Die erste Hälfte des Rennens ist überstanden. Kurz vor Anbruch der zweiten Hälfte setzte dann auch der vorhergesagte Regen ein. Auf der Strecke „herrscht weiterhin Krieg“, wie Georg Weiss treffend beschrieb.

Insgesamt 146 Starter gingen pünktlich um 15:30 Uhr auf die Reise zweimal rund um die Uhr. Schnell stellte sich heraus, dass dieses 24h-Rennen noch lange in Erinnerung bleiben würde. In den Boxen schloss man bereits Wetten ab, wer als erstes schwer einschlagen würde. Denn die Spitzengruppe kämpfte von Anfang an um Leben und Tod. Oder wie Georg Weiss es treffend gegenüber LSR-Freun.de beschrieb: „Da draussen herrscht Krieg!“

Fünfzehn Führungswechsel verzeichnet die Statistik des Rennens zur Halbzeit. Während auf trockener Fahrbahn vor allem die beiden Manthey-Porsche das Renngeschehen bestimmten, schlug mit Einbruch des Regens die Stunde der Daimler.

Schwer sollte die erste Hälfte vor allem für die Teams des zweiten und dritten Starterfeldes werden. In teils halsbrecherischen Manövern nahmen die Teilnehmer der Spitzengruppe das Gro des Feldes aufs Korn.

Innerhalb der ersten 30 Minuten fuhr der Polesetter Kevin Estre im Porsche 911 GT3 R ganze 12 Sekunden auf den Zweitplatzierten raus. Kurze Zeit später kommt es zum ersten härteren Aufeinandertreffen der Spitzengruppe mit dem dritten Starterfeld, als der Mücke-Audi #25 dem BMW E36 mit der Startnummer in einer Code-60 Zone ausgangs Veedol-Schikane ins Heck fuhr. Und Renger van der Zande wirft seinen MANN-Filter-Mercedes wenige Minuten später ausgangs Mercedes-Arena vor lauter Übermut in die Reifenstapel.

beispiellose Reperaturen in den Boxen

Lubner Motorsport Opel Astra TCR #174
Foto: M. Brückner

Für Lubner Motorsport scheint es an diesem Wochenende einfach nicht zu passen. Nachdem zuerst die #173 in einem kolosalem Drift im Bereich Hatzenbach in die Leitplanken einschlug und ein Rad verlor, verunfallte die #174 nur wenige Runden später an gleicher Stelle. Zwar konnte man beide Opel relativ zeitnah reparieren, jedoch war der Rennverlauf hinüber. Die #174 blieb später mit technischem Defekt Höhe Quiddelbacher Höhe liegen.

Unter tosendem Beifall fuhr der gelbe Calibra nach achteinhalb Stunde Reperaturzeit wieder aus der Box. Zuvor verunfallte die #124 von TJ-Racing in der zweiten Rennstunde schwer. Andere hätten das Fahrzeug lange abgestellt. Für TJ-Racing gilt ein solcher Unfall jedoch nur als Ansporn.

In den Produktionswagenklassen und der CUP5 geben sich die Klassenprimuse Sorg Rennsport, Adrenalin Motorsport und Manheller Racing, sowie Bonk-Motorsport einen spannenden Dreikampf in den jeweiligen Klassen. Immer wieder wechselt die Spitze. Pech hatte man bei Sorg Rennsport in der vierten Rennstunde. Nach einer Kollision im Bereich Hohe Acht überschlug sich der Porsche Cayman #305. An eine Weiterfahrt war nicht zu denken.

Regen mischt die Karten neu

Unglücklich verlief auch das Rennen für den „Ronal“ BMW Z4 GT3 mit Peter Posavac, Jörg Müller, Rudi Adams und Alex Lambertz. Posavac, Admas und Lambertz fuhren den Z4 auf einem respektablen 28. Gesamtrang vor. Als Müller übernahm, sollte sich das schnell ändern. Bis auf den 22. Gesamtrang konnte sich der ehemalige Werksfahrer im Zetti vorarbeiten. In einem Überholvorgang Höhe Kesselchen übersah ein Kontrahent den Z4 und streifte den Kult-BMW am Heck. Müller hatte keine Chance, das Fahrzeug in diesem Streckenabschnitt zu halten und schlug mehrfach in die Streckenbegrenzung ein. Das Ende für den „Zetti“. Eine Reperatur ist an diesem Wochenende nicht mehr möglich.

Foto: D. Matschull

Mit Einsetzen des vorhergesagten Regens wurden die Karten dann neu gemischt. Aktuell sind noch 130 der 147 gestarteten Teams auf der Strecke unterwegs. Der Regen hat aktuell wieder nachgelassen, die ersten Teams spielen mit dem Gedanken, wieder auf Slicks zu wechseln.

In unserem Live-Ticker berichten wir weiter über das weitere und aktuelle Geschehen am Nürburgring. Natürlich, wie gewohnt, mit einem tieferen Blick in die zweite und dritte Startergruppe.

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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