Nach noch nicht einer Rennrunde war für das Team mathilda racing und Hyundai Motorsport N Target Competition das 6h-Qualifikationsrennen bereits zu Ende. Die beiden Nordschleifen-Routiniers Andreas Gülden und Peter Terting boten sich vom Start weg einen heißen adrenalingeladenen Zweikampf bei dem Gülden sichtlich bemüht war den schnelleren Hyundai Elantra N hinter sich zu halten. Was sich schnell abzeichnete wurde dann vor der „Mutkurve“ bittere Realität, die beiden Autos hatten Kontakt und verunfallten schwer.

Schnell wurde diskutiert und analysiert und das Unverständnis für ein solch aggressives Fahrverhalten in der ersten Runde bei einem Lauf über sechs Stunden wurde größer. „Die fahren wie bei einem 3-Runden WTCR Sprintrennen…“ hörte man. Doch Andreas Gülden ist Sportsmann und findet am Tag danach Worte der Entschuldigung. So schreibt der Leiter der Nürburgring Driving Academy:

„Ein Rennen sollte mit der Zielflagge enden, nicht mit einem Unfall.

Das vergangene Wochenende endete für mein Team und mich in der Leitplanke. Mit einem Einschlag im Kesselchen. Das Auto Kernschrott. Das Resultat: DNF – did not finish. Das möchte kein Rennfahrer über sich lesen. Das ist hart.
Ich habe in meinem Rennfahrerleben auf der Nordschleife viele große Momente erleben dürfen. Das vergangene Wochenende gehört definitiv nicht dazu.

Vor allem, weil ich mir selbst eingestehen muss, dass es klüger gewesen wäre, anders auf diesen Zweikampf zu reagieren. Ich bin an dieser Stelle mein größter Kritiker. Dass am Ende immer Zwei dazugehören, wäre eine schlechte Ausrede. Dieses Argument lasse ich nicht zu.

Fest steht: Mit meiner Erfahrung hätte ich die Situation anders handhaben können – ja müssen. Basta.
Mir tut es Leid für das Team Mathilda Racing, für das ich starten durfte. Für meinen Fahrerkollegen, der bei dem Rennen nicht mehr zum Zuge kam. Für alle, die im Vorfeld ihre Arbeit in das Auto gesteckt haben und nun noch mehr Arbeit haben. Und für alle, die ich enttäuscht habe.

Man lernt nicht aus. Dieser Satz hat für mich an diesem Wochenende eine bittere Wahrheit bekommen. Man kann Dinge nicht ungeschehen machen, aber das nächste Mal besser.

Das ist mein Anspruch. Das ist mein Versprechen.

Euer Andy“

Der Unfall kann hier nochmals erlebt werden

Entscheidung Sportkommissare #173 Gülden N24h Quali 2021
Foto: 24h-Rennen.de

Nachtrag:

Die Sportkommissare sahen Gülden als Verursacher, beließen es aber bei einer Verwarnung als Strafe

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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