Mit diesem bravourösen Ende der Saison hatte so mancher aufgrund des zähen Saisonstarts mit vielen Problemen sicherlich nicht mehr gerechnet. Doch mit einer beispiellosen Serie von fünf Klassensiegen in Folge wendete sich für das Mayener Team Eurorepar Autohaus Nett Motorsport sportlich Alles zum Guten.

Noch im freitäglichen Training zum ersten Lauf der VLN-Langstreckenmeisterschaft verlor die Mayener Mannschaft den Peugeot 308 während der Aufwärmphase im Bereich Hatzenbach. Was Anfangs nach einem Reifenproblem aussah stellte sich später als ein technischer Mängel heraus. Das Fahrzeug wurde so schwer beschädigt, dass man sowohl im darauffolgenden ersten Rennen der Saison, als auch im zweiten Lauf mit dem 308 nicht an den Start gehen konnte.

Und weil rostet, wer rastet, reaktivierte man zum 43. DMV 4-Stunden-Rennen das „Alteisen“, den Peugeot 306 aus dem Jahr 1998 mit 200.000km auf dem Buckel. Jürgen Nett kommentierte den Einsatz damals gegenüber LSR-Freun.de: “Leider bekommen wir nicht alle Teile rechtzeitig um den 308 TCR fertig zu bekommen. Deshalb haben wir einfach aus der Garage den 306 genommen, etwas abgestaubt, den Wagenpass verlängert und den Feuerlöscher erneuert.“

Peugeot 308 Nett Motorsport #308 Achin Nett, Jürgen Nett, Bradley Philpot, VLN9 2018
Foto: Nett Motorsport

Beim letzten der neun Läufe zur diesjährigen VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring, machte der berüchtigte Eifel-Nebel dem Veranstalter zunächst einen Strich durch die Rechnung. Mit einstündiger Verspätung wurde das 166 Teams umfassende Starterfeld ins morgendliche Qualifying. Ungewöhnlich: Es war in dieser Saison das erste und einzige Mal, dass das Wetter Einfluss auf den Zeitplan nahm. Noch ungewöhnlicher ist, dass es kein einziges Regenrennen gab.

Eine Tatsache, die Routinier Jürgen Nett mit einem Augenzwinkern so kommentiert: „Die Windjacken, die uns unser Textilausstatter miko zu Saisonbeginn spendiert hatte, waren im Gegensatz zu den Vorjahren mit einer Kapuze ausgestattet – ein glücklicherweise ‚überflüssiges‘ Feature“.

Als der Nebelschleier die Strecke frei gab, machte sich zuerst Achim Nett im Peugeot 308 Racing Cup auf die Zeitenjagd, ehe sein Bruder Jürgen übernahm und die Trainingsbestzeit in der Klasse SP2T für turboaufgeladene Rennwagen bis zu 1600ccm Hubraum setzte. Bradley Philpot, wie üblich dritter Fahrer im Bunde, konnte dagegen keine wirklich schnelle Runde setzen, da Öl auf der Strecke für akute Gefahr sorgte.

Um 13 Uhr – ebenfalls mit einer Stunde Verspätung – erfolgte dann der Start, den dieses Mal Jürgen Nett fuhr, sogleich mehrere Positionen gut machte und erster Verfolger der Cup-BMWs war.

„Die Änderungen am Fahrwerk haben sich wirklich sehr positiv ausgewirkt. Das Auto war perfekt“, so der 51-jährige. Mit ausreichend Vorsprung auf die Konkurrenz übergab er das Fahrzeug nach 90 Minuten an Philpot, der in seinem Stint in 9:22.766 Minuten die schnellste Rennrunde des Teams und auch der Klasse markierte. Der 32-jährige sagte nach dem Rennen freudestrahlend: „Man muss sich das einmal vorstellen: Ich hatte zum allerersten Mal in dieser Saison eine freie Runde. Keine gelben Flaggen, keine Code-60-Phasen“

Für die finalen 60 Minuten der 2018er Saison übernahm dann Achim Nett noch einmal das Volant und brachte nicht nur den Tagessieg, sondern eben auch den Klassentitel in trockene Tücher. Der 49-jährige ließ es sich dann auch nicht nehmen, die am Parc Fermé wartende Mannschaft mit Champagner abzuduschen. „Mir ist es ein großes Anliegen, gerade am Ende dieser Saison mit vielen Höhen und Tiefen, unserer Truppe rund um Christian Erben und Lothar Gäb zu danken. Ein großer Dank gilt auch allen unseren Sponsoren, ohne die wir dieses Projekt nicht stemmen könnten.“, so Achim Nett.

Über die Pläne für die nächste Saison, lassen sich die beiden Brüder indes nur wenig entlocken: „Sicher ist, dass wir wiederkommen. In welcher Form – das ist momentan noch Gegenstand von Verhandlungen“.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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