Trotz kühlerer Temperaturen und zu Beginn noch trockener Strecke hat es im zweiten Qualifying keine Änderungen an der Spitze der Zeitenliste gegeben. Einsetzender Regen kurz nach Trainingshalbzeit, gelbe Flaggen und diverse Code 60 Phasen taten ihr Übriges das Klassement einzufrieren. Nach einem Unfall des #2 HRT Mercedes AMG GT3 im Streckenabschnitt Aremberg wurde das zweite Qualifying um 22.55 Uhr vorzeitig mit der roten Flagge beendet.

ADAC TOTAL 24h Nürburgring 2020 - Foto: Gruppe C Photography
ADAC TOTAL 24h Nürburgring 2020 – Foto: Gruppe C Photography

#1 Audi R8 LMS (Müller / Vanthoor / Verwisch)

Nico Müller: „Ich kenne die Jungs im Team schon länger, aus der DTM und dem Start hier vor zwei Jahren. Das war nicht so glücklich, aber jetzt haben wir eine zweite Chance zusammen. Als Sieger vom letzten Jahr wissen die Jungs, wie es geht. Das muss auch für dieses Jahr wieder das Ziel sein. Ich bin schon länger nicht mehr im Dunkeln gefahren, in der DTM sind wir ja meistens am Tag unterwegs.“

#2 Mercedes AMG GT3 (Haupt / Buurman / Bastian / Ellis)

N24h 2020
Foto: Gruppe C Photography

22.49 Uhr: Abflug Posten 88 (Aremberg). Pilot Yelmer Buurman ist ok.

#3 Audi R8 LMS (Winkelhock / Bortolotti / Frijns / Haase)

Markus Winkelhock: „Ich bin zwei Runden im Trockenen gefahren und in der dritten hat es angefangen zu regnen. Dann bin ich reingekommen, da es auf Slicks zu gefährlich war. Ich habe nur gecheckt, ob die Scheinwerfer und die Spiegel richtig eingestellt sind. Zudem ging es darum ein Gefühl für das Auto unter diesen Bedingungen zu bekommen. Das Training jetzt ist ein Vorgeschmack auf das Rennen.“

#10 Mercedes AMG GT3 (Shoffner / Shoffner / Palttala / Soulet)

John Shoffner: „Die ersten Runden in der Nacht können aufregend sein, und genau das war auch so. Bei einem Doppel-Gelb hat sich das Feld zusammengeschoben und ich habe das Auto vor uns berührt. Wir schauen jetzt, was passiert ist.“

#18 Porsche 911 GT3 R (Bamber / Bernhard / Bergmeister)

Earl Bamber: „Es ist für mich das erste Mal seit mehr als einem Jahr, dass ich auf der Nordschleife fahre. Es ist toll, wieder hier zu sein, auch bei diesen besonderen Umständen. Das Auto ist gut, und wir versuchen jetzt, alle unsere Fahrer auf die Strecke zu bekommen. Die Strecke ist im Moment gut, trocken und mit viel Grip.“

Timo Bernhard: „Ich bin nur eine Runde gefahren, und da hat es schon genieselt und hatte oft Gelb. Da haben wir entschieden, rein zu kommen. Regenreifen würde man jetzt kaputt machen, und mit Slicks geht es nicht mehr.“

#21 Lamborghini Huracan GT3 (Jefferies / Perera / Mapelli / di Martino)

Axcil Jeffries: „Ich wollte ehrlich gesagt erst einmal ein paar Runden im Dunkeln fahren, um mich auf morgen vorzubereiten. Unser Licht war ziemlich gut, aber da draußen ist es echt dunkel. Nur wenn man ein GT3-Auto hinter sich hat, dann blendet es in den Spiegeln und in der Heckkamera.“

#25 Porsche 911 GT3 R (Rocco di Torrepadula / Kolb / Holzer / Menzel)

Patrick Kolb: „Ich muss sagen, es ist ganz anders als im letzten Jahr beim meinem ersten 24h-Rennen. Es ist wirklich pechschwarz da draußen, man sieht keine Fans, es fehlen die Orientierungspunkte. Wenn morgen noch Regen und vier Grad dazu kommen, wird es sicher noch schwieriger. Aber das Fahrzeug läuft wie eine Eins.“

ADAC TOTAL 24h Nürburgring 2020 - Foto: Gruppe C Photography; #033 Porsche 911 GT3 R, Falken Motorsports: Christian Engelhart, Sven Müller, Dirk Werner; #044 Porsche 911 GT3 R, Falken Motorsports: Klaus Bachler, Matteo Cairoli, Martin Ragginger
Foto: Gruppe C Photography

#44 Porsche 911 GT3 R (Bachler / Müller / Dumbreck / Ragginger)

Sven Müller: „Es war sehr ungewohnt. Da sieht man mal wieder, dass die Nürburgring-Nordschleife die schwerste Rennstrecke der Welt ist. Man hat viele schnelle Kurven, die blind sind. Man sieht den Scheitelpunkt der Kurven nur sehr schwer, da das Licht nur nach vorne scheint. Man braucht viel Routine, um auch im Dunkeln in den Kurven am Limit zu fahren. Es macht sehr viel Spaß, ist aber eine große Herausforderung.“

22:13 Uhr: Einschlag im Bereich Ausgang Fuchsröhre. Steht entgegen der Fahrtrichtung.

#54 Lexus RCF (Asahi / Koyama / Farnbacher / Völker)

20:50 Uhr: Unfall im Bereich Klostertal, viele Trümmerteile auf der Strecke

#70 BMW M4 GT4 (Schrey / Hürtgen / Fischer)

20:42 Uhr: Einschlag im Bereich Hatzenbach. Das Auto kann die Fahrt aber fortsetzen.

22.45 Uhr: Trotz des leichten Einschlages zu Beginn des Qualifyings, liegt der Bonk-Hofor BMW M4 in der Klasse SP10 auf Platz eins.

#88 BMW M6 GT3 (Wittmann / Auer / Blomwquist)

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Foto: Gruppe C Photography; Rowe Racing

Teamchef Hans-Peter Naundorf: „Da wir jetzt im September deutlich länger im Dunkeln fahren werden, ist das Training jetzt ein bisschen wichtiger. Es geht vor allem darum, die Reifen auszusortieren, zu schauen, ob man am Setup noch was ändern.“

Lucas Auer: „Die ersten Runden waren brutal, da kann man nichts anderes sagen. Ich fahre hier zum ersten Mal abends und kann das gar nicht richtig beschreiben. In der ersten Runde ist man nur Passagier, in der zweiten Runde geht es ein bisschen besser. Es ist Wahnsinn, was hier abgeht, aber eine unglaubliche Erfahrung. Im Trockenen und Hellen kenne ich mich mittlerweile hier so gut aus, dass ich mich wohl fühle.“

#109 Ford Mustang GT (Caba / Sprungmann / Müller)

Nach einem Schaden im ersten Qualifying tauscht das Team aktuell den Motor und hofft bis morgen wieder fahrbereit zu sein, spätestens aber Samstag zum Rennen.

Konrad-Lamborghini deutlicher Tagesbester

Konrad Motorsport Lamborghini Huracan GT3 Evo N24h 2020
Foto: Gruppe C Photography

Der Zeitenjagd vom Mittag folgte der erste Kampf mit der Dunkelheit: Die Nürburgring-Nordschleife war beim ersten Nachttraining an einem späten September-Wochenende für die Fahrer ohne die gewohnten Lagerfeuer der Fans einfach nur eine „Dunkle Hölle“. Da sich zu den ungewohnten Sichtbedingungen in der zweiten Hälfte des 2. Qualifyings für das 48. ADAC TOTAL 24h-Rennen auch noch Nieselregen gesellte, gab es einige Unfälle, was 39 Minuten vor dem Ende sogar zu einem vorzeitigen Abbruch führte. Die Reparatur der beschädigten Leitplanke hätte zu lange gedauert. So konnte sich Konrad Motorsport mit dem #21 Lamborghini Huracan GT3 Evo vorzeitig über die Tagebestzeit freuen. Die 8:11,428 Minuten des Quartetts Jeffries / Mapelli / di Martino / Perera aus dem 1. Qualifying wurden am Abend nicht mehr gefährdet.

Auch die Reihenfolge hinter dem Lamborghini änderte sich nicht mehr, sodass am Ende vier verschiedene Marken auf den ersten vier Plätzen lagen. Zweiter war der #5 Phoenix-Audi vor dem #4 HRT-Mercedes AMG und dem #18 KCMG-Porsche, für den unter anderem 24h-Rekordgewinner Timo Bernhard kurzfristig reaktiviert worden war.

„Das Training jetzt ist ein Vorgeschmack auf das Rennen“, kommentierte der dreimalige Gesamtsieger Markus Winkelhock (Audi) die schwierigen Bedingungen auf der Nordschleife, wo sich alle Fahrer vor allem an die ungewohnte Dunkelheit gewöhnen mussten. „Es ist da draußen natürlich ganz anders. Sonst hat man die Fans mit Grill oder Feuern da draußen, jetzt ist keiner da. Es ist nicht so einfach, die Brems- und Einlenkpunkte zu finden“, erklärte Vorjahressieger Dries Vanthoor aus dem ebenfalls von Phoenix eingesetzten #1 Audi, die auf Platz fünf landeten.

Auf der Nordschleife sind in diesem Jahr wegen der Hygienemaßnahmen im Zuge der Covid-19-Pandemie zum ersten Mal keine Zuschauer zugelassen. Fans können das Rennen allerdings von ausgewählten Tribünen an der Grand-Prix-Strecke verfolgen. Tickets dafür sind noch für alle Tage über das Ticketsystem des Nürburgrings unter www.nuerburgring.de/24h erhältlich. Von zu Hause können alle Fans des 24h-Rennens über Livestream, -ticker und -timing unter www.24h-rennen.de/live dabei sein.

Quelle: 24h-media.de

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