Die Saison der Nürburgring Langstrecken-Serie verlief deutlich anders als gewohnt. Bedingt durch die weltweite Corona-Pandemie musste der Veranstalter den Terminkalender neu planen und ein Hygienekonzept ausarbeiten. Ende Juni begann dann mit einer Boxengasse im Open-Air Fahrerlager die Serie fahrt aufzunehmen. Fünf der geplanten acht Läufe konnten ausgetragen werden, auch dank der Durchführung eines Doppel-Wochenendes mit je einem 4-Stunden Rennen am Samstag sowie am Sonntag. Unter diesen Umständen erzielten die beiden Renault Clios in der Klasse H2 hervorragende Ergebnisse und den Piloten des AVIA Clio RS #620 eine Spitzenplatzierung in der Fahrerwertung.

Das AVIA racing Fahrertrio, bestehend aus Gerrit Holthaus, Michael Bohrer und dem Teamchef Stephan Epp gewann die Klasse H2 und belegt den fünften Platz der Fahrertabelle mit mehr als 580 Namen, darunter internationale Teilnehmer mit Werksverträgen. Der aufkleben.de Clio #630 mit Marc Wylach, Andreas Winterwerber und Michael Uelwer wurde Drittplatzierter in der H2.

Karl Mauer im Gespräch mit Stephan Epp
Foto: M. Brückner

„Es war eine Saison mit vielen unbekannten Variablen. Wir wussten nicht was kommt, wir wussten nicht ob überhaupt was läuft, es war alles spannend.“, beginnt Stephan Epp seine Bilanz. Der Teamchef führt seine Bilanz weiter aus: „Definitiv kann man sagen, die NLS hat alles richtig gemacht. Sehr früh gab es einen Alternativplan. Dieser hat hervorragend funktioniert, es hatte sogar ein eigenes Flair, dieses neue Fahrerlager. Wir standen sogar näher am WC was ab und zu echt hilfreich ist.“, schildert er mit einem Schmunzeln.

AVIA Clio RS #620 NLS 4 2020
Foto: L. Rodrigues

„Ein super Kampf an der Klassenspitze den wir teils bis in die letzte Runde ausgetragen hatten. Wir wären alle gerne die letzten Rennen gefahren, jedoch ist es nur richtig und vernünftig dies nicht zu tun. So steht am Ende der Klassensieg in der H2 ein Gesamtrang fünf, sowie ein großes Maß an Motivation für 2021 auf der positiven Seite. Wir werden sehen was das kommende Jahr für uns auf dem Plan hat, dann sind wir beim 24h-Rennen auch wieder am Start. Ich persönlich hoffe auf eine weiterhin gute Performance an allen Fronten und die professionelle Durchführung von möglichst vielen Rennen in der Eifel – bitte wieder mit Fans, die haben uns sehr gefehlt. Eines wage ich vorherzusagen: Die Corona Bedingungen werden weiterhin Teil der NLS sein – genau wie wir!“, so Epp.

Gerrit Holthaus zieht ein ähnliches Fazit: „Im Großen und Ganzen bin ich mit der Saison, die von Anfang an im Schatten von COVID-19 stand sehr zufrieden. Bei Lauf eins kämpften wir noch mit stumpfen Waffen, der Clio hatte aufgrund einer defekten Lambdasonde deutlich weniger Leistung. Es fehlten stellenweise 25-30 km/h an Topspeed. Der zweite Platz ist aus heutiger Sicht absolut top und war im Nachhinein Gold wert für die Gesamtpunktzahl. Am Double-Header Wochenende traf uns samstags das Schicksal in der letzten Runde mit einem Reifenschaden am Adenauer Forst. Hierdurch ging unser Vorsprung von sieben Minuten verloren, wieder stand der zweite Rang als Ergebnis fest. Am Sonntag durften wir dann endlich den verdienten Klassensieg feiern. Ebenso dann beim vierten Lauf. Dies füllte unser Punktekonto weiter kräftig.“

AVIA Clio RS Gerrit Holthaus, Michael Bohrer, Stephan Epp
Foto: L. Rodrigues

Der Lüdenscheider erklärt weiter: „Am meisten ärgert mich aber das diesjährige 6h Rennen, bei dem wir das Pech gepachtet hatten. Wir hatten, im Gegensatz zu unserer Konkurrenz, eine Vielzahl an Code 60 Phasen, die uns einen nicht mehr aufzuholenden Rückstand bescherten und wir dadurch wieder auf Rang zwei ins Ziel kamen. Das wären nochmals wichtige Punkte gewesen. Es war dennoch letztendlich eine sehr erfolgreiche Saison mit dem Klassensieg und der Top-Platzierung in der Fahrerwertung. Dem gesamten Team bin ich sehr dankbar für alles und blicke optimistisch in die Motorsportsaison 2021 in der wir hoffentlich weiterhin Erfolge einfahren werden.“

Michael Bohrer, der ehemalige Peugeot Werkspilot und der dritte Fahrer im AVIA Clio RS ergänzt: „Corona bedingt startete die NLS verspätet in die Saison. Viele waren skeptisch, aber wurden positiv von dem neuen Fahrerlager mit integrierter Boxengasse überrascht. Die Zeltstadt erinnerte mich ein wenig an meine Anfänge im Kart Sport oder an Bergrennen und es brachte eine ruhige familiäre Stimmung ins Team. Auch wenn uns die Fans sehr gefehlt haben, waren es fantastische Veranstaltungen von denen ich auch gerne noch ein paar mehr gehabt hätte.“

AVIA Clio RS #620 NLS 4 2020
Foto: L. Rodrigues

Bohrer sagt abschließend: „Der erneute Lockdown machte leider den sechsten Lauf und eine erneute Doppelveranstaltung zum Saisonende nicht mehr möglich. Dies wäre ein schöner emotionaler Abschluss für die fantastische Saison gewesen und wir hätten den Meistertitel in der Klasse H2 sofort mit dem ganzen Team feiern können. Hier kann man nicht genug danke sagen an die Jungs und Mädels im Hintergrund! Die sind alle mit Herzblut dabei und geben jedes Mal alles. Wir waren dieses Jahr nie schlechter als Platz zwei in der Klasse und ich war in der Gesamtwertung noch nie so weit vorne. Da freue ich mich schon riesig auf nächstes Jahr, mit der Hoffnung auch mal wieder Fans im Fahrerlager begrüßen zu dürfen.“

Seine Debütsaison im Team aufkleben.de hatte der Frankfurter Andreas Winterwerber, bisher war er meist im Opel Astra in der Langstrecke am Steuer. Sein Resümee nach fünf Rennen im Cockpit des Clio RS #630: „Eine ungewöhnliche und leider zu kurze Saison 2020 in der viel Kompromissbereitschaft gefragt war ist zu Ende. Trotz der Corona bedingten Einschränkungen fand ich den Ablauf mit der angepassten Boxengasse sehr gut gelungen und möchte auch von meiner Seite Danke an alle Beteiligten sagen. Meiner Meinung nach wurde die Situation von den Teams und den Verantwortlichen wirklich vorbildlich, kameradschaftlich und toll gemeistert. Leider konnten wir durch das vorzeitige Saisonende nicht mehr um Platz zwei in der H2 kämpfen, das wäre on Top noch die Krönung gewesen. Gerne hätten wir auch gemeinsam das tolle Resultat dann final gefeiert. Trotz Allem ein tolles Ergebnis für uns mit Platz drei am Ende für den aufkleben.de Clio. An dieser Stelle Gratulation den Jungs des Avia Clio für das wirklich tolle Ergebnis.“

aufkleben.de Clio RS #630 NLS 4 2020
Foto: L. Rodrigues

Über seine ersten Rennen in einem Clio sagt der KFZ-Meister und Autohausbesitzer aus Rödelheim: „Für mich persönlich war es ein sehr spannendes Jahr, ein neues Team in dem ich Stück für Stück meinen Platz fand und ein neues Auto, mit dem ich langsam warm werde, da ist noch reichlich Luft nach oben und ich bin hoch motiviert im nächsten – hoffentlich normalen Jahr – eine Steigerung zu erreichen. Ich denke, dass wir als Fahrertrio sehr harmonisch agierten und wir durchaus in der Lage sind auch in der nächsten Saison sowohl in der NLS als auch beim 24h Rennen, um Podiumsplätze zu kämpfen. Dies dann hoffentlich wieder vor Publikum. Für mich heißt das über den Winter viel an der körperlichen Fitness zu arbeiten, um nächstes Jahr topfit in die neue Saison starten zu können.“

Michael Uelwer, Fahrer und Inhaber des aufkleben.de Clio: „Dem möchte ich mich zu 100% anschließen. Das wir nicht mehr die Möglichkeit hatten Platz zwei zu holen war natürlich bitter, aber unter den Umständen nicht zu ändern. Ich hoffe, dass die nächste Saison wieder halbwegs normal abläuft – obwohl die Atmosphäre in der „provisorischen“ Boxengasse schon sehr außergewöhnlich und gut war. Ich freue mich auf die neue Saison und auf das 24-Rennen, dem meine Teamkollegen und ich zuversichtlich entgegensehen.“

aufkleben.de Clio RS #630 NLS 4 2020
Foto: L. Rodrigues

Marc Wylach, auflkeben.de Clio Pilot stimmt seinen Teamkollegen zu: „Ich denke grundsätzlich wurde alles gesagt. Es ist natürlich schade, dass die Saison so kurz war, aber im Hinblick auf die Lage absolut verständlich. Mit unserer Leistung bin ich grundsätzlich zufrieden. Es wäre natürlich toll gewesen, den zweiten Platz in der Klasse noch holen zu können, was uns durch die Absage der letzten drei Läufe leider nicht mehr vergönnt war. Ein großer Dank geht an das gesamte Team, das wie immer alles gegeben hat und einen großen Teil des Erfolgs ausmacht!“

Für das Team aufkleben.de mit dem AVIA racing Clio und dem aufkleben.de Clio beginnen nun die ersten Planungen für 2021, jedoch ist es für konkrete Aussagen noch viel zu früh, so stehen die Termine der Nürburgring Langstrecken-Serie nicht fest. Ebenso laufen noch die Verhandlungen mit Sponsoren und Partnern.

Das gesamte Team bedankt sich bei den Unterstützern, den Sportwarten und der Organisation der NLS für die Saison und wünscht ihnen und allen Fans eine schöne Winterpause und das wir uns alle gesund wieder in der Grünen Hölle des Nürburgrings treffen dürfen.

Quelle: Pressemitteilung Team aufkleben.de

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