Laurents Hörr – angehender Motorsportprofi und einziger deutscher Nachwuchsfahrer im Feld – wird am kommenden Wochenende französischen Asphalt auf dem legendären Kurs an der Sarthe unter die Räder nehmen.
Hörr wird am Donnerstag das erste Rennen in Le Mans bestreiten, ehe es am Samstag vor der Mutter der Langstreckenrennen – den 24 Stunden von Le Mans – vor Weltpublikum ins zweite Rennen geht. Wir haben uns mit dem smarten Stuttgarter über seinen Start im Le Mans Cup unterhalten.

LSR-Freun.de: Laurents, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst. Du wirst am kommenden Wochenende legendären französischen Asphalt unter die Räder nehmen. Was geht da in einem jungen Talent, wie Du es bist, vor?
Laurents Hörr: Eine ganze Menge! Seit sieben Tagen kann ich kaum mehr schlafen 😀 Mir geht es vor allem um die berühmte Location. Ich glaube, die enorme Zuschauerzahl spielt für mich eine weniger große Rolle.

Wie muss man sich das vorstellen? An was denkst Du alles, vor so einem Rennen?
(Lacht) Ich bin einfach „excited“. Das passt besser, als aufgeregt. Ich mache mir nicht groß einen Kopf, aber hier wird einfach ein Lebenstraum wahr. Ich meine, hier sind die ganz großen Piloten schon unterwegs gewesen. Jackie Ickx, Mario Andretti oder Tom Kristensen – das sind Namen, da läuft es mir kalt den Rücken runter.

In welcher Serie werden wir Dich am Wochenende fahren sehen?
Ich bin, wie das ganze Jahr, im Le Mans Cup am Start. Ich teile mir wieder – meinen von CD Sport eingesetzten – Norma mit Anthony Pons.

Wie verlief Deine bisherige Saison?
Eigentlich gut. Leider hatten wir etwas Pech. Das hoffen wir, jetzt ablegen zu können. In Le Castellet waren wir flott und hätten siegen können. Leider ist beim Boxenstopp der Schlagschrauber kaputt gegangen; das hat uns 50 Sekunden gekostet. Am Ende hat es noch für P5 gereicht.
In Monza konnte ich mit 4 Zehntel Abstand die schnellste Rennrunde setzen. Leider hatte mein Teamkollege (damals Eric Debard) einen schlechten Tag. Er hatte einen kleinen Crash und eine erhielt eine Drivethrough-Bestrafung. So landeten wir in Monza nur auf P9.

Was erhoffst Du Dir vom kommenden Wochenende?
Ich hoffe, ganz klar, endlich auf einen Sieg. Schließlich wollen wir im Meisterschaftsrennen dabei bleiben.

Was ist Dein langfristiges Ziel?
Mein langfristiges Ziel ist ganz klar: Die LMP1! Deswegen habe ich auch nach der Formel Renault den Schritt in die LMP3 gemacht.

Wie siehst Du als Nachwuchsfahrer die Entwicklungen in der WEC/ in Le Mans?
Als Porsche ausstieg war ich erst skeptisch. Aber momentan gefällt mir die Entwicklung im privaten Sektor sehr gut und ich denke mit dem angekündigten GTP-Reglement kommen auch wieder mehr Hersteller. Deshalb bin ich weiterhin voll überzeugt von meinem Karriereweg.

Was reizt Dich an den Prototypen so sehr? Immerhin sind die Chancen im Motorsport vielfältig.
Zum einen habe ich mir früh die Frage gestellt, wo ich hin möchte in meiner Karriere. Mit Marc Lieb als engen Freund und Vorbild lag die LMP1 da doch sehr nahe. Damals wusste ich natürlich noch nicht, wie grandios sich die Autos dazu noch fahren. Ich denke, außerdem ist es eine tolle Plattform um sich als Fahrer zu entwickeln. Man kann überall hin, wie Brendon Hartley, als berühmtes Beispiel erst gezeigt hat.

Vielen Dank für Deine Zeit und viel Erfolg am Wochenende. Werden wir Deine Rennen auch im TV sehen können?
Beide Rennen werden im Livestream, der alle Rennen überträgt, gezeigt. Wahrscheinlich wird das 2. Rennen vom Samstag auch zusätzlich auf Eurosport übertragen.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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