Am 4. Juli nimmt die IMSA WeatherTech SportsCar Championship nach über fünfmonatiger Pause wieder den Rennbetrieb auf. Nach der Unterbrechung aufgrund der Corona-Pandemie wird die Saison 2020 mit einem weiteren Rennen in Daytona (USA) fortgesetzt. An gleicher Stelle hatte Porsche beim ersten Einsatz des neuen 911 RSR in Nordamerika im Rahmen des Saisonauftakts mit beiden Autos Podestplätze erreicht. Während das erste Rennen des Jahres traditionell über die Dauer von 24 Stunden ging, wird der zweite Saisonlauf nur 2:40 Stunden lang sein. Neben den beiden Werksautos in der GTLM-Klasse setzt das Kundenteam Wright Motorsports einen Porsche 911 GT3 R in der GTD-Kategorie ein.

Das Rennen

Porsche 911 RSR, Porsche GT Team (#911), Frederic Makowiecki (F), Nick Tandy (GB) Daytona
Foto: Porsche

Für das zweite Rennen der Saison 2020 haben die Verantwortlichen der International Motor Sports Association (IMSA) einen umfassenden Maßnahmenkatalog erarbeitet, der die Gesundheit aller Teilnehmer schützen soll. Die Zahl der Mitarbeiter pro eingesetztem Auto ist auf 15 beschränkt, im Fahrerlager gelten strikte Abstandsregeln, das Tragen eines Mundschutzes außerhalb des Renncockpits ist jederzeit Pflicht und am gesamten Rennwochenende finden regelmäßige Messungen der Körpertemperatur statt. Der Event mit dem Titel „240 at Daytona“ ist kürzer als die bisherigen Veranstaltungen. Er dauert nur zwei Tage. Am Freitag (3. Juli) findet ein freies Training statt, am darauffolgenden Tag ist der Zeitplan mit Training, Qualifying und Rennen dicht gestaffelt. Das Porsche GT Team steht vor der großen Herausforderung, mit reduziertem Personal innerhalb kurzer Zeit ein möglichst optimales Setup für die beiden 911 RSR zu erarbeiten. Der 1959 eröffnete Daytona International Raceway in Florida unterscheidet sich unter anderem durch stark überhöhte Kurven von anderen Strecken: Der Neigungswinkel in den Ovalpassagen des 5,73 Kilometer langen Kurses beträgt bis zu 31 Grad. Dies erfordert eine besondere Fahrzeugabstimmung.

Die Fahrer des Porsche GT Teams

Im Porsche 911 RSR mit der Startnummer 912 wechseln sich die Werksfahrer Earl Bamber (Neuseeland) und Laurens Vanthoor (Belgien) ab. Die amtierenden GTLM-Champions hatten beim Saisonauftakt in Daytona gemeinsam mit dem Franzosen Mathieu Jaminet den zweiten Platz erreicht. Im Schwesterauto mit der Startnummer 911 agieren der Brite Nick Tandy und Frédéric Makowiecki aus Frankreich. Das Duo war im 24-Stunden-Rennen Ende Januar mit Unterstützung von Matt Campbell (Australien) auf den dritten Rang gefahren. In der Gesamtwertung belegt Porsche Platz zwei. Das erfolgreiche Werksteam peilt beim zweiten Rennen in Daytona den ersten Saisonsieg an, um dem Ziel Titelverteidigung einen Schritt näher zu kommen.

Das Kundenteam

Porsche 911 GT3 R, Wright Motorsports (#16), Patrick Long (USA), Ryan Hardwick (USA Daytona
Foto: Porsche

Das erfahrene Kundenteam Wright Motorsports setzt einen über 500 PS starken Porsche 911 GT3 R in der GTD-Klasse ein. Am Steuer des Fahrzeuges mit der Startnummer 16 wechselt sich der amerikanische Werksfahrer Patrick Long mit seinem Landsmann Ryan Hardwick ab. Die Mannschaft aus dem US-Bundesstaat Ohio konnte beim Saisonauftakt den vierten Platz in der GTD-Kategorie für sich verbuchen.

Das Rennen im Livestream

Das zweite Saisonrennen der IMSA WeatherTech SportsCar Championship in Daytona startet am Samstag, 4. Juli um 18:10 Uhr Ortszeit (5. Juli, 00:10 Uhr MESZ). Der Lauf über 2:40 Stunden wird außerhalb der USA und Kanadas im Internet auf www.imsa.com übertragen.

Der Zeitplan (Ortszeit, MESZ: -6 Stunden)

Freitag, 3. Juli
18:15 Uhr – 19:15 Uhr – Freies Training
Samstag, 4. Juli

10:15 Uhr – 11:15 Uhr – Freies Training
13:55 Uhr – 14:10 Uhr – Qualifying GTD
14:20 Uhr – 14:35 Uhr – Qualifying GTLM
14:45 Uhr – 15:00 Uhr – Qualifying DPi
18:10 Uhr – 20:50 Uhr – Rennen

Der Porsche 911 RSR

Porsche 911 RSR, Porsche GT Team (#912), Earl Bamber (NZ), Laurens Vanthoor (B) Daytona
Foto: Porsche

Der Porsche 911 RSR des Modelljahrs 2019 feierte beim 24-Stunden-Rennen in Daytona seine Premiere in der IMSA SportsCar Championship. Das – in Abhängigkeit vom Luftmengenbegrenzer – rund 515 PS starke Fahrzeug aus Weissach basiert auf dem Hochleistungs-Straßensportwagen 911 GT3 RS*. Im Vergleich zu dem sehr erfolgreichen Vorgängermodell wurde das Auto unter anderem in den Bereichen Fahrbarkeit, Effizienz, Ergonomie und Servicefreundlichkeit verbessert. Rund 95 Prozent aller Bauteile sind neu. Angetrieben wird der 911 RSR von einem Sechszylinder-Boxermotor mit 4,2 Liter Hubraum.

Das ist die IMSA SportsCar Championship

Die IMSA SportsCar Championship wurde 2013 in den USA und Kanada nach dem Zusammenschluss der American Le Mans Series und der Grand-Am Series gegründet. Ein Jahr später startete die neue Sportwagenrennserie, die von der International Motor Sports Association (IMSA) organisiert wird, in ihre erste Saison. Sportprototypen und Sportwagen nehmnen in vier verschiedenen Klassen teil: GTLM (GT Le Mans), GTD (GT Daytona), DPi (Daytona Prototype international) und LMP2 (Le Mans Prototype 2). Der neue Porsche 911 RSR fährt in der Klasse GTLM, der Porsche 911 GT3 R in der Klasse GTD. Das Porsche GT-Team peilt 2020 die Titelverteidigung in der Hersteller-, Fahrer- und Teamwertung an.

Stimmen vor dem Rennen

Barcelona, Spain: WEC FIA Prologue,   Pascal Zurlinden (Gesamtprojektleiter Porsche GT Werksmotorsport)
Foto: Porsche

Pascal Zurlinden (Gesamtprojektleiter Werksmotorsport): „Zunächst einmal möchte ich mich bei den Verantwortlichen der IMSA bedanken, dass Anfang Juli eine Wiederaufnahme des Rennbetriebs möglich ist. Es waren aufwändige Abstimmungsarbeiten mit den örtlichen Behörden sowie mit Herstellern und Teams notwendig, um grünes Licht für die kommenden Veranstaltungen zu bekommen. Die Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten unterstützen wir zu hundert Prozent. Wir treten bei den nächsten Rennen mit dem klaren Ziel an, unsere GTLM-Titel in der laufenden Saison zu verteidigen. Wir hoffen daher, nach dem erfolgreichen Auftakt im Januar in Daytona bei der Rückkehr an den Schauplatz in Florida den ersten Sieg mit dem neuen 911 RSR in den USA einzufahren.“

Steffen Höllwarth (Einsatzleiter IMSA Championship) Porsche
Foto: Porsche

Steffen Höllwarth (Einsatzleiter IMSA Championship): „Die Vorfreude auf die Rückkehr nach Daytona ist groß. Wir kehren mit einem guten Gefühl wieder. Beim ersten Einsatz des neuen Porsche 911 RSR sind wir mit beiden Fahrzeugen auf das Podest gefahren. Darauf möchten wir aufbauen. Wir kommen zwar an einen bekannten Schauplatz, aber die Bedingungen werden völlig anders sein als im Januar. Das Rennen wird ein Sprint. Wir müssen im Juli in Florida mit sehr hohen Temperaturen rechnen, aber auch mit Regen, der zu dieser Jahreszeit kurz und kräftig ausfällt. Das verringerte Personal und die Verkürzung des Rennwochenendes auf zwei Tage spielen eine große Rolle. Wir müssen bereits zum Start in das erste Training bestmöglich aussortiert sein. Es gilt, in diesen Tagen der Vorbereitung die Hausaufgaben mit maximaler Akribie zu machen.“

Porsche GT Team: Nick Tandy (GB)
Foto: Porsche

Nick Tandy (Porsche 911 RSR #911): „Ein zweites Rennen in Daytona ist eine tolle Sache – wenngleich es sich seltsam anfühlen wird, dorthin zu kommen, um einen Sprint über 2:40 Stunden zu fahren. Wir sind in Daytona an den Kampf zweimal rund um die Uhr gewöhnt. Ich denke, dass dieses kürzere Rennen eine ganz andere Charakteristik haben wird. Niemand wird zu vorsichtig agieren, niemand wird abwarten und auf eine letzte Gelbphase hoffen. Es geht voll auf Attacke. Für mich persönlich ist am schönsten, dass wir überhaupt wieder in den realen Wettbewerb zurückkehren können. Das ist ein enorm wichtiger Schritt, den ich seit Wochen herbeisehne.“

Porsche GT Team: Frederic Makowiecki (F)
Foto: Porsche

Frédéric Makowiecki (Porsche 911 RSR #911): „Endlich ist die lange Wartezeit vorbei und wir treten wieder in den Wettbewerb – mit echten Autos auf einer echten Rennstrecke. Wir kehren mit positiven Gefühlen nach Daytona zurück. Nach dem doppelten Podestplatz für Porsche im 24-Stunden-Rennen im Januar kann es jetzt nur ein Ziel geben: den Klassensieg. Unser Paket ist definitiv sehr gut. Wir sind nach der langen Pause aufgrund der Corona-Pandemie vor dem nächsten Einsatz hoch motiviert und greifen in Daytona voll an.“

Porsche GT Team: Earl Bamber (NZ)
Foto: Porsche

Earl Bamber (Porsche 911 RSR #912): „Die Vorfreude auf das nächste Rennen ist riesig. Ich möchte mich an dieser Stelle bei der IMSA, bei Porsche und bei allen weiteren Herstellern bedanken. Nur durch die gute und konsequente Zusammenarbeit ist es möglich geworden, dass wir endlich wieder Rennen fahren können. Wir kehren noch einmal nach Daytona zurück, finden dort aber ganz andere Voraussetzungen vor als beim Saisonstart im Januar. Das Wetter wird sicher anders sein. Zudem bekommt das Rennen einen ganz anderen Charakter, wenn es nicht über 24, sondern über nicht einmal drei Stunden geht. Es wird ein Sprintrennen, das wir in dieser Art in Daytona nicht kennen.“

Laurens Vanthoor  (B), Porsche GT Team
Foto: Porsche

Laurens Vanthoor (Porsche 911 RSR #912): „Wir sind alle sehr gespannt. Nicht nur auf die nächsten Fahrten im Porsche 911 RSR, sondern auch auf die besonderen Abläufe bei den kommenden Rennen. Der Charakter der Veranstaltung wird anders sein als bei allen Läufen zuvor. Es werden kaum Zuschauer vor Ort sein. Das Team darf nur mit einer geringen Zahl von Mitarbeitern an der Strecke arbeiten. Außerdem gibt es deutlich weniger Trainingszeit, um das Auto passend abzustimmen. Es gibt viele Fragezeichen, aber eines überwiegt: die unbändige Freude darüber, dass wir endlich wieder in den Wettbewerb in den USA zurückkehren und unsere Mission Titelverteidigung fortsetzen dürfen.“

Quelle: Porsche Newsroom

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