Die Kundenteams von Porsche starten mit großen Zielen in den Saisonauftakt der IMSA WeatherTech SportsCar Championship. Insgesamt sieben Porsche 911 GT3 R gehen beim traditionsreichen 24-Stunden-Rennen in Daytona an den Start. Bei den offiziellen Testfahrten, dem sogenannten „Roar Before the 24“ am vergangenen Wochenende, haben die Teams gemeinsam mit den Ingenieuren von Porsche eine gute Abstimmung und vielversprechende Startpositionen für die über 500 PS starken Fahrzeuge erarbeitet. Die Erwartungen an den Langstreckenklassiker im US-Bundesstaat Florida sind entsprechend hoch.

Neue Klassenstruktur rückt den Porsche 911 GT3 R in den Fokus

Foto: Porsche AG

Zur Saison 2022 haben die Veranstalter der nordamerikanischen Sportwagen-Rennserie eine neue Klassenstruktur aufgesetzt. Die bisherige GTLM-Kategorie, in der der Porsche 911 RSR in den zurückliegenden Jahren unzählige Erfolge einfuhr, gibt es fortan nicht mehr. An ihre Stelle rückt die neue GTD-Pro-Klasse. Dort starten GT3-Fahrzeuge nach dem technischen Regelwerk der FIA – unter anderem auch der Porsche 911 GT3 R. In dieser Kategorie dürfen sich reine Profirennfahrer ein Auto teilen. Die GTD-Klasse indes bleibt bei der bisherigen Regelung: In jedem Rennen muss mindestens ein Amateur an Bord sein, bei den 24 Stunden von Daytona sogar zwei. Das kanadische Kundenteam Pfaff Motorsports hatte diese Wertungsklasse 2021 gewonnen und steigt zur neuen Saison in die GTD-Pro-Kategorie auf.

Das Rennen und die Strecke

Foto: Porsche AG

Der 1959 eröffnete Daytona International Speedway in Florida unterscheidet sich von anderen Strecken unter anderem durch seine stark überhöhten Kurven: Der Neigungswinkel in den Oval-Passagen des 5,73 Kilometer langen Kurses beträgt bis zu 31 Grad. Dies erfordert eine besondere Fahrzeugabstimmung. Porsche ist in Daytona der mit Abstand erfolgreichste Hersteller. Der Stuttgarter Automobilbauer konnte bereits 18 Gesamterfolge als Konstrukteur sowie vier als Motorenpartner erzielen. Weitere 78 Klassensiege vervollständigen die Erfolgsbilanz. Der Klassiker auf der Kombination von Tri-Oval und Straßenkurs im Infield wird bereits seit 1966 ausgetragen.

„In Daytona starten insgesamt 35 GT-Fahrzeuge: Das ist eine beeindruckende Zahl“, erklärt Sebastian Golz, Projektleiter Porsche 911 GT3 R. „Es wird sehr spannend zu sehen, wie sich das neue Reglement und die Klassen entwickeln. Wir konnten mit unseren sieben Kundenteams und Fahrzeugen in der GTD-Pro- und GTD-Klasse wirklich starke Kombinationen realisieren. Der Grundspeed und das Doppelpodium im Qualifyingrennen zeigen, dass wir eine solide Basis beim ‚Roar Before the 24‘ schaffen konnten, auf die wir nun weiter aufbauen werden.“

Sebastian Golz (Projektleiter Porsche 911 GT3 R)
Foto: Porsche AG

„Neu und interessant wird der Umgang mit dem Reifendruck“, ergänzt Golz im Hinblick auf die veränderten Regeln zur Saison 2022. „Der Mindestdruck, der eingehalten werden muss, bedeutet eine neue Herausforderung für die Ingenieure. Die Performance steigt je niedriger der Reifendruck ist. Unterschreite ich die vorgegebene Grenze allerdings, dann folgt eine Strafe. Also müssen wir es schaffen, im Rennen zu jedem Zeitpunkt so nah wie möglich am vorgegebenen Limit zu fahren. Der Grat zwischen bester Performance und Strafe ist sehr schmal.“

Dies bekamen gleich zwei Kundenteams von Porsche beim sogenannten „Roar Before the 24“ zu spüren. Im Rahmen der Testfahrten am vergangenen Wochenende fand ein Qualifikationsrennen über 100 Minuten statt, das die Startpositionen für das 24-Stunden-Rennen bestimmt. Die Kundenteams zeigten dabei eine starke Leistung. Allerdings verlor WeatherTech Racing den zweiten Platz aufgrund eines zu niedrigen Reifendrucks. Eine 40-Sekunden-Strafe warf die Mannschaft auf den vierten Rang zurück. Pfaff Motorsports rückte somit auf eine Position in der ersten Startreihe der GTD-Pro-Klasse vor. In der GTD-Kategorie beendete Wright Motorsports das Qualifikationsrennen auf Rang drei, verlor diesen aber ebenso aufgrund eines zu geringen Luftdrucks in den Michelin-Reifen. Das Team aus dem US-Bundesstaat Ohio geht nun von Platz elf in das 24-Stunden-Rennen.

Die Kundenteams und Fahrer

Foto: Porsche AG

In der neuen GTD-Pro-Klasse setzen die Kundenteams Pfaff Motorsports und WeatherTech Racing in der gesamten Saison 2022 jeweils einen Porsche 911 GT3 R ein. Die asiatische Mannschaft von KCMG hat einen der über 500 PS starken Boliden aus Weissach ausschließlich für die 24 Stunden von Daytona genannt. In der Startnummer 2 des Teams aus Hongkong wechselt sich Werksfahrer Laurens Vanthoor aus Belgien mit dem Franzosen Patrick Pilet, dem Norweger Dennis Olsen und Alexandre Imperatori aus der Schweiz ab.

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Für Pfaff Motorsports greifen die drei Werkspiloten Matt Campbell aus Australien, Mathieu Jaminet aus Frankreich und Felipe Nasr aus Brasilien ins Lenkrad. Bei WeatherTech Racing agieren der Italiener Matteo Cairoli, der Franzose Julien Andlauer und der Belgier Alessio Picariello gemeinsam mit dem amerikanischen Amateurfahrer Cooper MacNeil.

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In der GTD-Kategorie starten vier Kundenteams von Porsche. Auch hier kommen 911 GT3 R zum Einsatz, die dem GT3-Regelwerk entsprechen. Die Mannschaft von Wright Motorsports greift unter anderem mit dem österreichischen Werksfahrer Richard Lietz nach dem Klassensieg. Das Team hatte 2021 den IMSA Michelin Endurance Cup gewonnen. Er umfasst die Langstrecken-Klassiker in Daytona, Sebring, Watkins Glen und das „Petit Le Mans“ auf der Road Atlanta.

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Bei GMG Racing agiert Klaus Bachler aus Österreich gemeinsam mit dem erfahrenen Niederländer Jeroen Bleekemolen und zwei amerikanischen Amateurfahrern. Für das Team Hardpoint greift erneut die Britin Katherine Legge ins Lenkrad. Die ehemalige DTM-Pilotin teilt sich das Cockpit mit drei ambitionierten Teilzeit-Rennfahrern. In der Mannschaft von TGM kommen vier US-Amateure zum Einsatz.

Die Fahrer und Teams in der Übersicht

Foto: Porsche AG

GTD-Pro-Klasse:
#2 KCMG – L. Vanthoor (B) / Pilet (F) / Olsen (N) / Imperatori (CH)
#9 Pfaff Motorsports – Campbell (AUS) / Jaminet (F) / Nasr (BR)
#79 WeatherTech Racing – Cairoli (I) / Andlauer (F) / Picariello (B) / MacNeil (USA)

Foto: Porsche AG

GTD-Klasse:
#16 Wright Motorsports – Lietz (A) / Hardwick (USA) / Heylen (B) / Robichon (CDN)
#34 GMG – Bachler (A) / Bleekemolen (NL) / Washington (USA) / Sofronas (USA)
#64 TGM – Giovanis (USA) / H. Plumb (USA) / M. Plumb (USA) / Trinkler (USA)
#99 Team Hardpoint – Legge (GB) / Ferriol (USA) / Wilson (GB) / Boulle (USA)

Das Rennen im Livestream

Foto: Porsche AG

Das 24-Stunden-Rennen der IMSA WeatherTech SportsCar Championship auf dem Daytona International Speedway startet am Samstag, den 29. Januar um 13:40 Uhr Ortszeit (19:40 Uhr MEZ). Außerhalb der USA und Kanadas wird das Rennen über die gesamte Distanz live auf www.imsa.com übertragen. Ein Livetiming steht unter scoring.imsa.com bereit.

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Der Zeitplan (Ortszeit, MEZ -6 Stunden)

Donnerstag, 27. Januar
11:05 Uhr – 12:35 Uhr: Freies Training 1
15:20 Uhr – 17:05 Uhr: Freies Training 2
19:15 Uhr – 21:00 Uhr: Freies Training 3

Freitag, 28. Januar
11:20 Uhr – 12:20 Uhr: Freies Training 4

Samstag, 29. Januar
13:40 Uhr: Start 24 Stunden von Daytona

Sonntag, 30. Januar
13:40 Uhr: Zieleinlauf 24 Stunden von Daytona

Fahrerstimmen vor dem Rennen

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Laurens Vanthoor (Porsche 911 GT3 R #2): „Ich blicke sehr positiv auf die kommende Rennwoche. Während der Testfahrten sind uns spürbare Fortschritte gelungen. Das Auto ist von Training zu Training immer besser geworden. Wir hatten im Qualifyingrennen etwas Pech, weil das Nachtanken nicht optimal funktioniert hat. Auf der einen Seite war das schade, auf der anderen Seite aber gut, denn wir konnten dies pünktlich vor dem wichtigen Rennen noch aussortieren. Ich kann kaum abschätzen, wer am Ende um den Sieg kämpfen wird. Wir müssen mal abwarten, wie sich das Kräfteverhältnis darstellen wird.“

Foto: Porsche AG

Felipe Nasr (Porsche 911 GT3 R #9): „Wir starten von Platz zwei der GTD-Pro-Klasse. Das sind schon einmal gute Voraussetzungen. Viel wichtiger ist aber, dass ich mich im Rahmen der Testwoche an den Porsche 911 GT3 R gewöhnen konnte – und auch an alles andere, was mit meinem Wechsel in die GT-Szene zusammenhängt. Ich habe schon viel gelernt, werde aber bestimmt in zahlreichen Bereichen noch weitere Fortschritte machen: Fahrstil, Reifenmanagement und Verständnis für das Auto. Ich denke auch, dass wir an unserem Fahrzeug noch ein paar Einstellungen verbessern können. Die Strecke wird im Verlauf der Rennwoche immer mehr Grip aufbauen. Darauf müssen wir uns bestmöglich einstellen.“

Foto: Porsche AG

Matteo Cairoli (Porsche 911 GT3 R #79): „Unsere Performance im Qualifyingrennen war richtig gut, daher bin ich zuversichtlich für die kommende große Aufgabe. Im 24-Stunden-Rennen wird es sein wie immer: Du musst dich in den ersten 20 Stunden aus allem heraushalten und in der Führungsrunde bleiben. Nur dann hast du im großen Finale eine Chance. Unser Team macht einen tollen Job, wir haben einen guten Fahrerkader und der Porsche 911 GT3 R liegt bestens auf der Strecke. Für einen Erfolg sollten somit alle Zutaten vorhanden sein.“

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Richard Lietz (Porsche 911 GT3 R #16): „Mit insgesamt 22 Fahrzeugen ist unsere GTD-Klasse die am stärksten besetzte Kategorie. Das macht den Wettbewerb spannend und sehenswert, den Kampf um einen Erfolg aber umso schwieriger. Unser Auto ist wirklich gut. Wichtig ist, dass das Fahrzeug in den letzten vier Rennstunden perfekt auf die Bedingungen abgestimmt ist. Es werden 61 Autos im Rennen unterwegs sein. Da spielt nicht nur der dichte Verkehr eine Rolle, sondern auch die hohe Wahrscheinlichkeit für zahlreiche Gelbphasen. Unser Motto lautet daher: zurückhaltend in den ersten 20 Stunden fahren, dann mit unserem starken Porsche 911 GT3 R voll attackieren.“

Quelle: Pressemitteilung Porsche AG

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