Vom 26. bis 29. Mai 2022 wurde das 50. ADAC TotalEnergies 24h Nürburgring vor einer eindrucksvollen Kulisse mit über 230.000 Zuschauern gefeiert. Das Team DRUCKREGELT&WAPPLER by Mertens Motorsport aus Müllenbach in direkter Nähe des Nürburgrings startete mit dem WWS-Hyundai i30 N Hatchback #333 und erstmals beim Klassiker in der Eifel.

Foto: L. Rodrigues

Das Cockpit des Rechtslenkers, der in der Klasse VT2-FWD für frontgetriebene Fahrzeuge bis 2 Liter Hubraum mit Turboaufladung antrat, teilten sich Teamchef Daniel Mertens (Müllenbach), Profipilot Jeff Ricca (Milford/USA), Stefan Endres (Kelberg) und Kurt Strube (Wietmarschen). Das Quartett konnte sich dank einer starken Teamleistung gegen die Konkurrenz im fordernden Rennen behaupten und feierte den dritten Platz nach der Zielankunft. Für Mertens, Ricca und Endres war es die Rennpremiere beim 24h Marathon, Strube absolvierte sein fünftes 24h Rennen, 2019 durfte er bereits einen Klassensieg feiern.

Foto: Rebekka Winter / Ring-Race-Shoot

Pilot Kurt Strube, Geschäftsführer der WWS-Strube GmbH, die gleichzeitig wichtiger Sponsor des Teams ist, nahm bereits am Freitag bei dem dreistündigen Rennen unter wechselnden Wetterbedingungen an den 24h Classics teil. Hier teilte er sich die Arbeit am Lenkrad des Porsche 964 von Patrick Simon mit Arne Bast. Trotz Niederschlags in der Schlussphase entschied sich Strube dafür weiterhin auf Slicks zu bleiben, was sich als clevere Taktik entpuppte da die Strecke rasch wieder abtrocknete und der Schritt zum Triumpf war. Das Duo überquerte die Ziellinie im großen Feld der Youngtimer als Klassensieger und auf dem 18. Gesamtrang.

Heimspiel beim Adenauer Racing Day

Foto: L. Rodrigues

Die perfekte Einstimmung auf das Jubiläumsrennen gab es schon am Mittwoch beim Adenauer Racing Day. Das in direkter Nähe Nürburgrings ansässige Team durfte im Stadtzentrum mit im Zug der Rennboliden auf Tuchfühlung mit den Fans gehen, gab Interviews, Autogramme und führte Benzingespräche mit den Zuschauern. Für Teammanagerin Julia Zutz und Teamchef Daniel Mertens als Mitglieder des MSC Adenau e.V. war es somit ein Heimspiel, das für Gänsehautmomente sorgte.

Qualifikationssessions zur Feinabstimmung genutzt

Nachdem der WWS-Hyundai i30 N Hatchback nicht beim dritten Lauf der NLS teilnehmen konnte, fehlten dem Team wichtige Testkilometer auf der Nordschleife. Ein Getriebetausch kurz vor dem großen Rennen machte den Zeitplan für Vorbereitungen noch knapper. Daher wurden Die Zeittrainings am Donnerstag und Freitag vom Team auch für die Setup-Arbeiten und Feinabstimmungen des seriennahen Autos genutzt. Alle Piloten konnten sich im Cockpit eingewöhnen und hatten am Donnerstagabend beim vierstündigen Nachttraining die Möglichkeit sich an die Bedingungen in der Dunkelheit zu gewöhnen. Ein harter Leitplankenkontakt von Stefan Endres zwang das Team zu nächtlichen Reparaturarbeiten, die am Freitag aber abgeschlossen waren. Schlussendlich gelang es, den Rechtslenker mit der #333 auf die zweite Startposition zu qualifizieren.

Der Tag des großen Rennens

Am Samstagvormittag stieg dann die Spannungskurve im Team nochmals deutlich an, denn das erste 24h Rennen von Mertens Motorsport stand vor der Türe. Letzte Vorbereitungen wurden getroffen und um 14:40 Uhr ging es in die Startaufstellung in der tausende Zuschauer die etwa 130 Rennboliden nochmals aus direkter Nähe betrachten durften.

Foto: L. Rodrigues

Jeff Ricca übernahm den Start und wurde pünktlich um 16:00 Uhr ins große Rennen zwei Mal rund um die Uhr geschickt. Der US-Amerikaner fuhr routiniert schnelle Rundenzeiten und hielt sich in der von Härte geprägten Startphase aus allen Scharmützeln heraus. Nachdem die Testmöglichkeiten für Longruns fehlten, musste sich das Team bei der Taktik an die Stintlängen herantasten. Probleme beim Tanken und am Funk erschwerten dies, so wurde Ricca bereits nach sechs Umläufen zum ersten Stopp hereingerufen. Endres war nach seinem Unfall am Donnerstag nicht mehr in Höchstform bei den Rundenzeiten, zeigte sich aber als fairer Teamplayer und machte nach den absolvierten Pflichtrennrunden Platz für die anderen Piloten im Cockpit, er ermöglichte dadurch zumindest den dritten Platz.

Im Verlauf des 24h Marathons konnten dann die Stints auf bis zu acht Runden verlängert werden und der Hyundai, der zwischenzeitlich in der Klasse ganz hinten lag begann eine Aufholjagd. Mit stabilen schnellen Rundenzeiten machten Ricca, Mertens und Strube Positionen gut und noch bevor sich die Dunkelheit über die Eifel legte pilotierte Strube den von der ATB Autotechnik GmbH Bamberg-Schweinfurt unterstützten WWS-Hyundai i30 N #333 bereits wieder auf dem dritten Platz.

Geburtstagstorte am Livestream für den Teamchef

Foto: L. Rodrigues

Die erste Nachtschicht im Cockpit übernahm Daniel Mertens, den nach Mitternacht eine große Überraschung zu seinem 40. Geburtstag erwartete. Das gesamte Team erwartete ihn zusammen mit Boxenmoderator Patrick Simon an der Pitlane und empfing ihn nach Verlassen des Autos mit einer Torte und einem Ständchen. Mertens war sichtlich bewegt und erfreut über die gelungene Überraschung. Doch zum ausgiebigen Feiern war keine Zeit, denn das härteste Rennen der Welt in der Grünen Hölle lief weiter.

Wetterlaunen sorgten für Taktikspielchen am Sonntag und dem dritten Platz

Foto: L. Rodrigues

Nach Sonnenaufgang, den Kurt Strube im Cockpit erlebte, gab es Ende Mai dann Aprilwetter in der Eifel. Nieselregen und Sonne wechselten sich am Vormittag mit kurzen Graupelschauern ab und machten die Reifenwahl für Mertens Motorsport zur Knobelaufgabe. Instinktiv traf das Team immer die richtige Wahl und konnte so kontinuierlich weiter Positionen in der Klasse gewinnen und war auf Podiumskurs. Trotz der immer mehr steigenden Anspannung bewahrten die Piloten einen kühlen Kopf und die #333 überquerte kurz nach 16:00 Uhr die Ziellinie auf Platz drei als bester Hyundai in der VT2-FWD.

Stimmen nach dem Rennen

Daniel Mertens, Teamchef Mertens Motorsport und Fahrer der #333: „Es war mein erstes 24h Rennen in der Box, im Cockpit und die Premiere für uns als kleines Team – und es war ein voller Erfolg dank einer tollen gemeinsamen Leistung von allen! Ohne große Testzeit das Auto richtig abzustimmen und die Taktik zu finden war eine Knobelaufgabe, aber es ist uns gelungen und wir dürfen alle stolz auf das Ergebnis sein. Wir haben eine großartige Crew. Die Überraschung zu meinem Geburtstag, den ich im Cockpit schon vergessen hatte, war gelungen. Eine grandiose Idee der Truppe! Ich möchte allen unseren Sponsoren und Unterstützern danken, besonders Rainer Moskopp von RM Technology, der uns im 3D-Druck wichtige Teile für unseren 24h Hyundai zur Verfügung stellte. Danke auch an meine drei Fahrerkollegen die sich als echte Teamplayer zeigten und uns somit diesen Erfolg ermöglichten.“

Foto: L. Rodrigues

Kurt Strube, Fahrer #333: „Mit zwei Pokalen in der Tasche darf ich nach fordernden, aber wundervollen Tagen vom Nürburgring abreisen. Mertens Motorsport hat hervorragende Arbeit geleistet, das wurde mit dem Podium belohnt. Die kurzfristige Einladung von Patrick Simon auch bei den 24h Classics ins Lenkrad seines Porsches zu greifen, ehrte mich sehr, der Klassensieg und das Gesamtresultat erfreute umso mehr. Ein großes Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer vor oder hinter den Kulissen, die unseren Erfolg ermöglichten, für das leibliche und seelische Wohl sorgten und die Laune über die Tage immer auf bestem Niveau hielten. Ich denke, mit diesem Rückenwind können wir nun zuversichtlich in die verbleibende Langstreckensaison gehen, nachdem der Start noch etwas holprig war.“

Florian Ziegler, Geschäftsführer ATB Autotechnik GmbH: „Ich freue mich sehr für Mertens Motorsport über den großen Erfolg. Nach 24 Stunden als bester Hyundai die Ziellinie zu passieren ist eine eindrucksvolle Leistung des Teams!“

Julia Zutz, Teammanagerin Mertens Motorsport: „Ich weiß noch nicht, wo ich beginnen soll. Viele Herausforderungen im Vorfeld und ein dadurch immer engerer Zeitplan sorgten für Druck, dem wir als Team aber standhielten. Den Race Day in Adenau haben wir natürlich besonders genossen und werden die Eindrücke nicht so schnell vergessen. Das Rennen selbst war durchweg von Härte auf der Strecke geprägt, aber unsere Fahrer hielten sich super aus allem heraus, das ist ja letztendlich der Schlüssel bei einem so langen Rennen. Der Lohn für all die Aufregung ist nicht nur der Pokal, sondern die Erinnerungen, die bleiben. Herzlichen Dank an die gesamte Truppe!“

DRUCKREGELT&WAPPLER by Mertens Motorsport bereitet sich nun auf den vierten Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie Ende Juni vor, um dann in der Meisterschaft auf Punktejagd zu gehen.

Quelle: Pressemitteilung WWS-Strube GmbH / Mertens Motorsport

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