Beim siebten Rennen der Saison zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) kreuzte das Team als zweiter den Zielstrich. Wer aber glaubt, dass es ein einfaches Unterfangen war, der irrt. Die Wetterverhältnisse und damit verbundenen Streckenbeschaffenheit stellten die Fahrer und Boxenmannschaft auf eine harte Probe.

Raceday

Wie immer wurde um 08.20 Uhr das Zeittraining eröffnet. Die Strecke war wie im Wetterbericht vorausgesagt nass. Erst wurden ein paar Testrunden auf der Grand-Prix-Strecke gedreht um alles noch einmal zu testen. Alles funktionierte und dem Team reichte eine gezeitete Runde mit rund 25 KM in der „grünen Hölle“ um die Poleposition in der Klasse SP2T zu erreichen. Aufgrund der recht feuchten Bedingungen verzichtete das Team mit den beiden Fahrern Jürgen Bretschneider (Friedberg) und Steven Fürsch (Waizenbach) auf weitere Versuche im Gesamtstarterfeld vorzurücken. Stattdessen nutzte das Team die verbleibende Zeit um das Auto vorzubereiten und den Himmel über der Rennstrecke genau zu beobachten.

Rennstart

Beim Vorziehen in die Startaufstellung begann bereits ein sich anbahnendes Pokerspiel. Das Pokerspiel der Reifen. Laut Wetterprognosen in Funk und App sollte der Nachmittag, also das Rennen, trocken über die Bühne gehen. Aber die Rennpiste liegt nun mal in der Eifel und so scheint es, hat sie und Petrus eigene Gesetze. Vorsichtshalber stattete man den Rennwagen mit britischen Wurzeln mit Regenreifen aus. Es war, wie sich herausstellen sollte, die richtige Wahl. Zum Rennstart fing es an zu regnen. Jürgen Bretschneider, mittlerweile „Kampferprobter“ Startfahrer, ließ das gesetzte Ziel, sich aus allem Getümmel in der Anfangsphase herauszuhalten, nicht aus den Augen. Wie ein Schweizer Uhrwerk umrundete er zuverlässig die Strecke. Jede Runde stellten sich neue Streckenbedingungen ein. Wo es gerade noch trocken war, regnete es. Nach einer weiteren Runde war es dort trocken und an anderer Stelle schüttete es wieder auf den Asphalt. Eine anstrengende Zeit im Auto. Es kristallisierte sich heraus, dass die Reifen mit den zunehmenden trockenen Abschnitten nicht mehr fertig wurden und es stand ein Wechsel an.

Beim nötigen Stop wechselte die Boxenmannschaft nicht nur die Räder, sondern Steven Fürsch setzte sich in den heißen Sitz. Die Techniker waren mit ihrer Arbeit zufrieden und die Strategen glaubten den richtigen Schritt getan zu haben. Das Gefühl wehrte aber nur sehr kurz. Just als Steven mit dem für trockene Verhältnisse ausgerüsteten Mini in die Mercedes-Arena einbog, öffnete Petrus die Schleusen. Routiniert setzte Steven seine Fahrt fort. In der Kurzanbindung war auch ein erfahrener Fahrer wie Steven gegen ein aufschwimmendes Fahrzeug machtlos. So drehte er sich um die eigene Achse und schlug glücklicher weise nirgends an. In der Hoffnung auf trockene Verhältnisse setzte er seine Fahrt fort. Fehlanzeige. Bereits nach einer gefahrenen Runde holte man Steven wieder zurück in die Boxengasse für einen Reifenwechsel. Ein Pokerspieler würde jetzt sagen: „Verzockt“.

In der Zeitentabelle auf dem Monitor wurde die Startnummer 387 auf Position drei in der Klasse geführt. Das wollte und konnte keiner im Team auf sich sitzen lassen. Nun setzte Steven zur Aufholjagd an. Runde um Runde knabberte der Waizenbacher den Vorsprung ab. Er schaffte es den Zweitplatzierten zu überholen. Kurz vor Ende des vier Stunden Rennens setzte das Team erneut alles auf eine Karte. Zum Schlussspurt setzte Jürgen Bretschneider an. Die Strecke war soweit trocken das er mit profillosen Slick Reifen (Trockenreifen) zur Aufholjagd auf den führenden Peugeot von Nett Motorsport blies. Auch er knabberte am Vorsprung. Nach vier Stunden und drei Minuten überquerte Jürgen Bretschneider in seinem Fahrzeug die Ziellinie auf Platz zwei.

Es machte sich Freude im Team bereit. Endlich. Nach den Niederlagen der vergangenen Rennen ein Erfolg. Die ganzen Stunden und Mühen der vergangenen Monate haben Früchte getragen. Der Knoten scheint geplatzt.

Racing4Emotion Mini Cooper Coupe #387 VLN 7 2019
Foto: L. Rodrigues

Ob der berühmte Knoten wirklich geplatzt zu sein scheint, wird sich bereits am 12. Oktober 2019 beweisen. Denn dann reisen die Protagonisten zum achten Lauf der Saison in die Eifel. Das Rennen ist wiederum auf eine Dauer von vier Stunden angesetzt und ist das vorletzte Rennen der Motorsportsaison 2019. Und sie werden wieder motivierter denn je sein. Versprochen.

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