Das DTM-Heimspiel von Grasser Racing fand beim zweiten Rennen auf dem Red Bull Ring einen gebührenden Abschluss. Wetterkapriolen machten den Sonntag für das Lamborghini-Team aus der Steiermark zu einem riskanten Strategiepoker, der in letzter Minute aufging. Nach einem chaotischen Qualifying erkämpfte Mirko Bortolotti von Startplatz 22 mit seinem Lamborghini Huracán GT3 EVO vier wertvolle Meisterschaftspunkte. Mit der perfekten Taktik sorgte der Lamborghini-Werksfahrer für einen spektakulären Showdown, als er zwei Kurven vor dem Ziel zwei seiner Rivalen überholte und Platz acht erkämpfte. In der Gesamtwertung liegt er vor dem Finale auf dem Hockenheimring nur noch 16 Punkte hinter dem Führenden. Clemens Schmid, Alessio Deledda und Rolf Ineichen erreichten die Plätze 18, 21 und 23.

Starker Regen hatte den 4,318 Kilometer langen Red Bull Ring am Sonntagmorgen unter Wasser gesetzt, sodass schon zu Beginn des Qualifyings extreme Bedingungen herrschten. Im Verlauf der 20-minütigen Session sorgte Aquaplaning für mehrere Unfälle, die drei rote Flaggen nach sich zogen. Das GRT-Quartett blieb auf der Strecke, fand durch die Unterbrechungen aber nicht in den Rhythmus. Clemens Schmid war in Startreihe neun letztendlich der bestplatzierte Lamborghini-Pilot im Feld der 27 Teilnehmer. Mirko Bortolotti und seine Crew versuchten wiederholt mit Setupänderungen, mehr Performance aus dem Auto zu holen. In der Schlussphase vereitelte zunehmender Regen jede Chance auf eine Verbesserung und er blieb in Reihe zwölf. Rolf Ineichen und Alessio Deledda landeten eine Startreihe dahinter.

Das Rennen über die Distanz von 55 Minuten plus eine Runde sorgte für ein beispielloses Regenroulette, bei dem Mirko Bortolotti einmal mehr über sich hinauswuchs. Zum Zeitpunkt des Starts hatte der Regen aufgehört, doch aufgrund der immer noch bedenklichen Wassermengen wurde das Rennen erst nach zwei Einführungsrunden freigegeben. Der 32-jährige Italiener teilte sich den Regenreifen im ersten Stint optimal ein, während seine Strategen den richtigen Zeitpunkt für den Wechsel auf Slicks abpassten. In der 24. Runde zog er die Trockenreifen auf und begann von Platz 18 eine phänomenale Aufholjagd. Innerhalb von neun Runden kämpfte er sich an die Top-10 heran. In einem Herzschlagfinale überholte er in der vorletzten Kurve zwei Rivalen und eroberte Rang acht.

DTM-Rookie Alessio Deledda zeigte am vorletzten Wochenende der Saison abermals einen spürbaren Aufwärtstrend. Hinter dem Steuer des Lamborghini Huracán GT3 EVO mit der Startnummer 6 hielt der 27-jährige Italiener bei schwierigen Bedingungen den Anschluss an das Feld. Zehn Runden vor Schluss war er auf Platz 16 im Kampf um das Mittelfeld. Auf dem Regenreifen musste er die Konkurrenz auf den zum Schluss schnelleren Slicks ziehen lassen und wurde nach 35 Runden als 21. gewertet.

Rolf Ineichen erlebte ebenfalls eine arbeitsreiche erste Rennhälfte. Der 44-Jährige war aufgrund einer Strafe vom Vortag als Letzter in den Lauf gegangen. In einem langen ersten Stint ging es für ihn zeitweise vor bis auf Rang 18. Der Kommandostand entschied in Runde 21, den Lamborghini Huracán GT3 EVO mit der Startnummer 19 zuerst auf Slicks umzusatteln. In der zweiten Rennhälfte ging es für den Schweizer allerdings nicht weiter nach vorne, sodass er als 23. abgewunken wurde.

Für Clemens Schmid blieb das erhoffte Punkteresultat beim ersten DTM-Heimspiel auch am Sonntag aus. Nachdem der 32-jährige Tiroler am Freitag mit der Trainingsbestzeit ins Wochenende gestartet war, kämpfte auch er im Regen mit der Balance. Zu Rennbeginn hielt er sich wacker als bestplatzierter Lamborghini-Fahrer im Feld, bis ein Zwischenfall in Runde acht ihn auf die 23. Position zurückwarf. Von dort aus kämpfte auch er sich zurück und war zwischenzeitlich auf Platz 14 unterwegs. Mit einem späten Reifenwechsel auf Slicks wurde er schlussendlich 18.

Mirko Bortolotti (ITA)
#63 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Qualifying: P23 – Rennen: P8

Foto: Gruppe C Photography

Mirko Bortolotti: „Die Bedingungen im Qualifying waren mehr als grenzwertig und es hätte unter diesen Voraussetzungen nicht stattfinden dürfen. Es sind Autos mitten auf der Geraden abgeflogen und es wurde trotzdem nicht abgebrochen. Das war kein Rennsport mehr, sondern nur noch Überlebenskampf. Wir sind am Ende nicht mehr gefahren, weil wir unser Auto nicht riskieren wollten. Die Sicherheit hätte bei diesem Wetter an erster Stelle stehen müssen. Mit Startplatz 22 hatten wir danach eine sehr schwierige Ausgangslage, aber wir haben mit der richtigen Strategie wieder ein perfektes Rennen abgeliefert. Das Team hat einen super Job gemacht und Platz acht war für uns mehr als erwartet.“

Rolf Ineichen (SUI)
#19 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Qualifying: P25 – Rennen: P23

Foto: Gruppe C Photography

Rolf Ineichen: „Es war wieder ein schwieriges Rennen. Im Trockenen hatten wir das gesamte Wochenende über eine super Pace, aber im Regen haben wir nicht das optimale Setup gefunden. Im Rennen wurde der Boxenstopp genutzt, um mit dem Slick Erfahrungswerte für die Teamstrategie zu sammeln. Das ist sicherlich aufgegangen, aber vom Ergebnis her bin ich nicht zufrieden. In Hockenheim wollen wir die Saison auf einem Höhepunkt abschließen.“

Clemens Schmid (AUT)
#85 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Qualifying: P18 – Rennen: P18

Foto: Gruppe C Photography

Clemens Schmid: „Ich hatte mir vom Heimspiel definitiv mehr erhofft, aber es sollte am Ende nicht sein. Die Bedingungen waren im Qualifying für uns alle sehr schwierig und wir haben mit Startplatz 18 das Maximum herausgeholt. Im Rennen ging es wie immer wild zu und ich musste mich nach Zwischenfällen mehrfach zurückkämpfen. Die Strategie war gut, aber das Resultat war natürlich nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Nichtsdestotrotz nehmen wir vom Wochenende viel Positives mit. In Hockenheim läuft es zum Abschluss hoffentlich noch einmal besser.“

Alessio Deledda (ITA)
#6 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Qualifying: P26 – Rennen: P21

Foto: Gruppe C Photography

Alessio Deledda: „Das Rennen hat wirklich Spaß gemacht. Ich habe mich im Nassen sehr wohl gefühlt, bis die Drücke im Regenreifen etwas zu hoch waren. Wir haben dann früh die Reifen gewechselt und ich war auf dem zweiten Reifensatz wieder gut unterwegs. Leider ist es zum Schluss abgetrocknet, wodurch ich einige Positionen verloren habe. Wäre es länger nass geblieben, wäre ein deutlich besseres Resultat drin gewesen. Unter dem Strich bin ich mit meinem Rennen aber trotzdem zufrieden.“

Foto: Gruppe C Photography

Gottfried Grasser, Teamchef von GRT: „In Anbetracht unserer Ausgangslage haben wir das Beste aus dem Rennen gemacht. Es war ein absoluter Reifenpoker und wir haben mit den Slicks richtig entschieden. Es war etwas schade, dass es nicht noch früher abgetrocknet ist, denn es wäre sonst noch mehr drin gewesen. Auf der anderen Seite hat Mirko mit seiner starken letzten Runde ein sehr wichtiges Resultat für die Meisterschaft geholt. Alessio hat heute sein mit Abstand bestes Rennen in der DTM gezeigt. Er hat mitgekämpft, Positionen gewonnen und schnelle Rundenzeiten gezeigt. Bei Rolf und Clemens war es an einem sonst starken Wochenende etwas durchwachsen. Im Regen hat die Pace gefehlt. Unter dem Strich sind wir mit unserem ersten Heimspiel in der DTM sehr zufrieden. Das Schönste ist, dass es beim Finale in Hockenheim einen richtigen Krimi geben wird. Der Titelkampf ist völlig offen und wir freuen uns auf den Showdown.“

Quelle: Pressemitteilung GRT Grasser Racing Team

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