Mit dem 1000km Rennen auf dem Nürburgring kehrt ein legendärer Wettbewerb auf die Nordschleife zurück. Vom 17. bis 19. September 2021 treffen sich über 90 Youngtimer für das Revival mit fast sieben Stunden Rennzeit. Klassiker wie der BMW E30 M3, die Corvette C3, der Opel Calibra und zahlreiche Versionen des Porsche 911 werden in der Grünen Hölle alte Zeiten aufleben lassen.

Foto: Frozenspeed

Im Porsche 993 #100 mit dem Spitznamen „hoRSt“ werden der Hamburger Arne Bast und Kurt Strube aus Lingen in der Klasse 55 (über 3.500 ccm bis 4.000 ccm) starten. Prominente und kompetente Unterstützung bekommt das Duo in der Box. Kein Geringerer als Patrick Simon wird am Boxenfunk sein, um Fahrzeugeigner Bast und Langstrecken-Routinier Strube zu unterstützen.

Patrick Simon
Foto: L. Rodrigues

Simon fuhr in seiner langjährigen aktiven Karriere in nahezu allen Klassen und Modellen vieler Hersteller, hinzu kommt sein Fachwissen und die Kontakte in der Szene. Bis heute absolviert er Gaststarts und nimmt mit seinem Porsche an ausgewählten Wettbewerben teil. Bei einem Lehrgang 2008 der Scuderia Hanseat kamen Bast und Simon erstmals in Kontakt. Auch Strube war Teilnehmer, seit diesen Tagen kennt man sich.

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Arne Bast sagt freudig: „Patrick betreut mit seiner Mannschaft noch zwei weitere Porsche in unserer Box und wird uns sicherlich mit wertvollen Tipps zur Seite stehen. Er war mein Begleiter damals, mit dem ich die Nordschleife mit all ihren Eigenheiten kennengelernt hatte. Ihn nun im Cockpit als Teamchef über Funk zu hören ist fantastisch.“

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Der Porsche 993 aus dem Jahr 1994 ist ursprünglich ein US-Import und wurde über die Jahre liebevoll hergerichtet. Schmunzelnd erklärt Bast: „Den Spitznamen hoRSt bekam der Wagen, da er gerne ein echter RS geworden wäre. Mit seinen 324PS ist er seit diesem Jahr auch als Youngtimer zugelassen und mit der Teilnahme beim 1000km geht ein langgehegter Traum in Erfüllung.“

„Mit dem Porsche nehme ich seit längerem an Veranstaltungen der PCHC (Porsche Club Historic Challenge) teil, hatte jedoch gegen die deutlich neueren Neunelfer Modelle keine Chance. Mir gefällt der Clubsport-Charakter da hoRSt Straßenzulassung hat und ich auf eigener Achse an- und abreise. Im Feld des 1000km hingegen wird hoRSt dann als 94er Baujahr der jüngste Porsche sein.“

Auch Kurt Strube, gewöhnlich beim Team Manheller Racing in der Nürburgring Langstrecken-Serie am Steuer eines seriennahen BMW, blickt freudig auf das 1000km Rennen: „Der Spirit früherer Zeiten wird in der Luft liegen, das wird sicherlich eindrucksvoll und schöne Erinnerungen wecken. Selbst mit in diesem Feld zu fahren, mit einem so herrlichen Auto ist etwas Besonderes. Ich danke Arne für sein Vertrauen in mein Können und ich habe ihm versprochen hoRSt knitterfrei über die Distanz zu bringen, damit er mit hoRSt auch wieder nach Hause fahren kann.“

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Der Geschäftsmann aus dem Emsland ergänzt: „hoRSt ist ein purer Rennwagen mit Handschaltung. Ohne jegliche Helferlein wie Traktionskontrolle, ESP oder Shift-Paddles, Fahrspaß pur der aber immer das nötige Fingerspitzengefühl braucht, um nicht übers Limit zu gehen. Das wird eine Herausforderung, und seit langem wünsche ich mir wirklich gutes Wetter in der Eifel, denn im Regen kann es sonst ein Ritt auf der Kanonenkugel werden.“

Arne Bast hat für die Scuderia Hanseat auch einen Wanderpokal gestiftet. Ein Abbild der „Kühlrippen Wandertrophäe“ wird auf dem Dach von hoRSt dann mitfahren. Hierüber sagt er: „Der Kühlrippenwanderpokal ist aus einer Bierlaune mit Patrick zusammen nach der Scuderia Hanseat entstanden und hat die Form eines Porsche-Zylinders. Damit belohnten wir nach dem Lehrgang zuerst immer den besten Fahrer eines Autos mit luftgekühltem Motor. Inzwischen wechselt die Trophäe zwischen Piloten von Fahrzeugen, die ohne Fahrhilfen auskommen. Also kein ESP usw., sondern mit H-Schaltung und dem Popometer als Sensor für den Grenzbereich.“

Das 1000km auf dem Nürburgring startet am Samstag, den 18. September mit dem Qualifying um 8:30 Uhr. Hier haben die Teilnehmer 90 Minuten Zeit die Startpositionen auszufechten. Um 11:40 Uhr geht es dann in die Einführungsrunde auf die Streckenkombination von GP-Kurs mit Nordschleife damit die Startampel punkt 12:00 Uhr das Rennen freigeben kann. Die karierte Zielflagge wird dann gezückt, wenn das erste Auto die 1000km Marke überschritten hat oder eine Renndauer von 405 Minuten erreicht wurde. Somit wird bis 18:45 Uhr herrlicher Youngtimer-Motorsport viele Herzen höherschlagen lassen und so manche Fans in Erinnerungen schwelgen.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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