Nach der revolutionären Ankündigung äußert sich nun ORECA zu den Plänen der beiden Organisationen und gibt bekannt seine Hypercar-Pläne über Bord zu werfen und sich auf die neuen LMDh-Plattform zu konzentrieren.

Wie die Kollegen von sportscar365.com berichten, wird sich der französische Konstrukteur, der in der Vergangenheit mit Peugeot in Gesprächen war, um technischer Partner für Peugeots Hypercar-Programm zu werden, nun laut Hugues de Chaunac, Präsident von ORECA, ganz auf das neue globale LMDh-Format von ACO und IMSA konzentrieren.

„Von Seiten ORECAs werden wir uns vollständig auf die globale Plattform konzentrieren. Das bedeutet, dass wir nicht länger an dem Hypercar-Projekt arbeiten werden. Wir können nicht alles“, sagte de Chaunac.

„Im Moment denke ich, ist die Entscheidung recht einfach. Alle OEMs* haben echte Budgetprobleme, weil sie viel in elektrische und umweltfreundliche Technologien usw. investieren.“, erklärt der Franzose.

Die Organisatoren haben zwar noch keine Budgets bekanntgegeben. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass diese deutlich unter den ursprünglichen Hypercar-Zahlen liegen werden, die in der WEC bis 2026 weiterhin gültig sind.

„Das große Problem ist das Budget“, sagte de Chaunac. „Wenn man ein Hypercar bauen will, ist das Budget hoch. Wenn man aber eine globale Plattform bespielen kann, wird das Budget geringer sein.

„Ich denke, um für Automobilhersteller attraktiv zu sein, stellen sich zwei Fragen: ‚Kann mein Auto Le Mans und Daytona gewinnen?‘, und ‚Ist das Budget viel niedriger als bei den Hypercars?'“, gibt Chaunac zu verstehen.

Der technische Direktor von ORECA, David Floury, bestätigte, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr Machbarkeitsstudien durchgeführt hat und konzeptionelle Arbeiten durchdachte, für ein Hypercar, das eigentlich für Peugeot gedacht war.

„Diese Ankündigung wurde zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, als Peugeot überlegte, wie man vorgehen soll“, sagte de Chaunac. „Wir haben im Moment genug Gespräche und Kontakte, um zu sehen, welche Interessen die OEMs haben.“

„Ich bin mir sicher, dass wir in den kommenden Monaten vor Juni ein, zwei oder drei Ankündigungen zu hören bekommen.“ erklärt der Präsident von ORECA weiter.

De Chaunac und Floury lehnen es momentan ab, eine Zahl zu nennen wie viele LMDh-Projekte ORECA stemmen könne, gaben aber an, dass man sich eher auf Qualität als auf Quantität konzentrieren wolle.

ORECA wird einer der vier Hersteller sein, die die LMDh-Chassis bauen dürfen, die Hybridsysteme und einen größeren Kraftstofftank aufnehmen können, als dies derzeit bei LMP2-basierten Chassis der Fall ist.

„Auf der Basis eines kostenbegrenzten LMP2 können die Kosten erheblich gesenkt werden. Mit demselben Auto, das Sie in Daytona, Sebring, Le Mans sowie bei der WeatherTech und WEC gewinnen können, ist dies eine sehr gute Investition für die OEMs“, fügte Floury hinzu.

Am Freitag wurde bekannt gegeben, dass eine neue gemeinsame IMSA-ACO-Plattform ab der Saison 2021/22 in der WEC und ab 2022 in der IMSA WeatherTech SportsCar-Meisterschaft 2022 Zulassung findet.

*) OEM = Original Equipment Manufacturer (übersetzt aus dem englischen, Originalausrüstungshersteller, was Erstausrüster bedeutet.)

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner
Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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