Vor wenigen Wochen noch, bekundete man in der Motorsportabteilung der italienischen Sportwagenschmiede Interesse an einem GTE-Programm. Giorgio Sanna gab dem nun eine Absage und rückt das GT3-Programm und die Super-Trofeo in den Fokus.

Lamborghini hat sich jüngst entschieden, seine geplanten GTE-Bemühungen nicht weiter voranzutreiben, wobei kurz- und mittelfristig der Schwerpunkt auf den kundenorientierten Programmen liegt, so Motorsportchef Giorgio Sanna gegenüber den Kollegen von Sportscar365.

Bereits seit 2016 kalkulierte und konzipierte man bei Lamborghini an einem Werkseinsatz im GT-Sport. Entsprechend wurden bereits diverse Designstudien eines Huracan GTE veröffentlicht. Nun zieht Sanna dem Programm den Stecker. Klar sei, so kommentiert Sanna, dass man einen Einsatz in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship und FIA World Endurance Championship, einschließlich eines Einsatzes bei den 24 Stunden von Le Mans geplant hatte.

In einem exklusiven Interview mit Sportscar365 erklärte Sanna, dass die derzeitige Instabilität in der Sportwagen-Rennlandschaft dazu geführt habe, dass Lamborghini seine GTE-Aussichten vorerst auf Eis gelegt habe. „GTE, zumindest im Moment, steht bei uns nicht mehr auf dem Plan“, sagte Sanna Sportscar365. „Sicher wird es in den nächsten drei Jahren kein [höheres] Programm als GT3 geben.“

„Es war eine Entscheidung, die kürzlich aufgrund der aktuellen Situation im GT-Sport für die nächsten Jahren getroffen wurde.“ bestätigt Sanna die Pläne. „Wie Sie sich vorstellen können, benötigt es zwei, drei Jahre Entwicklungszeit, ein GTE-Fahrzeug zu entwickeln. Aber zuerst muss klar sein, wohin die Reise gehen soll. […] Bis die Situation klar oder nachhaltig wird, warten wir lieber ab.“

Sanna wies darauf hin, dass die sich entwickelnden Vorschriften in der Welt des Sportwagenrennsports, einschließlich der von der FIA und ACO vorgeschlagenen „Hypercar“-Plattform, die zu einem Abbau der GTE-Herstellerbeteiligung führen könnten, zur Entscheidung beigetragen haben. Die Entscheidung soll im vergangenen Monat gefallen sein, nachdem der ACO die Zukunftspläne in Le Mans präsentierte.

Auch waren schon einige Teams auserwählt, das Herstellerprogramm in die Hand zu nehmen. Darunter zählte unter anderem das Team Rosberg und Wayne Taylor Racing. Sanna weiß auch, dass „… unsere Kundensportteams mehr machen wollten.“ Aber, “ …diese Teams seien auch die Ersten, die verstünden, dass man Schritt für Schritt gehen müsse. Denn je größer das alles würde, desto größer sei auch das Risiko. Für alle.“ fügt Sanna hinzu. „Wir müssen die Risiken richtig einschätzen und abwägen und nach soliden Regeln auf der technischen und sportlichen Seite suchen.“

Fokus auf wachsendem GT3- und Super Trofeo Markt

Sanna sagte, dass der Fokus vorerst darauf liegen werde, den Kundenstamm von Lamborghini sowohl in GT3 als auch in der Markenserie Super Trofeo weltweit zu vergrößern.
Für das kommende Jahr sei zudem ein umfangreiches EVO-Kit für den Huracan GT3 geplant sein. So will man die Wettbewerbsfähigkeit für die nächsten drei Jahre sichern. „Betrachtet man Super Trofeo und GT3 […] wird der Aufwand bei den GT3-Fahrzeugen jedes Jahr größer und größer, weil der Markt solche Anstrengungen fordert, da die Meisterschaften immer anspruchsvoller werden.“

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Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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