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James Glickenhaus ist bekannt für seine kurzen, knackigen und selbstsicheren Statements in den Sozialen Medien. Kein anderer Hersteller gibt täglichen Einblick in den Entwicklungsstand, Preise oder Produktionsmethoden seiner Boliden, allen voran den beiden SCG 007 LMH – seine Hypercars für die 24h Le Mans 2021. Heute nimmt der US-Amerikanische Multimillionär und Automobilenthusiast ein weiteres Mal Stellung und kein Blatt vor den Mund.

Glickenhaus beginnt: „In ein paar Tagen geht es zurück nach Europa. Wir werden unsere beiden Le Mans Hypercars in Aragon testen. Die #708 für 30 Stunden und die #709 in der endgültigen Lackierung in Vorbereitung auf ihr Renndebüt in Portimão.“ Das 8h-Rennen der FIA WEC wird vom 11. bis 13. Juni 2021 ausgetragen. Zuvor steht das 49. ADAC TOTAL 24h-Rennen auf dem Nürburgring auf dem Dienstplan.

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Jim und Jesse Glickenhaus N24h 2019
Foto: L. Rodrigues

Hierzu sagt Glickenhaus: „Jesse wird sich mir anschließen und wir werden bei den 24h auf dem Nürburgring mit dem SCG 004C antreten. Wir arbeiten mit den Organisatoren zusammen und sind sehr zuversichtlich, dass wir eine faire BOP bekommen und sehr konkurrenzfähig sein werden. Wir treffen uns auch mit dem TÜV und anderen, um den 004 Euro-zugelassen und voll GT3-fähig zu machen. Das wird es ihm ermöglichen, auf vielen Rennstrecken und Serien zu fahren, einschließlich IMSA und in der WEC, falls sie sich entscheiden sollten, GTE durch GT3 zu ersetzen.“ Sein Sohn Jesse Glickenhaus kümmert sich um die Serienwagen-Geschäfte der Manufaktur in den Vereinigten Staaten. Dort wird gerade ein exklusives Händler- und Servicenetzwerk aufgebaut.

Scuderia Cameron Glickenhaus SCG 004C N24h Quali 2021
Foto: L. Rodrigues

Um seine Ambitionen zu unterstreichen betont er: „Wir werden uns mit zwei ernsthaften Kunden treffen, die einen SCG 004C in der Nürburgring Langstrecken-Serie und beim 24h-Rennen fahren wollen. Es ist möglich, dass ein SCG 004C nach dem 24h-Rennen noch in diesem Jahr auf dem Ring fahren wird und dass es nächstes Jahr zwei oder drei davon auf dem Ring geben wird.“

Größtes Ziel Le Mans – Mit Hypercars und alten Rennlegenden

Das noch viel größere Ziel ist für Glickenhaus bis heute der Sieg bei den 24h Le Mans. Gleich zwei selbst entwickelte Hypercars wird er 2021 auf dem Cirquit de la Sarthe an den Start bringen, um den Gesamtsieg eines amerikanischen Autos gegen die Konkurrenz aus Fernost oder Europa zu feiern. Hierfür hat er sich neben Podium Advanced Technologies als Hersteller auch Sauber für die Aerodynamik und Joest für die Betreuung an der Rennstrecke mit ins Boot geholt.

SCG 007 LMH Vallelunga 2021
Foto: SCG / Studio Zero

Vor der ersten „Pflicht“ in Portugal dürfen die SCG 007 LMH ihre „Kür“ genießen: „Unser LMH #708 wird eine Demo-Runde vor dem 24h-Rennen auf dem Nürburgring drehen und auf dem Festival of Speed in Goodwood den Berg erklimmen, bevor er mit seiner Schwester in Monza dann Rennen fährt. Wir werden beide Autos in Le Mans haben. Unsere Le Mans Hypercars werden dann noch viele Jahre lang Rennen fahren. Wir werden nächstes Jahr in Sebring starten, ebenso werden wir bei anderen WEC-Rennen antreten, die für uns und unsere Sponsoren Sinn machen. Und natürlich weiterhin in Le Mans.“

Glickenhaus Ferrari P3/4
Foto: L. Rodrigues

„Wir freuen uns auf die Konvergenz mit der IMSA und auf Rennen in Daytona und anderen großartigen IMSA-Austragungsorten. Wir freuen uns auf Rennen mit Toyota, Peugeot, Ferrari, Porsche, Audi, Acura und vielleicht weiterer Marken, die unter Konvergenz auf den großen Rennstrecken der Welt antreten.“, erklärt Glickenhaus und wird konkreter: „2023 wird die Hundertjahrfeier von Le Mans sein und zusätzlich zu den 24 wird die Le Mans Classic stattfinden. Wir haben uns bereit erklärt, zwei der drei Le Mans-Autos, die wir besitzen und die 1967 in Le Mans gegeneinander antraten, während dieser Rennen im Le Mans Museum auszustellen. Ein Rennen mit Ferrari in der Spitzenklasse in Le Mans im Jahr 2023 wird etwas sein, an das man sich erinnern wird.“ Glickenhaus ist im Besitz des legendären Ferrari mit dem er bereits eine Demorunde über die Nordschleife fuhr.

Offroad mit Power und Wasserstoff – Keine Reaktion von Elon Musk auf seine Herausforderung

SCG Boot
Foto: Scuderia Cameron Glickenhaus

Der Off-Roader „Boot“ zeigte sich in den letzten zwei Jahren als sehr robust und wurde bereits auch als 4-Türer Version an Kunden ausgeliefert. Eine Pick-up Variante ist ebenfalls in Planung. Hierüber sagt er: „Unser Boot wird bei der Baja 1000 im November wieder dabei sein, und zwar als Evo-Modell mit weniger Gewicht, einer längeren Reichweite und mehr PS.“

SCG Boot Pick Up Zero Emission
Foto: SCG

Jim Glickenhaus forderte auch Tesla-Supermilliardär Elon Musk heraus, der einen Elektro-SUV in die Off-Road-Rennszene schicken wollte. Süffisant sagt Glickenhaus: „Trotz der Funkstille von Elon machen wir weiter mit unserem Zero Emission Glickenhaus Hydrogen FC Pickup, von dem wir hoffen, dass er das erste emissionsfreie Fahrzeug sein wird, das die Baja 1000 und die Rallye Dakar beendet. Nachdem wir genau gesehen haben, wie weit der BEV Lordstown Pickup bei der San Felipe 250 (40 Meilen) fahren konnte und wir Elons Cyber Truck bei der Baja 1000 simuliert haben, bezweifeln wir ernsthaft, dass ein BEV bei der Baja 1000 eine Chance gegen unsere „Idiotenzellen“ haben wird. Somit überrascht uns die Funkstille von Elon nicht. Unser Werksaufbau, der uns in die Lage versetzen soll, 300 straßenzugelassene Fahrzeuge pro Jahr in den USA zu produzieren, ist auf Kurs.“

Crashtests und Weiterentwicklung des straßenzugelassenen SCG 004S

Was jedem Sportwagen-Fan die Tränen in die Augen bringt ist jedoch im Sinne der Käufer eine wichtige Pflicht: Crashtests. Hiervon absolvierte der Straßen-Prototyp des SCG 004S inzwischen einige mit guten Resultaten. So ist Glickenhaus entsprechend zuversichtlich, den Supersportler in vielen Ländern des Globus auch auf den Straßenverkehr loslassen zu können – und das in entsprechend hoher Stückzahl: „Unsere Crashtests, EPA/CARB/Euro-Emissionstests und ABS/ESC/TC-Tests sind auf dem richtigen Weg. Wir haben keine Ahnung, warum Internet-„Journalisten“ immer noch berichten, wir würden nur 25 SCG 004S bauen. Wir haben bereits VIEL mehr als das verkauft. Wir werden einen UK SVA (für Großbritannien straßenzugelassenen) SCG 004S rechtzeitig für Goodwood ausliefern und überlegen, eine Produktion aufzubauen, um weitere 100 SCG 004S pro Jahr in Europa zu bauen.“

James Glickenhaus N24h Quali 2021
Foto: L. Rodrigues

Neben seinem Seitenhieb gegen zweifelnde Journalisten redet er auch Klartext zu bestehenden Handelsabkommen und Import-Export Problemen: „Wir verstehen, dass der Versand von unserem Lager nach Europa kostspielig ist und schlagen vor, dass Sie, anstatt sich bei uns zu beschweren, Politiker wählen, die keine riesigen Importzölle und Steuern erheben. Oder Sie treten von Ihrem Computer zurück und gehen im August nach Le Mans, wo unsere Autos in der Motul Fan Zone zum Verkauf stehen werden. Dort wird auch ein SCG 004S parken.“

Paydriver zur Finanzierung des Hypercars? SCG-Rennwagen gratis für SimRacing? Niemals!

James Glickenhaus N24h Quali 2021
Foto: L. Rodrigues

Einigen Fahrern, die in der Formel 1 ihr Cockpit durch eigenes Geld erkaufen stand Glickenhaus schon immer sehr kritisch gegenüber. Talent statt Geldbeutel soll für ihn einzig im Rennsport zählen. So schließt er mit einem klaren Statement ab: „Wir schlagen außerdem vor, dass diejenigen, die meinen, wir sollten einen „zahlenden Fahrer“ einstellen, um unser LHM-Programm zu finanzieren, die sollen sich stattdessen eine Haas F1-Kappe kaufen! Wir schlagen auch vor, dass diejenigen, die uns sagen wir sollen Sony unsere Fahrzeuge umsonst überlassen, damit sie sie auf der Playstation genießen können (Das würde die Aufmerksamkeit der Fans erhöhen!), erkennen, dass dies niemals passieren wird und sie müssen jemand anderen suchen, der sie berät.“

Glickenhaus Cap
Foto: SCG

Final erklärt er zu einem eigenen geplanten Merchandising-Verkauf vor Ort: „Abschließend zu denjenigen, die fragen, ob ich Glickenhaus-Kappen in meinen Koffer stopfe, sie zum Ring bringe und sie dort gegen Bargeld verkaufe, anstatt meinen Koffer für drei Wochen Unterwäsche zu benutzen und eine kriminelle Handlung zu begehen, bleibt die Antwort: Nein!“

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen.Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen.Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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