Barcelona, ein fünfter Rang und die schnellste Rennrunde. Dies dürfte dem einen oder anderen bekannt vorkommen, ist es doch exakt das gleiche Ergebnis wie vor sechs Wochen im GT3 Michelin Le Mans Cup. Diesmal jedoch in einem ganz anderen Zusammenhang: nämlich bei den 24 Stunden von Barcelona im TCR-Tourenwagen von Autorama by Wolf-Power Racing.

Gemeinsam mit seinen beiden dänischen Teamkollegen Kristian Jepsen und Jan Sörensen erlebte Mettler nach langer Zeit wieder einmal ein Rennen, bei dem es viele Strapazen zu überstehen galt. Trotz aller Hindernisse reichte es dem Team aus Wetzikon am Ende zum Titelgewinn in der European 24h Series.

Erschwerter Start ins Wochenende

Der Freitagmorgen stellt das Team zunächst auf eine harte Probe: Noch zu Tagesbeginn wird ein Motorschaden festgestellt, der die Crew zu Spitzenleistungen in der spanischen Mittagshitze zwingt. Das Mechanikerteam schafft es, den Motor gerade noch rechtzeitig zum Zeittraining zu tauschen. Auf das abschliessende freie Training vor dem Qualifying muss Mettler jedoch verzichten.

„Eine super Leistung vom Team, dass ich im Quali heute überhaupt starten konnte. Klar, dass es keine idealen Voraussetzungen waren, aber das Wichtigste ist, dass wir überhaupt teilnehmen konnten“, lobt Mettler den Einsatz der Boxenmannschaft. Mit Startplatz 3 zeigt man sich angesichts der Umstände dann auch sehr zufrieden. Volkswagen-Werksfahrer Benny Leuchter holt auf dem Schwesterfahrzeug zusätzlich die Pole Position für die Schweizer Equipe, womit die Ausgangslage für das Rennen kaum besser sein könnte.

Yannick Mettler 24h Barcelona 2019
Foto: O. Selzer

Ständiges Auf und Ab

Bei drückender Hitze läuft der Start zur Hatz zweimal rund um die Uhr für beide Gölfe unspektakulär. Mettler hält sich an den Plan, die Position für den ersten Stint zu halten, um dem Auto und den Reifen vorweg nicht zu viel abzuverlangen. Die bevorstehenden 24 Stunden sollten nicht nur für das Material, sondern vor allem auch für die Fahrer eine wahre Härteprobe darstellen. Nicht zuletzt aufgrund der diesmal nur dreiköpfigen Fahrerbesetzung.

Dann, kurz nach dem ersten Fahrerwechsel auf Jepsen, trifft die Equipe der erste Rückschlag: Ein Elektronikproblem zwingt die 114 zurück an die Box. Die Folge: noch mehr Schweiss bei den Mechanikern und sieben Runden Rückstand. Die Mission für die weiteren 20 Stunden lautet volle Attacke – und so viel wie möglich von dem Rückstand aufzuholen.

Schnellster in der Nacht

Im weiteren Rennverlauf kämpft sich Mettler zusammen mit dem dänischen Duo immer wieder zurück nach vorne. Der Luzerner gibt gemeinsam mit Pole-Setter und VW Werksfahrer Leuchter in der Nacht die Pace vor – und fährt dabei einmal mehr die schnellste Rennrunde der TCR Klasse. Zeitweise zeigt die Tabelle sogar wieder Position 4 – mit nur noch einer Runde Rückstand auf das drittplatzierte Schwesterauto, welches in der Nacht ebenfalls mit Elektronikproblemen zu kämpfen hatte. Ein Podium scheint wieder in Reichweite.

Doch das Fahrzeug mit der Startnummer 114 wird erneut vom Defektteufel heimgesucht. Zwei weitere Male geht es ausserplanmässig an die Box, um Schäden an der Vorderachse zu beheben. Besonderes Pech trifft Mettler, indem ihm kurz nach dem Passieren der Boxeneinfahrt die Radaufhängung bricht – im Standgas muss er das schwer zu kontrollierende Fahrzeug eine komplette Runde zurück an die Box schleppen, was erneut viel Zeit kostet.

„Das war ein ernüchterndes Rennen“, so Mettler nach dem Zieleinlauf. „Wir waren die schnellste Fahrerpaarung, haben immer wieder Anlauf genommen, viel riskiert und schliesslich auch aufgeholt – aber wurden am Ende jedes Mal wieder zurückgeworfen. Eine undankbare Situation, doch wie sagt man so schön: um ein 24h Rennen zu gewinnen, muss man erst mal ohne Zwischenfälle durchkommen.“

Autorama wird Team Champion

Trotz des enttäuschenden Rennverlaufs kann sich Mettler mit der Mannschaft von Autorama Motorsport über den Team-Titel in der EUROPEAN 24H SERIES freuen, nachdem das Schwesterauto mit der Nummer 112 auf dem dritten Rang ins Ziel kam.

„Wir sind mit dem Ziel nach Barcelona gereist, den Titel für das Team zu holen. Ich freue mich sehr für alle Beteiligten, dass es geklappt hat und dass ich zu diesem grossartigen Erfolg einen Teil beitragen konnte.“

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