Das Rennwochenende der GT4 European Series in Zandvoort wurde für das RN Vision STS Racing Team zum absoluten Super-GAU. Technische Probleme, Rennpech und eine Balance of Performance, die den BMW zum unterlegenen Rennfahrzeug machte, durchkreuzten die Pläne der Mönchengladbacher. Am Ende muss sich das Team, das in diesem Jahr mit um die Meisterschaft kämpft, mit zwei siebten Plätzen für Gabriele Piana und Bas Schouten geschlagen geben.

Technische Probleme und katastrophales Qualifying

Der Circuit Park Zandvoort ist vor allem für eines bekannt: Für die Nordsee, die direkt hinter den Dünen der Rennstrecke liegt. So war es im späten September auch nicht verwunderlich, dass starke Stürme und Regenschauer das Rennwochenende bestimmten.

Bereits im Freitagstraining machte sich die Pechsträhne bemerkbar: Ein gebrochener Halter der Einspritzdüse am BMW M4 GT4 von Mark van der Aa und Koen Bogaerts verhinderte viele Trainingskilometer. Aber auch der RN Vision STS Racing Team BMW mit der Startnummer 111 – pilotiert von Gabriele Piana und Bas Schouten – konnte nicht mit den Top-Zeiten der anderen mitgehen. „Die BOP ist aktuell in einer Schieflage, wie ich sie noch nie erlebt habe“, zeigt sich Teamchef Veit-Valentin Vincentz kopfschüttelnd. „Wir hatten keine Chance vorne mitzufahren. Wir sind der beste BMW im Feld aber befinden uns trotzdem nur im Mittelfeld.“

Die Qualifying-Ergebnisse – ernüchternd: Startplatz 13 für Piana / Schouten für Rennen eins und Rang 14 für die beiden Lokalmatadoren van der Aa / Bogaerts.

Brennender BMW im ersten Lauf und zweimal Platz sieben für Piana / Schouten

Bas Schouten RN Vision STS Racing Team
Foto: RN Vision STS Racing Team

Auch der erste Lauf ließ kein Desaster aus: Gabriele Piana und Bas Schouten kämpften erheblich im Mittelfeld und konnten nur aufgrund ihrer starken Rennperformance und Erfahrung am Ende den BMW als Siebter über die Ziellinie bugsieren und zumindest ein paar Meisterschaftspunkte mitnehmen.

Aufsehen dagegen beim Schwester BMW, der im Rennen Feuer fing. „Das Thema Kraftstoff hat uns an diesem Wochenende immer wieder belgeitet“, so die Erklärung des Teamchefs. „Eine Undichtigkeit im Kraftstoff-Rail führte dazu, dass Benzin auf den Turbolader tropfte und sich entzündete. Glück im Unglück, dass das Fahrzeug erst in der Einfahrt zur Boxengasse Feuer fing und wir schnell handeln konnten. “

Nach diesem ersten desaströsen Rennen schraubte und arbeitete das Team die halbe Nacht. Erst gegen fünf Uhr früh war der BMW wieder auf Stand. Eine erneute Nachtschicht für das gesamte Team, das dieses Wochenende alles gab, um vor allem Mark van der Aa und Koen Bogaerts erfolgreiche Rennen zu bescheren. Die beiden Niederländer im Team wurden bei ihrem Heimrennen natürlich von Freunden, Familie und Sponsoren besucht.

Und auch im zweiten Lauf schien es wie verhext: Ein weiterer siebter Platz für Piana / Schouten, der nur mühevoll erreicht werden konnte. Kurz vor Rennstart musste auch noch der Rad-Drehzahlsensor am BMW von Bogaerts / van der Aa (als Nachwirkung des Brandes vom Vortag) getauscht werden. Mit erhöhtem Reifendruck, der aufgrund des Zeitdrucks vor dem Rennen nicht mehr im Grid eingeregelt werden konnte, kämpfte van der Aa chancenlos auf der Strecke. Am Ende wurde der #110 BMW auch noch unsanft touchiert. Mit zu starken Problemen im Fahrzeug entschied sich das Team, drei Runden vor Schluss das Rennen frühzeitig zu beenden.

„Ich habe noch nie so ein Rennwochenende erlebt“

Der erschöpfte Teamchef zeigt sich nach diesem anstrengenden Wochenende fassungslos: „Ich habe noch nie so ein Rennwochenende erlebt! Anstrengend und desaströs! Wir haben schnell gemerkt, dass wir wieder nicht vorne bei der Musik mitspielen. Das ist sehr frustrierend vor allem bei unserer #111, die punktemäßig um die Meisterschaft kämpft. Uns stellt sich so langsam die Frage, wie sinnhaft das Ganze noch ist. Vor allem mit Hinblick auf die nächsten beiden Rennwochenenden mit der Aussicht nur um mittlere Positionen kämpfen zu können. Wenn sich da nicht gravierend etwas im Thema BOP seitens der SRO ändert, steht ganz klar zur Diskussion, ob wir weiterhin an den Start gehen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie frustrierend diese ganze Zandvoort-Geschichte ist. Seit Wochen nicht den Hauch einer Chance zu haben, hinzu enorm viel Pech und viele technische Probleme. Es war ein total verkorkstes Wochenende. Es tut mir insbesondere leid für Mark und Koen, die sich besonders auf dieses Wochenende vor heimischer Kulisse gefreut haben. Wir sind von diesen Problemen auf das Heftigste überrascht worden, weil wir die Fahrzeuge immer mit höchster Sorgfalt und Präzision auf die Wochenenden vorbereiten. Sonst wäre es uns gar nicht möglich zu den internationalen Topscorern im GT4-Sport zu gehören. Trotzdem: Wir haben unser Bestes gegeben und nie aufgehört zu kämpfen, so hart der Rückschlag auch war. Ich bin unendlich stolz auf das Team, welches diese extreme Belastungsprobe gemeinsam bestanden hat. Umso schlimmer, dass sich das am Ende nicht ausgezahlt hat.“

Der nächste geplante GT4 European Series Lauf findet im Rahmen des 24-Stunden Rennens von Spa-Francorchamps statt (22.-25.10.2020).

Quelle: Pressemitteilung RN Vision STS Racing Team

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