James Glickenhaus kündigte vor einigen Monaten an, beim Langstreckenklassiker – dem 24h von Le Mans – teilnehmen zu wollen. Wenig später veröffentlichten ACO und FIA das Reglement 2020/21, nachdem ab 2020 sogenannte Hypercars die Speerspitze der Sportwagen der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC bilden sollten. Nun präsentiert der US-Amerikaner seine Version für das kommende Reglement.

Oft kündigte der Regisseur an, an der Sarthe starten zu wollen. Bereits 2011, als man zum ersten Mal in der Eifel zum ADAC Zurich 24h Nürburgring den P4/5 Competizione präsentierte, träumte sich Glickenhaus an die Sarthe. Nun macht er ernst und präsentierte am gestrigen Abend seinen SCG 007 Le Mans. „Das ist für Amerika. Für Briggs (Cunningham), Carroll (Shelby) und Jim Hall. Für uns alle. […] Es ist 50 Jahre her, dass ein Auto, das in Amerika gebaut wurde, in Le Mans den ersten Platz belegte. Das wollen wir ändern.“ gab sich Klickenhaus in der Vergangenheit siegessicher.

SCG 007 Le Mans
Foto: Scuderia Cameron Glickenhaus
SCG 007 Le Mans
Foto: Scuderia Cameron Glickenhaus
SCG 007 Le Mans
Foto: Scuderia Cameron Glickenhaus
SCG 007 Le Mans
Foto: Scuderia Cameron Glickenhaus

Das mag zwar nahezu unmöglich klingen, doch wer die Scuderia in der Vergangenheit verfolgt hat, weiß, dass Glickenhaus nichts unversucht lassen wird, dieses Ziel auch zu erreichen. Gerade im Bezug zur Entwicklung des SCG 003 hat die Manufaktur bewiesen, dass man alles daran legen wird, ein konkurrenzfähiges Auto auf die Räder zu stellen. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch der SCG 007 bereits nach kurzer Zeit konkurrenzfähig sein wird. Gegenüber RACER bekräftigt Glickenhaus sein Vorhaben noch einmal: „Ich freue mich darauf, mit einigen sehr großen Namen in einer Reihe zu stehen und ich hoffe, dass das andere dazu ermutigt, dasselbe zu tun.“

Bis zum Start in Le Mans 2020 will man insgesamt 25 Straßenfahrzeuge und eine Rennversion des SCG 007 produzieren. Dabei setzt man bei der Motorisierung auf die Unterstützung des US-amerikanischen Fahrzeugherstellers General Motors. Die Erfahrungen aus der Entwicklung der bisherigen Fahrzeuge sollen helfen, den SCG 007 schnell konkurrenzfähig zu machen. So unterscheide sich die Aerodynamik und das Mindestgewicht nicht allzusehr vom SCG 003. Zudem habe man auch Erfahrungen in ein bereits existierendes Fahrzeug ein Hybridsystem – wie es das Reglement der Langstrecken-Weltmeisterschaft vorsieht – einzubauen, wie man bereits beim P4/5 Competizione bewies.

Scuderia Cameron Glickenhaus baut Fabrik in Connecticut

scuderia cameron glickenhaus Werk in Danburry Connecticut, USA
Foto: Scuderia Cameron Glickenhaus

Während der Vater den neusten Spross der Manufaktur präsentierte, veröffentlicht sein Sohn, Jesse Glickenhaus, Pläne ein Werk in Connecticut zu bauen. Bis zum Ende dieser Woche will man auf einem kleinen Flughafen in Danbury, Connecticut – 45 Minuten von Sleepy Hollow entfernt – ein Grundstück zu erwerben und das neue Werk zu eröffnen. Das neue Werk soll die bereits bestehende Fabrik in Sleepy Hollow, New York, erweitern, wo man bereits die private Autosammlung untergebracht hat und die Endmontage des SCG 003 durchgeführt wird. Allerdings ist man hier in der Kapazität begrenzt. Bisher wird in Sleepy Hollow lediglich nur ein Auto pro Woche fertiggestellt.

In Connecticut will man zukünftig den SCG 004 und SCG 006 bauen. In einer E-Mail an Autoblog fügt Glickenhaus hinzu: „Wir bauen diese Fläche aus, so dass letztendlich 15 Autos pro Woche gebaut werden können. […]“ Die National Highway Traffic Safety Administration (NHSTA) hat dem Unternehmen Anfang dieses Jahres den Status eines Herstellers für geringes Volumen eingeräumt. Dies bedeutet, dass in den Vereinigten Staaten bis zu 325 Autos produziert werden dürfen und von bestimmten Vorschriften ausgenommen sein müssen, mit denen größere Automobilhersteller konfrontiert sind. Das Unternehmen baut die meisten seiner Autos derzeit in Turin, Italien.

Der Sitz an einem Flughafen ist dabei nicht zufällig gewählt. Kunden können so leicht mit ihrem Flugzeug landen und direkt zum Werk fahren. „Das Hauptgebäude ist ein rundes Gebäude, das ursprünglich gebaut wurde, um riesige Drehteller für Restaurants in Wolkenkratzern oder auch für Bahnhöfe herzustellen, an denen Züge gewendet werden mussten“, schreibt Glickenhaus ebenfalls an Autoblog. „Zudem gibt auch eine kleinere Halle, in der Fahrzeuge ausgestellt werden und Büros und Konferenzräume eingerichtet werden können.“

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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