Bereits Anfang März hatten die Verantwortlichen der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft – ACO & FIA – die Kriterien für die Prototypen-Regelungen der kommenden Dekade der WEC angepasst. Demnach dürften die Hersteller nun Hypercars auf Basis einen Straßenfahrzeuges erbauen. Das zum Anlass meldet sich nun Zak Brown – Chief Executive Officer McLaren Racing – zu Wort.

Den Reglementsanpassungen zur Folge werden in der Saison 2020/21 die, bis dahin fast schon großväterlichen, LMP1-Fahrzeuge und die noch nicht näher benannten „Hypercars“ in ein und der selben Klasse fahren. Die Anpassung der Leistung übernimmt dann demnach die Balance of Performance.

Wie die Kollegen von Sportscar365.com herausfanden, begrüßt Brown die Anpassung des Regelements sehr, bevorzugt die „neuen“ Hypercars gar: „Wir bevorzugen einen produktionsbasierten Hypercar“, sagte Brown gegenüber Sportscar365. „Wir wollen Aston Martin, Ferrari und Porsche in straßentauglichen Hypercars sehen. Wenn es nach Brown ginge, sollte die Spitzenklasse gar komplett den neuen Hypercars zustehen. „Ich denke, das ist es, was die Fans wollen und gegen das wir antreten wollen.“

Brown erklärt weiter: „Ich weiß, dass es eine Balance-of-Performance-Regulierung geben wird. Ich denke auch, dass sie funktionieren wird. Aber je mehr Vielfalt in den Rennwagen steckt, desto schwieriger wird die Aufgabe.“

Der CEO hat ein entscheidendes Argument für seinen Vorstoß: „Außerdem möchten wir Autos fahren, die wir verkaufen!“ FIA und ACO halten prototypenbasierte Registrierung vorrangig den Herstellern vor, die bisher keinen Supersportwagen realisieren können. Dazu gehören, neben Toyota, vor allem die LMP-Konstrukteure und Privatteams.

Unterdessen bestätigt Brown auch die Diskussion über ein sogenanntes „Super-GTE“- bzw. „GTE-Plus“-Konzept, das von den Herstellern in die Runde geworfen wurde. Damit solle es ermöglicht werden, dass GTE-basierte Fahrzeuge mit Leistungs- und Aero-Updates auch in der Spitzenklasse mithalten könnten. Dieses Konzept unterstützen nicht nur die GTE-Hersteller, sondern auch Produzenten der GT3-Boliden. Ursprünglich wurde dieses Konzept im vergangenen Jahr von FIA und ACO vor der Bekanntgabe der ursprünglich auf Prototypen basierenden Hypercars kommuniziert.

„Ich denke, der Teufel steckt im Detail“, sagte Brown. „Es sollte schon ein Supersportwagen sein (wie ein Ford GT). Für Porsche wäre es eher der 918 (und nicht der 911) und eher der La Ferrari als der 488. […] Die Balance of Performance funktioniert in der GTE-Klasse gut. Da basieren aber alle Teilnehmer auch einer ähnlichen Plattform. Aber wie soll die Aufgabe mit Prototypen, GTE-Plus und Hypercars realisiert werden?“

Abschließend gibt Brown den Stand seines Hypercar-Programms bekannt. Obwohl man hier kurzfristig nichts bewerkstelligen könne, hätte McLaren die prototypenbasierten Hypercars nach wie vor auf dem Radar. „Die erste Ausgabe steht für uns definitiv außer Frage.“, sagt Brown. „Wenn Du etwas machen willst, willst Du vorbereitet sein und nichts übereilen. Wir sind definitiv nicht bereit für die Saison 2020/21.“

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Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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