Für Schubert Motorsport bot das vierte Rennwochenende im ADAC GT Masters 2021 unverhofft viel Nervenkitzel. Vom 10. bis 12. September fanden auf dem Lausitzring die Läufe sieben und acht in der Liga der Supersportwagen statt und die Mannschaft aus Oschersleben lief entgegen aller Widerstände zur Höchstform auf. Jesse Krohn und Nick Yelloly zeigten im BMW M6 GT3 in beiden Rennen eine beispiellose Aufholjagd. Nach unverschuldeten Zwischenfällen mussten sie das Feld der 26 GT3-Boliden zwei Mal von hinten aufrollen. Mit starker Pace und noch stärkerer Rennintelligenz rettete das BMW-Werksfahrer-Duo zwei wichtige Punkteresultate.

Schubert Motorsport verdient sich mit viel Kampfgeist wichtige Punkte

Die Vorbereitungen auf dem 3,442 Kilometer langen Kurs in Brandenburg liefen am Freitag vielversprechend. Nach ausgiebiger Setuparbeit im ersten Training belegte der BMW M6 GT3 mit der Startnummer 10 in der zweiten Session einen starken zweiten Platz. Yelloly büßte dabei lediglich 71 Tausendstelsekunden auf die Bestzeit ein. Am Samstag knüpfte der Brite nahtlos an die Performance an. Bei einsetzendem Regen eroberte im Qualifying den fünften Startplatz für das erste Rennen.

Foto: Alexander Trienitz

Der erste der beiden Läufe über 60 Minuten verlief für die beiden BMW-Werksfahrer unverhofft ereignisreich. Yelloly machte am Start eine Position gut und wurde kurz darauf in Kurve sechs von einem Konkurrenten umgedreht. Der Unfallverursacher erhielt eine Durchfahrtsstrafe, während Yelloly sein Rennen vom letzten Platz noch einmal starten musste. Innerhalb kürzester Zeit arbeitete er sich von letzten auf die neunte Position vor.

In der Boxenstopp-Phase reagierten die Strategen von Schubert Motorsport einmal mehr richtig und holten den 29-Jährigen früh zum Fahrerwechsel herein. Dadurch machte der BMW M6 GT3 eine weitere Position gut. Nachdem Krohn als Achter wieder ins Rennen eingegriffen hatte, sorgte eine Ölspur eines anderen Autos für eine lange Unterbrechung. Krohn meisterte den intensiven Schlussspurt nach dem Restart perfekt und eroberte nach einem fast schon verlorenen Rennen Platz sieben.

Am Sonntag brachte Krohn das Auto im Qualifying als 15. erneut auf Punktekurs. Beim Start in den zweiten Lauf fand er sich jedoch zur falschen Zeit am falschen Ort wieder. In Kurve zwei musste er einem Rivalen ausweichen, der sich im Pulk gedreht hatte. Der Finne fiel dadurch auf die 22. Position zurück. Damit begann die zweite furiose Aufholjagd von Schubert Motorsport auf dem Lausitzring. Bis zum Fahrerwechsel hatte sich Krohn mit einem Kraftakt auf Platz 17 vorgearbeitet.

Foto: Alexander Trienitz

Yelloly wiederholte im zweiten Stint seine herausragende Leistung vom Samstag. Der Brite überzeugte bis in die letzte Runde mit entschlossenen Manövern und erkämpfte Rang elf. Durch das sechste Punkteresultat der Saison behauptete Schubert Motorsport den sechsten Platz sowohl in der Fahrerwertung als auch im Teamklassement der Internationalen Deutschen GT-Meisterschaft und liegt weiterhin in Schlagdistanz zu den Führenden.

Nick Yelloly: „Das Wochenende war ziemlich ereignisreich. Wir sind am Samstag sehr stark zurückgekommen, obwohl wir nach der ersten Runde Letzter waren. Der siebte Platz war unter diesen Umständen ein sehr gutes Resultat, und das auf einer Rennstrecke die unserem Auto nicht sehr entgegenkommt. Das ganze Team war begeistert. Am Sonntag hatte Jesse im ersten Stint ebenfalls Pech. Er musste im Startgetümmel fast stehenbleiben. Danach ist er gut nach vorne gekommen und wir haben relativ früh den Fahrerwechsel gemacht, um freie Fahrt zu haben. Ich habe dann dafür gesorgt, dass wir es fast noch in die Top-10 geschafft haben. Wir sind sehr glücklich damit, zwei Mal von hinten in die Punkte gefahren zu sein. Das stimmt mich für die letzten Rennen optimistisch. Auf dem Sachsenring und dem Hockenheimring sollte unser BMW deutlich konkurrenzfähiger sein.“

Jesse Krohn: „Es waren zwei schwierige Rennen. Wir hatten eine bessere Pace als erwartet, aber leider haben wir nicht die Resultate geholt, die für uns damit drin gewesen wären. In beiden Läufen von ganz hinten immer noch Punkte zu holen, hat das sehr deutlich gezeigt. Besonders am Samstag war es sehr unglücklich, denn da hatten wir alle Chancen auf ein Top-5-Ergebnis. Sonntags im Mittelfeld zu starten, hat sich wieder einmal als problematisch erwiesen. Ich musste jemandem ausweichen und wurde von hinten getroffen. Dadurch sind wir abermals weit zurückgefallen. Trotzdem, wir haben bei der Aufholjagd wieder unser Potential gezeigt und mit all dem Pech alles herausgeholt, was ging. In der Meisterschaft sind wir dank dieser Punkte weiter im Spiel und wir haben noch zwei Veranstaltungen, in denen wir alles geben werden.“

Teamchef André Schubert: „Das Wochenende auf dem Lausitzring war sicher unser bisher schwierigstes in dieser Saison. Nach so viel Pech mit zwei soliden Punkteresultaten abzureisen, ist für uns ein großer Erfolg. Nick und Jesse haben eine wirklich großartige Vorstellung abgeliefert und zwei fast verlorene Rennen noch zum Guten gewendet. Unsere Ingenieure und Mechaniker haben fantastische Arbeit geleistet, um den BMW M6 GT3 auf dieser Rennstrecke konkurrenzfähig zu machen. Die Pace war vom Freitag an sehr gut und wir waren auch im ersten Qualifying vorne mit dabei. Sicherlich wären für uns mit mehr Glück noch bessere Ergebnisse drin gewesen, doch wir müssen den Ausgang des Wochenendes positiv sehen. Ohne die tolle Teamleistung und das starke Paket hätten wir hier Federn gelassen.“

Quelle: Pressemitteilung Schubert Motorsport

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