Porsche und Audi haben nun offiziell bestätigt, was Marshall Pruett auf RACER.com zuerst berichtet hat: Die VAG-Unternehmen arbeiten mit Multimatic zusammen, um die LMDh-Rennwagen zu bauen, die beide Marken ab 2023 sowohl in der IMSA als auch in der FIA WEC einsetzen werden.

Die neuen Rennprototypen, die mit einem Hybridantrieb ausgestattet sind, sind bereits für beide Meisterschaften bestätigt. Das neue Porsche Penske Motorsport Team hat bereits für beide Serien zugesagt, und von Audi wird erwartet, dass sie in Kürze ein ähnliches Programm bestätigen, das auf dem gleichen Basis-Chassis-Paket basiert.

Porsche LMDh
Foto: Porsche AG

Das Reglement der LMDh-Kategorie sieht vor, dass alle Prototypen in der neuen Königsklasse auf dem Chassis eines der vier zugelassenen Hersteller (Multimatic, Oreca, Dallara und Ligier) basieren müssen. Das Kürzel LMDh steht für Le Mans Daytona Hybrid. Die Autos werden ab 2023 in der neuen Topklasse in der IMSA antreten, wobei die FIA WEC die LMDh-Autos in ihrer neuen Hypercar-Klasse zusammen mit den für 2021 ebenfalls neuen LMH-Spec-Autos zusammenfasst.

Der Unterschied zwischen LMH und LMDh anschaulich erklärt

Multimatic ist ein privates, weltweit tätiges Unternehmen, das technische Komponenten, Systeme und Dienstleistungen für die Automobilindustrie liefert. Zu den Kernkompetenzen von Multimatic gehören die Konstruktion und Fertigung komplexer Mechanismen, Karosserie-Hardware, Aufhängungssysteme und Karosseriestrukturen sowie das Design und die Entwicklung von Leichtbau-Verbundsystemen für die Automobilindustrie. Darüber hinaus bietet Multimatic Design, Entwicklung und Produktion von Nischenfahrzeugen für Straßen- und Rennanwendungen.

Porsche 911 GT3 Cup, Generation 992
Foto: Porsche AG

Multimatic hat seinen Hauptsitz in Toronto, Kanada, und verfügt über Produktionsabteilungen und technische Einrichtungen in Nordamerika, Europa und Asien. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren ein wichtiger Partner von Porsche Motorsport und lieferte zuletzt Stoßdämpfer für den neuen Porsche 911 GT3 Cup Rennwagen, der im Porsche Carrera Cup North America Presented by the Cayman Islands eingesetzt wird. Auch im Porsche 919 Hybrid Evo, der 2018 auf Strecken wie der Nürburgring-Nordschleife mehrere Rundenrekorde aufstellte, sowie im Porsche 99X Electric Formel-E-Rennwagen und im Porsche 911 RSR in der WEC- und IMSA-GTLM-Klasse wurden Multimatic-Fahrwerkskomponenten verbaut.

Porsche LMDh
Foto: Porsche AG

Die neue LMDh-Kategorie wird Teil der neuen Spitzenklasse bei Langstreckenklassikern wie den 24 Stunden von Le Mans, Rolex 24 At Daytona und Mobil 1 Twelve Hours of Sebring sein und zeichnet sich durch ein Maximum an Wirtschaftlichkeit aus. Sie wird auf einem Chassis basieren, das jede Marke mit ihrer individuell gestalteten Karosserie kombinieren darf. Trotz des engen Reglements haben die Hersteller große Freiheiten, was den Antriebsstrang angeht. So gibt es zum Beispiel keine Vorgaben zu Bauart und Hubraum des Verbrennungsmotors. Gekoppelt mit einem standardisierten Hybridsystem wird die Motorleistung bei etwa 680 PS liegen. Das Grundgewicht des Fahrzeugs ist mit 1.030 Kilogramm angegeben.

Fritz Enzinger (Leiter Porsche Motorsport) FIA WEC 6 Hours of Fuji,
Foto: Porsche

Fritz Enzinger, Porsche Motorsport: „Multimatic ist für uns die naheliegendste und logischste Lösung. Wir kennen dieses hoch angesehene Unternehmen und sein Team aus erfahrenen Fachleuten seit vielen Jahren und sind von der Qualität ihrer Arbeit absolut überzeugt. Wir müssen keine komplett neue Geschäftsbeziehung zu ihnen aufbauen, sondern können sofort loslegen. Das ist entscheidend und genau das, was man bei der Entwicklung eines neuen Rennwagens braucht. Wir müssen unbedingt Reibungsverluste eliminieren, um sicherzustellen, dass wir einen perfekten Job machen und schnell liefern können, was benötigt wird. Es gibt einen weiteren Faktor von unschätzbarem Nutzen. Ein Teil von Multimatic ist, wie unser Teampartner Penske, in Mooresville in North Carolina ansässig. Kurze Wege und direkte Kommunikationslinien werden bei der Entwicklung des zukünftigen LMDh-Prototyps und im Wettbewerb von enormer Hilfe sein.“

Larry Holt, Executive Vice President, Multimatic Special Vehicle Operations: „Diese Partnerschaft mit Porsche Motorsport ist der Höhepunkt von dreißig Jahren des Aufbaus unserer Expertise im Bereich der Konstruktion und Entwicklung von Wettbewerbsfahrzeugen. Es ist ein Privileg, von Porsche für das nächste Kapitel im globalen Hybrid-Prototypen-Wettbewerb ausgewählt worden zu sein. Das LMDh-Konzept und die Regelkonvergenz zwischen der FIA WEC und der IMSA-Meisterschaft sind beispiellos, und das Engagement von Multimatic für das neue Modell ist allumfassend. Die Zusammenarbeit hat sich bereits als nahtlos erwiesen und der Enthusiasmus des Teams ist bei jedem Treffen spürbar. Ich bin ebenso erfreut über die jüngste Ankündigung von Porsche Penske Motorsport, da wir eine lange Beziehung zu Roger Penske und seiner Organisation haben, sowohl als Mitarbeiter als auch als Wettbewerber. Ich kann mir kein besseres Team als unseren Nachbarn aus North Carolina vorstellen, um die neuen Autos einzusetzen.“

Quelle: dailysportscar.com / Graham Goodwin

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