Während sich am vergangenen Wochenende die Teams zum ersten Lauf der Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring trafen, debattierte parallel die ILN über ihre Zukunft. Nach dem Rücktritt von Olaf Manthey gibt es sichtlich einiges zu tun.

Die Interessengemeinschaft Langstrecke Nürburgring (ILN) stellt sich organisatorisch neu auf: Aus dem temporären, im Dezember 2015 gegründeten Aktionsbündnis wird ein eingetragener Verein. Die ILN vertritt auch weiterhin die Belange von Teams und Fahrern, die an der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN), der Rundstrecken-Challenge Nürburgring (RCN) und am 24-Stunden-Rennen auf der Traditionsrennstrecke teilnehmen. Die kommissarische Führung der ILN bis zur Wahl des Vorstands übernehmen Martin Rosorius (Team Black Falcon) und Dirk Theimann (Team Phoenix Racing). Beide haben bisher die Arbeitsgruppe „Sportliches Reglement“ innerhalb der ILN geleitet.

Die Neustrukturierung der ILN wurde notwendig durch den Verzicht des bisherigen Sprechers Olaf Manthey auf sein Amt. Manthey, auf dessen Initiative die ILN gegründet worden war und der seither die Geschicke der Interessengemeinschaft maßgeblich geleitet hat, steht der künftigen ILN e.V. mit seinem fundierten Fachwissen auch weiterhin als Berater zur Seite. „Wir danken Olaf Manthey herzlich für das große Engagement, das er für den Langstreckensport auf der Nordschleife im Allgemeinen und in den vergangenen zweieinhalb Jahren im Speziellen aufgebracht hat“, so Martin Rosorius.

Aufgabe der ILN ist es, das Kundeninteresse sowohl der großen als auch gerade der kleinen Teams auf der Nürburgring-Nordschleife dauerhaft zu artikulieren und als Ansprechpartner für alle Parteien zu dienen. Gerade die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass es diesbezüglich noch erhebliches Verbesserungspotenzial gibt. Auf der ILN-Sitzung Mitte März 2018 haben Vertreter der Teams von Aston Martin, Phoenix Racing, Manthey Racing, Black Falcon, WTM-Racing, Scheid Motorsport, Nexen Tire Motorsport, Mathol Racing, Adrenalin Motorsport und Sorg Rennsport unter anderem folgende Forderungen gestellt:

  1. frühzeitige Einbindung der ILN bei geplanten Änderungen im sportlichen und technischen Reglement sowie bei organisatorischen Themen, um für die Teams die Planungssicherheit zu gewährleisten und ggf. auf Änderungen reagieren zu können
  2. Veranstaltungstermine nur im Zeitraum April bis September
  3. kundenorientiertes und sinnhaftes Technisches sowie Sportliches Reglement
  4. freie Wahl von Zulieferern und Reifenpartnern
  5. Reduzierung statt Ausweitung der Pflichtwerbung auf den Fahrzeugen – diese Werbeflächen werden von den Teams zur Finanzierung benötigt
  6. Keine Pflichtwerbung, die in Konkurrenz zu Teamsponsoren steht
  7. permanente Weiterentwicklung und qualitative Verbesserung der einzelnen Veranstaltungsplattformen

In den vergangenen zwei Jahren hat die ILN als Sprachrohr der Kunden – der Teams und Fahrer – einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess des Langstreckensports auf der Nordschleife angestoßen. Viele Anregungen, so etwa die Vorschläge der ILN zur Optimierung und Harmonisierung der Ausschreibungen für die VLN und das 24-Stunden-Rennen, wurden von den Veranstaltern, der VLN und dem ADAC Nordrhein aufgegriffen und teilweise bereits umgesetzt. Mit beiden Veranstaltern will die ILN auch zukünftig Maßnahmen und Regelungen auf ihre Sinnhaftigkeit, Effektivität und insbesondere ihre Kundenorientierung überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen fordern. Der multilaterale Dialog – auch mit dem DMSB, dem Nürburgring und der RCN – soll dabei stets an einem Ziel ausgerichtet sein: dem attraktiven, fairen und sicheren Rennsport auf der einzigartigen und legendären Nürburgring-Nordschleife.

Über die ILN

Die Interessengemeinschaft Langstrecke Nürburgring wurde im Dezember 2015 auf Initiative von Olaf Manthey gegründet. Ziel des Aktionsbündnisses – das über 100 Fahrzeuge in der VLN repräsentiert – war es, den Vorschlägen der Fahrer-AG gegenüber dem DMSB Nachdruck zu verleihen. Dieser war zentralen Forderungen der Fahrer-AG nicht gefolgt, die ein Sicherheitskonzept insbesondere für die Code-60-Phasen erarbeitet hatte, das sich an internationalen Richtlinien orientierte. Nach einer Boykott-Androhung der ILN setzten sich alle Beteiligten gemeinsam mit dem DMSB an einen Tisch und fanden eine Lösung, die den Sicherheitsbedürfnissen der Fahrer und Teams Rechnung trägt. Der Fahrer-AG gehören so erfahrene Nordschleifen-Piloten wie Dirk Adorf, Marc Lieb, Arno Klasen, Altfried Heger und Markus Oestreich an. Sie bleibt auch zukünftig ein wesentlicher Bestandteil der ILN und wird ihr Know-how weiterhin konstruktiv einbringen.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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