GT Pro Series powered by VCO
Foto: VCO

Zeitplan VCO ProSIM SERIES, Runde 3 (alle Zeiten MEZ)

20:00 Uhr Start der Übertragung
20:05-20:15 Uhr Fun Race – Qualifying
20:20-20:40 Uhr Fun Race
20:50-21:00 Uhr Championship Race – Qualifying
21:10-21:50 Uhr Championship Race
22:00 Uhr Ende der Übertragung

Quelle: Pressemitteilung VCO

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