Die Porsche-Kundenteams haben in ihrer Debütsaison in der DTM zahlreiche Glanzlichter setzen können. Gleichzeitig war es auch das Debüt der Marke Porsche in der DTM. Die 911 GT3 R von SSR Performance und dem Team 75 Bernhard fuhren in der traditionsreichen deutschen Rennserie zu drei Siegen. Werksfahrer Thomas Preining überzeugte zuletzt mit starken Ergebnissen und spektakulären Überholmanövern. Der Österreicher beendet das Jahr 2022 in der DTM auf dem fünften Rang der Fahrermeisterschaft. Dennis Olsen konnte erstmals in der DTM-Geschichte eine Pole-Position für Porsche realisieren.

Foto: Mario Herzog

Preining war in das Finalwochenende in Hockenheim mit rechnerischen Titelchancen gestartet. Die Hoffnungen auf den großen Coup wurden im ersten von zwei Läufen schnell zunichte gemacht. Der Porsche 911 GT3 R vom Team 75 Bernhard des Österreichers schlug nach heftigem Kontakt mit einem Mitbewerber in Runde sechs hart in die Streckenbegrenzung. Preining konnte dem Wrack selbstständig entsteigen. Aber starke Prellungen und der irreparabel beschädigte Porsche mit der Startnummer 24 machten eine Teilnahme am Sonntagsrennen unmöglich. Auch Dennis Olsen erlitt dieses Schicksal am Steuer der Nummer 94 von SSR Performance. In beide Unfälle waren mehrere Fahrzeuge verwickelt und ereigneten sich direkt nacheinander. Im finalen Lauf war somit nur noch Christian Engelhart mit dem Schwesterauto des Münchener Kundenteams dabei. Der Deutsche musste seine Startnummer 92 allerdings nach einer Kollision in der ersten Runde vorzeitig abstellen.

„Wir sind natürlich enttäuscht, dass die Titelträume in Hockenheim derart früh geplatzt sind. Aber an oberster Stelle steht die Gesundheit unserer Fahrer. Wir sind sehr froh, dass alle Sicherheitselemente in unseren Porsche 911 GT3 R ihre Aufgabe optimal erfüllten und beide Piloten die harten Einschläge mit nur kleineren Blessuren überstanden haben“, resümiert Thomas Laudenbach nach dem Rennsamstag in Hockenheim. Mit Blick auf die gesamte Saison 2022 ergänzt der Leiter Porsche Motorsport: „Unsere Kundenmannschaften haben die Marke Porsche in Rekordzeit in der DTM etabliert. Wir sind sehr stolz auf die Teams und die Fahrer. In der allerersten Saison in dieser äußerst hart umkämpften Serie ist der 911 GT3 R zu drei Siegen gefahren – das ist eine großartige Bilanz. Vielen Dank an alle, die diese Erfolge ermöglicht haben.“

Zwischen Juli und September war Thomas Preining der Fahrer in der DTM, den es zu schlagen galt. Der österreichische Werksfahrer erreichte in jener Phase zwei Siege, zwei weitere Podestplätze und sammelte mehr Punkte als jeder andere Pilot. Dabei begeisterte der 24-Jährige aus Linz die Fans am Steuer des Neunelfers vom Team 75 Bernhard mit großartigen Aufholjagden und spektakulären Überholmanövern. Auch Dennis Olsen setzte sich in den Sommermonaten bestens in Szene: Der Norweger siegte in Spa-Francorchamps und stand zweimal als Zweiter auf dem Podest. Zudem gelang ihm in Belgien die allererste Pole-Position für den Porsche 911 GT3 R in der DTM. Sein Teamkollege, Werksfahrer Laurens Vanthoor erlebte mit Platz vier am Norisring sein persönliches Highlight.

Foto: Mario Herzog

„Rückblickend wurden unsere Erwartungen in Summe übertroffen“, bilanziert Sebastian Golz, Projektleiter Porsche 911 GT3 R. „Der ständige Aufwärtstrend in den Ergebnislisten zeigt, dass wir uns alle gemeinsam konsequent in die richtige Richtung entwickelt haben. Die Teams haben viel gelernt und dies umgesetzt. Die Zusammenarbeit zwischen der DTM und Porsche basiert auf einer offenen und sehr guten Basis, die uns sehr zuversichtlich auf die Saison 2023 blicken lässt.“

Porsche beendet das DTM-Jahr auf Platz vier der Herstellermeisterschaft. Die Kundenmannschaften SSR Performance und Team 75 Bernhard rangieren auf den Positionen acht und zehn der Teamwertung. Die Fahrermeisterschaft schließt Thomas Preining auf Rang fünf ab, die SSR-Piloten Olsen und Vanthoor erreichen die Plätze zehn und 18.

Foto: L. Rodrigues

Die beiden finalen Saisonläufe der DTM in Hockenheim waren die letzten Einsätze für das bewährte GT3-Rennauto aus Weissach. Zur kommenden Saison wird der neue, bis zu 416 kW (565 PS) starke Porsche 911 GT3 R debütieren, der auf der Neunelfer-Generation 992 basiert. Das neue GT3-Fahrzeug aus Weissach hatte an Samstag (8. Oktober) einen erfolgreichen ersten Test-Renneinsatz auf der Nürburgring-Nordschleife auf Gesamtrang drei beendet. Bereits jetzt zeichnet sich ein großes Interesse von Kundenteams ab, das neue Modell in der DTM 2023 einzusetzen.

Weitere Stimmen zur Saison 2022

Foto: Mario Herzog

Thomas Preining (Porsche 911 GT3 R #24): „Nach meinem Unfall in Hockenheim sehe ich aus wie ein Avatar-Männchen: alles blau. Mir geht es aber recht gut. Der Crash kann die positiven Eindrücke aus der Saison 2022 nicht schmälern. Ich habe bei den für mich wichtigsten Rennwochenenden ganz oben auf dem Podest gestanden: auf dem legendären Norisring und bei meinem Heimrennen auf dem Red Bull Ring. Das war richtig stark. Vielen Dank an das Team und an Porsche. Wir hatten einen super Einstand in der DTM. Das macht mich sehr stolz. Ich hoffe, dass ich 2023 die Chance bekomme, mir den Titel zu holen.“

Foto: Mario Herzog

Timo Bernhard (Besitzer Team 75 Bernhard): „Wir haben mit kleinen Mitteln Großes geleistet. Wir waren in Kombination mit Thomas ein starker Titelkandidat beim Finale. Dass es so endete, schmerzt natürlich. Aber dies lässt unsere Leistungen keinesfalls kleiner erscheinen. Zwei Saisonsiege sind einfach grandios. Vielen Dank an meine Eltern für ihre Unterstützung, ans gesamte Team für die tolle Arbeit und an Tommy für seine starken Fahrten im Porsche 911 GT3 R.“

24 Hours of Spa Frikadelli Racing Team (#22), Dennis Olsen (N)
Foto: Porsche AG

Dennis Olsen (Porsche 911 GT3 R #94): „Die Saison war ein besonderes Erlebnis. Die ersten Wochenenden waren hart für uns alle, weil wir schlichtweg nicht konkurrenzfähig waren. Das hatten wir uns anders gedacht. Anschließend haben wir uns konsequent voran gearbeitet: Platz zwei am Norisring und auf dem Nürburgring, danach der erste Sieg in Spa. Das war großartig und hat gezeigt, dass man mit intensiver Arbeit viel erreichen kann. Leider lief es nicht bis zum Saisonende derart gut weiter. Egal: Wir behalten die Highlights im Kopf und wollen 2023 daran anschließen.“

Foto: Rebekka Winter / Ring-Race-Shoot

Stefan Schlund (Besitzer SSR Performance): „Die zwei ersten Veranstaltungen des Jahres waren enorm schwierig. Das lag nicht nur an uns, sondern auch an der Einstufung des Porsche 911 GT3 R. Anschließend gab es spürbare Fortschritte in allen Bereichen, für die wir uns entsprechend belohnt haben. Die Podestplätze und der Sieg in Belgien waren spitze, die erste Pole-Position für Porsche in der DTM durch Dennis Olsen ebenso. Während Dennis über das Jahr immer wieder starke Leistungen gezeigt hat, konnten wir das Potenzial mit dem Schwesterauto selten umsetzen. Das war schade. Insgesamt nehmen wir einige positive Erinnerungen mit aus der Saison 2022.“

Quelle: Pressemitteilung Porsche AG

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