Was für eine Leistung der noch jungen Mannschaft aus Wetzikon! Nach dem sensationellen Sieg am 24H-Rennen in Dubai vor etwas mehr als zwei Monaten gewinnt das Team auch den ersten Event auf europäischem Boden.

„Es scheint, als wären wir aktuell das beste Team“, dieses Statement von Adrian Wolf, Renningenieur und Kopf von Wolf-Power Racing, entstand ca. eine Stunde vor Ablauf des Rennens. Das Interview begann mit der Frage, wieso das Autorama Motorsport by Wolf-Power Racing-Team derart erfolgreich in die Saison gestartet ist. Doch es steckt mehr dahinter. Ein kleineres Team war bereits vorletzten Sonntag angerückt, um mit den beiden Fahrern J. Sörensen und K. Jepsen das zweite Fahrzeug, den Cupra TCR, in Mugello zu testen. Sie konnten so die Strecke besser kennenlernen und von wichtigen Inputs von Yannick Mettler, Siegfahrer in Dubai, profitieren.

«Die beiden Tage mit dem Cupra sowie das testen mit dem Golf am Donnerstag haben uns aufgezeigt, dass der Reifenverschleiss hier in Mugello extrem ist. Hinzu kommt das Gefälle, was es zusätzlich erschwert, ein geeignetes Setup für den Golf GTI TCR einzustellen. Ist das Auto zu schnell, geht das zu Lasten der Reifen und mehr Boxenstopps sind nötig. Wird das Fahrzeug etwas langsamer und reifenschonender eingestellt, stören sich die Fahrer daran und man fährt eben keine Spitzenzeiten», meinte Stefan Tanner, Leiter der Motorsportabteilung, vor Beginn des Rennens am Freitag.

Zusammen mit dem restlichen Team, welches am Mittwochabend vor Ort eintraf, entschied man sich auch in Absprache mit dem Fahrertrio Danz/Jepsen/Sörensen für die zweite Variante. Es muss wohl die erste richtungsweisende Entscheidung gewesen sein, die zum Sieg am Samstagabend führte. Die Reifen waren der Schlüssel.

Beim Qualifying reichte es «nur» für einen Mittelfeldplatz. Das Team konnte aber gut damit leben, da die Zeitabstände zu den vorderen Plätzen nicht sonderlich gross waren. In den ersten drei Stunden Racing kämpfte sich das Team durch glückliche und gut genützte Code 60-Phasen nach vorne bis auf den zweiten Platz! Der Neustart des Rennens am Samstagmorgen verlief nicht ganz so erfolgreich. Das Team fiel einige Plätze nach hinten, musste stoppen, tanken, Reifen wechseln und wieder angreifen. Und wie! Ab der Hälfte des Rennens übernahm das Team die Führung und gab sie, trotz vieler Widrigkeiten, bis zum Schluss nicht mehr ab. Am Ende reichte ein Vorsprung von gerade einmal 26 Sekunden auf den Zweitplatzierten.

«Der Erfolg basiert auf einem Mix aus eigener Rennerfahrung, aus langjähriger Erfahrung bezüglich Strategie und der Erfahrung, Rennen lesen zu können. Weitere Voraussetzungen sind Disziplin in der Vorbereitung, Kreativität/Ideen bezüglich Rennstrategie und die Leidenschaft des gesamten Teams, allen voran der Mechaniker. Auch die Zusammenarbeit mit Adrian Wolf ist ein Schlüssel zum Erfolg, sein Know-how im Reifen/Fahrwerk-Setup ist einmalig. Am Schluss müssen die Fahrer noch den Rest umsetzen und fehlerfrei fahren. Es muss einfach alles zusammenpassen. Hinzu kommt dieses sensationelle Fahrzeug von Volkswagen, wofür wir Volkswagen Motorsport sehr dankbar sind», meinte ein sichtlich stolzer und bewegter Stefan Tanner.

Für den zweiten Teil des Rennens hatte Patrick Liechti, Chefstratege, folgende Worte: «Für den zweiten Teil des Rennens haben wir uns ganz klar darauf geeinigt, nicht um jeden Preis auf P2 zu bleiben, lieber würden wir aufmachen, anstatt eine Kollision zu verursachen. Wir fielen dann zwar ein paar Plätze zurück, konnten aber auch wieder strategisch mit klugen Boxenstopps während den Code 60-Phasen nach vorne preschen. Für die letzten 5 Stunden haben wir dann die Strategie angepasst, um so wenig wie möglich Zeit mit Boxenstopps zu verlieren und kein Risiko bezüglich der Führung einzugehen. Wir waren dann reifen- und benzinsparend unterwegs, die Fahrer haben dies perfekt umgesetzt. Es wurde zum Schluss hin zwar nochmals knapp, denn der Audi mit der Nr. 188 mit Radermecker am Steuer hat ganz schön Tempo gemacht. Die kurz vor Schluss überbrachte Zeitstrafe von 10 Sekunden liess alle nochmals aufhorchen, jedoch ging alles auf und wir kamen mit 26 Sekunden Vorsprung ins Ziel.»

«Dieses Team ist einfach unglaublich gut», meinte Pascal Hürlimann, Geschäftsleiter der Autorama AG Wetzikon sowie der Autorama Motorsport AG. «Sie haben hart gearbeitet, gekämpft, schlau geplant und hervorragend zusammengearbeitet. Zwei Siege aus zwei Rennen sind kein Zufall mehr! Einen grossen Anteil daran haben die Jungs von Wolf-Power Racing. Diese Zusammenarbeit zahlt sich bisher vollends aus. Ich danke jedem einzelnen im Team für die auf sich genommenen Reisestrapazen, für die harte Arbeit, die langen Abende, die kurzen Wochenenden und natürlich für das Resultat.»

Das nächste Rennen findet am 19. und 20. April 2019 auf der legendären Strecke in Spa, Belgien statt. Es bleibt also nicht viel Zeit, um sich auszuruhen. Das Autorama Motorsport by WolfPower Racing-Team wird sich dann neuen Herausforderungen stellen müssen – wir sind
gespannt.

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