Für absolut neue Konstellationen sorgte ein Doppelprotest nach dem gestrigen Doppel-Protest durch Manheller Racing und Adrenalin Motorsport. Beide Proteste waren, mehr oder weniger, erfolgreich – beide Teams wurden im Kampf um den Klassen- und Gesamttitel disqualifiziert.

Wie Motorsport-Total.com rausrechnete, konnte der Gesamtmeister der VLN nur noch zwischen Christopher Rink, Danny Brink und Philipp Leisen (Adrenalin-BMW #490) und Marcel Manheller und Carsten Knechtges (Manheller-BMW #492) entschieden werden. Doch das ist nun Geschichte.

Nachdem Adrenalins Protest gegen den Unterbodenschutz erfolgreich war und Manheller Racing disqualifiziert wurde, legten Manhellers umgehend Protest gegen Adrenalins Fahrwerkinstallation am BMW #490 ein. Bereits zu Beginn der Saison sorgten die Änderungen im Reglement und entsprechenden baulichen Änderungen an den Autos für massiven Ärger bei den Betroffenen.

Marcel Manheller gesteht den Fehler ein und akzeptiert die Strafe: „Wir haben die Entscheidung der Sportkommissare akzeptiert, weil wir Wert auf einen ehrlichen Wettbewerb legen. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, wir haben einen Fehler gemacht, der uns leider teuer zu stehen kommt“.

Das Fahrerduo hat nun keine Chance mehr, Meister zu werden. Beanstandet wurde der Serien-Unterboden, in den das Team einen Schnitt für den erlaubten Zusatz-Ölkühler geschnitten hatte. „Dazu gibt es im Reglement keine Angaben, wir sind nach den zahlreichen Kontrollen davon ausgegangen, eine legale Lösung zu haben“, so Manheller weiter.

Aufgrund eines Formfehlers genehmigten die Kommissare den Protest durch Manheller Racing nicht. „Bei der Prüfung des Protests wurde festgestellt, dass dieser unzulässiger Weise von einem der beiden Fahrer [Knechtges] unterschrieben war. Sportrechtlich ist jedoch nur der Bewerber zur Abgabe eines solchen Protests berechtigt. Aus diesem Grund musste der Protest als unzulässig zurückgewiesen werden“, sagt Andreas Witkowski, Vorsitzender der Sportkommissare.

Für Manheller wird der Protest nun doppelt teuer. Nicht nur, dass man den gegen sich erwirkten Protest bezahlen muss, geht auch der Protest gegen Adrenalin auf die eigene Tasche, da dieser nicht erfolgreich war.

Im Zuge der bereits begonnenen Untersuchung entdeckte man Unstimmigkeiten an den Pendelstützen. Die Frage, warum eine Untersuchung vor Prüfung der einzuhaltenden Formalitäten begonnen wird, müssen sich die offiziellen hier durchaus gefallen lassen. War das beanstandete Fahrzeug bereits durch die reguläre, abgeschlossene Nachkontrolle als „in Ordnung“ deklariert worden. Unger vertraut hier ganz und gar auf sein Team und ist sich keiner Verfehlung bewusst.

Entsprechend legte er umgehend Berufung gegen die Disqualifikation ein. Gegenüber LSR-Freun.de erklärt er im Detail: „Die Pendelstütze darf ersetzt werden. Das steht so auch im Reglement. Die Befestigungs- und Anlenkpunkte sind dabei aber beizubehalten und sind bei uns identisch. Wir haben auch die originalen Stabilisatoren verbaut. Moniert wurde im Urteil u.a. die einstellbaren Pendelstützen.“

Der Teamchef erklärt weiter: „Interessant hierbei ist, verstellbare Pendelstützen sind nicht verbaut. Daher können wir uns den Vorwurf nicht erklären und akzeptieren. Das Kuriose an der Sache ist, dass unser Auto bei VLN3, nach den Regeländerungen bzgl. der Fahrwerksanbindung, auf dessen Umsetzung sehr detailliert (Fotodokumentation und Ausbau Dämpfer hinten/links) nach dem neuen Reglement und dem entsprechenden Paragraphen (S. 69 §2.6.1 Ausschreibung VLN 2018 v.20.03.2018) untersucht und abgenommen wurde.“

Unger und sein Team sind der Meinung, dass das bemängelte Fahrzeug auch zum achten Lauf der VLN daher dem bestehenden Regelwerk entspricht.

Nun hat er eine Woche Zeit, seine eingelegte Berufung zu begründen. Die Veranstaltergemeinschaft möchte hier beim DMSB erwirken, dass das Berufungsgericht in Frankfurt noch vor dem Saisonfinale am 20. Oktober zu einer Entscheidung kommt, damit der Meister sauber beim Finale gekrönt werden kann. Normalerweise dauern solche Verfahren Monate.

Wie für Marcel Manheller und Carsten Knechtges sind nach aktuellem Stand auch für Christopher Rink, Danny Brink und Philipp Leisen sämtliche Perspektiven auf einen Gesamtmeistertitel gänzlich zerschollen.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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