Bei den beiden letzten Saisonläufen der FIA World Endurance Championship (WEC) hat das Porsche GT Team den Gewinn der Weltmeisterschaft im Visier. Das Jahr 2021 geht mit zwei Rennen in Bahrain an den kommenden beiden Wochenenden zu Ende. Es wird der erste Doppel-Event in der Geschichte der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Der fünfte Saisonlauf am 30. Oktober dauert sechs Stunden, eine Woche später steht auf dem Bahrain International Circuit eine Distanz von acht Stunden auf dem Programm. Porsche tritt mit zwei 911 RSR in der hart umkämpften GTE-Pro-Klasse an. In der GTE-Am-Kategorie schicken drei Kundenteams fünf baugleiche Neunelfer in den Wettbewerb. Sie leisten ebenfalls rund 515 PS.

Foto: Porsche AG

„Wir gehen mit ganz klaren Zielen in die beiden letzten Saisonrennen in Bahrain: Wir wollen die Herstellermeisterschaft gewinnen und peilen mit der Crew in der Startnummer 92 zudem den Fahrertitel an“, erklärt Pascal Zurlinden, Gesamtprojektleiter Werksmotorsport. „Im vergangenen Jahr haben wir auf dem Kurs in der Wüste einen Doppelerfolg gefeiert. Das wollen wir wiederholen. Wenn uns dies sogar in beiden abschließenden Rennen des Jahres gelingt, ist uns die Meisterschaft sicher. Unser Porsche 911 RSR passt sehr gut zu den Besonderheiten der Strecke – das stimmt mich zuversichtlich.“

WEC 8h of Portimao 2021 Alexander Stehlig (Einsatzleiter FIA WEC)
Foto: Porsche AG

„Wir freuen uns sehr auf die beiden Rennen in Bahrain. Der Doppelsieg im vergangenen Jahr ist das beste Vorzeichen für einen starken Auftritt beim ersten sogenannten Doubleheader der Langstrecken-Weltmeisterschaft“, fasst Alexander Stehlig, Einsatzleiter FIA WEC, seine Erwartungen zusammen. „Das 6-Stunden-Rennen findet bei Tageslicht statt. Wir müssen uns auf große Hitze gefasst machen. Zudem wird die Konstanz der Reifen über einen vollen Stint entscheidend sein. Das achtstündige Finalrennen führt in die Nacht hinein. Die Herausforderung ist eine etwas andere, denn wir müssen das Herabsinken der Asphalttemperaturen antizipieren und entsprechend darauf reagieren. Es wird spannend und spektakulär für Fans, Fahrer und Teams. Am Ende des Doppel-Events möchten wir den Gewinn der WM-Titel feiern.“

Nach dem Doppel-Rennen organisiert die WEC zum Abschluss der Saison am 7. November einen Test für Nachwuchsfahrer auf dem Bahrain International Circuit.

Die Rennen

Foto: FIA WEC / Tim Hearn

Seit 2004 zählt der Bahrain International Circuit zu den regelmäßigen Austragungsorten eines Formel-1-Rennens. Die FIA WEC gastierte in ihrem Gründungsjahr 2012 erstmals auf dem 5,412 Kilometer langen Rundkurs nahe der Hauptstadt Manama. Einzig in der Saison 2018/2019 fand kein Langstrecken-Wettbewerb in Sakhir statt. Die große Hitze bei Tag, die fallenden Temperaturen bei Einbruch der Nacht sowie der oftmals mit einer feinen Sandschicht überzogene Asphalt machen das Rennen für Teams, Ingenieure und Fahrer zu einer großen Herausforderung. Der Reifenverschleiß auf dem Grand-Prix-Kurs mit ihren 15 Kurven ist enorm hoch. Ein konstantes Tempo über einen vollen Renn-Stint gilt als entscheidender Erfolgsfaktor. Im ersten von zwei Bahrain-Läufen werden die Punkte nach dem normalen FIA-Schema vergeben (25-18-15-12-10-8-6-4-2-1). Für das zweite Rennen kommt der Faktor 1,5 zum Einsatz, das Ergebnis wird aufgerundet (38-27-23-18-15-12-9-6-3-2). Zudem gibt es für das Erreichen der Pole-Position jeweils einen zusätzlichen WM-Zähler.

Die Fahrer des Porsche GT Teams

Foto: Porsche AG

Im 6-Stunden-Rennen in Bahrain wechseln sich am Steuer der Startnummer 91 die WEC-Stammpiloten Gianmaria Bruni aus Italien und Richard Lietz aus Österreich ab. Im finalen Saisonlauf über acht Stunden unterstützt Werksfahrer Frédéric Makowiecki das Duo. Der Franzose war bereits bei den Läufen in Portimão und Le Mans mit an Bord.

Foto: Porsche AG

Im Schwesterauto mit der Nummer 92 agieren Kévin Estre aus Frankreich und Neel Jani aus der Schweiz. Für das Saisonfinale am 6. November kehrt der Däne Michael Christensen zurück ins Cockpit. Die Stammbesatzung der Startnummer 92 belegt aktuell den zweiten Platz in der Fahrermeisterschaft, die Kollegen in der Nummer 91 folgen auf Rang drei. In der Herstellerwertung rangiert Porsche auf Platz zwei.

Die Kundenteams

Die erfahrenen deutschen Kundenteams Project 1 und Dempsey-Proton Racing schicken jeweils zwei Porsche 911 RSR in die beiden WEC-Rennen in Bahrain. Ein weiteres Fahrzeug setzt die britische Mannschaft GR Racing ein. In der Startnummer 77 von Dempsey-Proton Racing greift unter anderem Werksfahrer Matt Campbell aus Australien ins Lenkrad.

Teams und Fahrer in der Übersicht

GTE-Pro-Klasse
Porsche GT Team #91 – R. Lietz (A) / G. Bruni (I) / F. Makowiecki (F)
Porsche GT Team #92 – K. Estre (F) / N. Jani (CH) / M. Christensen (DK)

GTE-Am-Klasse
Team Project 1 #46 – D. Olsen (N) / TBA / TBA
Team Project 1 #56 – E. Perfetti (N) / M. Cairoli (I) / R. Pera (I)
Dempsey-Proton Racing #77 – C. Ried (D) / M. Campbell (AUS) / J. Evans (NZ)
GR Racing #86 – M. Wainwright (GB) / B. Barker (GB) / T. Gamble (GB)
Dempsey-Proton Racing #88 – K. Al Qubaisi (UAE) / A. de Leener (B) / J. Andlauer (F) / A. Jefferies (GB)

Der Zeitplan (alle Zeiten MESZ/MEZ)

Donnerstag, 28. Oktober
14:30 Uhr – 16:00 Uhr: Freies Training 1

Freitag, 29. Oktober
07:00 Uhr – 08:30 Uhr: Freies Training 2
11:30 Uhr – 12:30 Uhr: Freies Training 3
15:30 Uhr – 15:40 Uhr: Qualifying GTE

Samstag, 30. Oktober
10:00 Uhr – 16:00 Uhr: Rennen (5. Saisonlauf)

Donnerstag, 4. November
14:30 Uhr – 16:00 Uhr: Freies Training 1

Freitag, 5. November
06:00 Uhr – 07:30 Uhr: Freies Training 2
10:20 Uhr – 11:20 Uhr: Freies Training 3
14:20 Uhr – 14:30 Uhr: Qualifying GTE

Samstag, 6. November
11:00 Uhr – 19:00 Uhr: Rennen (6. Saisonlauf)

Das Rennen im TV und Livestream

WEC 8h of Bahrain 2020 Porsche 911 RSR, Porsche GT Team (#91), Gianmaria Bruni (I), Richard Lietz (A)
Foto: Porsche AG

Der Free-TV-Sender NITRO überträgt die beiden Langstrecken-Rennen in voller Länge live. Auch die Kanäle von Sport1 berichten umfangreich von den zwei finalen Läufen der Saison 2021. Einen Livestream sowie ein übersichtliches Timing bietet die kostenpflichtige App der Langstrecken-Weltmeisterschaft FIA WEC.

Fahrerstimmen vor dem Rennen

Foto: Porsche AG

Richard Lietz (Porsche 911 RSR #91): „Es sind zwar zwei Rennen am gleichen Schauplatz, aber doch bezüglich der Charakteristik sehr verschieden. Die abweichenden Startzeiten und Distanzen erfordern speziell angepasste Strategien. Das wird sicherlich sehr interessant. Wir mit unserer Startnummer 91 haben in puncto Meisterschaft nicht viel zu verlieren und werden voll attackieren. Hoffentlich kehrt das notwendige Rennglück endlich mal wieder auf unsere Seite zurück.“

Foto: Porsche AG

Gianmaria Bruni (Porsche 911 RSR #91): „Es wird in diesem Jahr in Bahrain aufgrund der zwei Rennen sehr interessant. Der erste Lauf findet tagsüber statt. Die Sonne brennt unerbittlich auf den Asphalt und uns erwartet eine regelrechte Hitzeschlacht. Im zweiten Rennen geht es in die Dunkelheit hinein – da müssen wir zusammen mit den Ingenieuren möglichst genau vorhersehen, wie sich die Strecke bei abnehmenden Temperaturen verändert. Wir wollen wichtige Ziele erreichen und werden alles geben, damit Porsche den Herstellertitel gewinnt. Fred hilft uns im finalen Rennen über acht Stunden. Darauf freue ich mich sehr.“

Foto: Porsche AG

Frédéric Makowiecki (Porsche 911 RSR #91): „Ich finde es toll, dass ich für das 8-Stunden-Rennen noch einmal ins Cockpit der Startnummer 91 zurückkehren werde. Wir wollen maximale Punkte einfahren, um Porsche zum Gewinn des Herstellertitels zu verhelfen. Wenn wir dabei gleichzeitig unsere Markenkollegen im Schwesterauto auf dem Weg zur Fahrer-WM unterstützen können, wäre das noch besser. Das Rennen wird hart. In Bahrain ist es immer sehr heiß, die Strecke fordert die Bremsen und die Reifen enorm. Dennoch bin ich optimistisch – auch, weil ich dort 2015 schon einmal gewonnen habe.“

Foto: Porsche AG

Kévin Estre (Porsche 911 RSR #92): „Es war schade, dass wir beim vergangenen Rennen in Le Mans die Führung in der Fahrermeisterschaft abgegeben haben. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch eine hohe Motivation. Wir haben noch alles selbst in der Hand: Gewinnen wir beide Rennen, dann holen wir den Titel. Das ist unser großes Ziel. Mit dem Porsche 911 RSR waren wir immer stark in Bahrain. Das lässt uns sehr zuversichtlich auf die beiden Rennen blicken. Ich freue mich außerdem, dass Michael für den finalen Lauf wieder in unserem Auto fahren wird.“

Foto: Porsche AG

Neel Jani (Porsche 911 RSR #92): „Die Strecke und das Umfeld in Bahrain gefallen mir gut. Ich habe dort in meiner Zeit mit dem Porsche 919 Hybrid schon tolle Erfolge gefeiert. Daran würde ich gern in diesem Jahr mit dem 911 RSR anknüpfen. Für uns geht es um den Weltmeistertitel. Wir setzen alles daran, die große Trophäe zu holen. Es ist ein Zweikampf zwischen unserem Auto und dem Ferrari mit der Startnummer 51. Mal schauen, wie die Mitbewerber in die beiden Rennen gehen. Es kann sein, dass der erste Lauf als strategische Vorbereitung auf den zweiten dient, in dem es dann zum Abschluss noch einmal um sehr viele Punkte geht. Warten wir es ab.“

Foto: Porsche AG

Michael Christensen (Porsche 911 RSR #92): „Es macht immer viel Spaß, den Porsche 911 RSR zu fahren. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf meine Rückkehr ins WEC-Team. Ich hoffe, dass die Mannschaft im ersten der beiden Bahrain-Rennen die Grundlage für einen schönen finalen Kampf um die Titel legen kann. Der 911 RSR war im vergangenen Jahr die Messlatte in der GTE-Pro-Klasse. Wir haben dort einen Doppelsieg eingefahren – nichts anderes möchten wir in diesem Jahr erreichen. Das könnte Porsche und meinen Kollegen Kévin und Neel den Gewinn der Weltmeisterschaft bescheren. Genau das ist das große Ziel.“

Quelle: Pressemitteilung Porsche AG

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