Toyota GAZOO Racing hat die 24 Stunden von Le Mans gewonnen: Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Fernando Alonso holten sich im Toyota TS050 Hybrid #8 nach 388 Runden den Start-Ziel-Sieg bei der 86. Auflage des Langstreckenklassikers. Im 20. Versuch konnte Toyota damit endlich einen Sieg einfahren – erst als zweiter japanischer Automobilhersteller überhaupt.

Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López komplettieren als Zweite das perfekte Ergebnis. In ihrem Toyota TS050 Hybrid mit der Startnummer 7 führten sie das Rennen zeitweise an, mussten sich im Ziel aber den Teamkollegen geschlagen geben. Kobayashi verpasste zwei Stunden vor Schluss die Boxeneinfahrt und musste eine Runde auf Reserve – mit 80 km/h – fahren. Zudem erhielt die Mannschaft des Siebener-TS050 dafür eine Zeitstrafe, da man die maximale Stintlänge um eine Runde überschritt.

Vor diesem Wochenende hatte Toyota schon 47 Fahrzeuge auf den Circuit de la Sarthe geschickt und dabei sechs Podiumsplätze geholt. Nur der Sprung nach ganz oben fehlte bislang. Das Trio um Le-Mans-Rookie Alonso hat dies trotz zweier Stop-&-Go-Strafen korrigiert und mit zwei Runden Vorsprung die schwarzweiß-karierte Zielflagge gesehen. Kazuki Nakajima konnte dabei als erster Japaner in einem japanischen Fahrzeug gewinnen.

„Endlich haben wir die 24 Stunden von Le Mans gewonnen! Ich möchte die Freude über diesen Erfolg mit all den Fans teilen, die uns schon so lange anfeuern. Natürlich ist dies nur ein Schritt auf dem Weg zur nächsten Herausforderung, ich möchte daher auch für den weiteren Weg um die Unterstützung unserer Fans werben. Vielen Dank an euch alle“, sagte Akio Toyoda, Präsident der Toyota Motor Corporation. „Danke, dass ihr Vollgas gegeben habt! Das möchte ich unseren Fahrern zurufen, die bei unserer 20. Teilnahme unsere Autos über die bisher längste Distanz in Le Mans pilotiert haben. Am liebsten würde ich das auch unseren Autos zurufen, denn das Siegerauto hat 388 Runden, also rund 5.300 Kilometer zurückgelegt.“

„Ich bin auf dieses Ergebnis und auf jeden einzelnen im Team so stolz“, ergänzt Teampräsident Hisatake Murata. „Es war immer unser Traum, in Le Mans zu siegen und heute haben wir das erreicht. Ich möchte allen für ihre unglaublich harte Arbeit danken, für den Teamgeist und für ihre unermüdliche Haltung. Den Sieg für Toyota zu holen, nach all der Frustration und den Enttäuschungen, kommt einem wahrhaft magisch vor.“

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Die privaten LMP1 fuhren, wie erwartet, den den Werks-Prototypen hinterher. Einzig Rebellion schaffte es jedoch, nahezu fehlerfrei und ohne Komplikationen den R13 #3 – mit Laurent, Beche und Menezes an Bord – mit saftigen zwölf Runden Rückstand auf den zweiten Toyota auf Platz drei ins Ziel zu fahren. Das Schwesterfahrzeug hatte sich bereits in der Startphase auf die hinteren Ränge verabschiedet. Eine Kollision von Andre Lotterer in der ersten Runde sorgte für einen längeren Werkstattaufenthalt, welcher mit zwei Runden Rückstand das Rennen wieder aufnahm. Schlussendlich fuhr man etwa eine Runde Rückstand wieder raus und landete so auf Platz vier. Platz fünf sicherte sich die Mannschaft von G-Drive Racing im #26 LMP2 Oreca mit Vergne, Rusinov und Pizzitola am Steuer mit 19 Runden Rückstand auf den Führenden.

Neben Rebellion war auch die Mannschaft von SMP-Racing klarer Favorit, was den Kampf um die Spitze der privaten LMP1 anging. Doch der BR1 #11, pilotiert von Petrov, Aleshin und Button, hatte bereits zu Beginn mit Motorenproblemen zu kämpfen. Mit 50 Runden Rückstand verließ die Mannschaft nach mehrstündiger Reperatur die Box und nahm, ohne Aussicht auf einen Podestplatz, das Rennen auf. Jähes Ende fand der Zirkus dann kurz vor Schluss. Mit Motorschaden blieb das Fahrzeug in der letzten Runde liegen. Das Schwesterfahrzeug #17 mit Sarrazin, Orudschew und Isaakjan lieferte sich zu Beginn packende Zweikämpfe mit dem Rebellion #3. Nach einem Einschlag nach 315 Runden in die Mauer war hier jedoch Schluss. Isaakjan versuchte zwar verzweifelt das Fahrzeug zurück an die Box zu bringen. Doch das feuer-, funken- und rauchspeihende Heck des BR1 zeigte, dass es hier nicht mehr weiter ging. Auch für Dragonspeeds BR1 war vor dem Ablauf der 24 Stunden, in Folge eines Unfalls Schluss.

ByKolles Show sollte ebenfalls keine tagesfüllende Angelegenheit werden. Nach einem Unfall von Dominik Kraihamer kurz vor 20 Uhr war alles vorbei. Zwar konnte Dillmann, Startfahrer des Trios Dillmann, Kraihamer und Oliver Webb, den Enso CLM P1/01 nach einem verpatzten Start schnell an das Feld wieder anschließen. Von Erfolg war das Wochenende für das Team aus Greding jedoch nicht gerkrönt.

Die Premiere der problemgeplagten Mannschaft von CEFC TRSM Racing verlief ebenso anders als geplant. Nachdem man in Spa vor wenigen Wochen aufgrund fehlender Geldmittel nicht an den Start gehen konnte, wollte man in Le Mans zeigen, was der Ginetta-Prototyp leisten kann. Mit vier bis fünf Sekunden Rückstand – pro Runde – als die besten Zeiten der LMP1-Privatiers, fuhr man dem Feld ziemlich zahnlos hinterher. Technische Probleme sorgten zudem für einen verfrühten Ausfall der Startnummer 6 mit Rowland, Brundle und Turvey am Steuer. Das Schwesterfahrzeug mit den Plioten Robertson, Simpson und Roussel wurde zumindest mit 99 Runden Rückstand auf den Gesamtsieger noch fünfter in der Klasse

Oreca dominiert die LMP2

An der russischen Mannschaft von G-Drive Racing gab es an diesem Wochenende in der kleinen Prototypen-Klasse kein Vorbeikommen. Neben einem reibungslosen Rennen hatte die Mannschaft auch noch großes Glück. In Folge einer Safetyphase konnten Rusinov, Pizzitola und Vergne einen größeren Abstand rausfahren, als die Konkurrenten in den anderen zusammengesammelten Feldern. Letztlich fuhr man den Oreca 07 mit zwei Runden Vorsprung auf den zweitplatzierten auf den fünften Gesamtrang und das Podium in der Klasse mit 369 gefahrenen Runden. Allerdings sorgte ein unzulässiger Betankungsbegrenzer für den Ausschluss des Fahrzeugs. Einzig TDS-Racing konnte zu Beginn mit den Russen mithalten. In Folge einer Reperatur verlor man jedoch den Anschluss. Ein späterer Ausritt ins Kiesbett machte dann alle Träume auf einen Podiumsplatz zunichte. Platz drei – nach Ausschluss von G-Drive Racing ist für die Probleme dennoch sehr ansehnlich. Platz ein in der Klasse sicherten sich die Kollegen Lapierre, Negrao und Thiriet im Signatech Alpine Matmut #36. Platz zwei geht an das Graff-SO24 Team. Das von Rebellion Racing unterstützte Team Idec Sport #48, pilotiert von Lafarque, Chatin und Rojas, welches ebenfalls Anfangs um Podiumsplätze kämpfte, fiel mit Kupplungsschaden aus. Von 20 gestarteten Fahrzeugen wurden fünf zurückgezogen, eines nicht gewertet und G-Drive Racing wurde am heutigen Montag disqualifiziert.

Jackie Chan, der in diesem Jahr mit DC-Racing mit insgesamt vier Fahrzeugen antrat, hatte schwer zu kämpfen. Von den gestarteten Fahrzeugen war keines frei von Problemen. Neben mehreren Reifenschäden verzeichnete man auch einen Motorschaden. Das beste Fahrzeug der Mannschaft, der Oreca 07 Gibson #37 von Jaafar, Jeffri und Tan landete auf Platz sechs. Davor konnte sich United Autosports #32 mit dem ehemaligen Formel1-Piloten Juan Pablo Montoya, Will Owen und Hugo de Sadeleer landete nach einem Reifenschaden und einem Ausritt ins Kiesbett noch auf Platz fünf. Das Schwesterfahrzeug #22 mit den ehemaligen DTM-Ässern Paul Di Resta und Filipe Albuquerque sowie Phil Hanson sah die Zielflagge nicht. Ein Unfall von Di Resta sorgte für das jähe Ende der Mannschaft.

Porsche dominiert die GTE-Klassen. Das und mehr, im zweiten Teil unserer Zusammenfassung.

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Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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