Was Kunden und Partner bereits seit geraumer Zeit wussten, kündigte Kissling Motorsport nun auf der offiziellen Facebook-Seite an. In Bad Münstereifel gehen die Lichter aus.

Für die Opel-Fans wird das nun eine ganz bittere Pille. Bei Kissling Motorsport hat man sich dazu entschlossen, nach 41 Jahren erfolgreicher Motorsportgeschichte, die Tore zu schließen und sich aus dem aktiven Motorsport zurück zu ziehen.

Stefan Kissling erläutert gegenüber LSR-Freun.de die verschiedenen Hintergründe für diese schwerwiegende Entscheidung: „Es ist so, dass wir Motorsport seit 41 Jahren ausschließlich mit Opel betreiben. Wir sind tief verwurzelt mit Opel, eine ganz enge Verbindung und Freundschaft zu den Internen von Opel. Man kann das schon als eine Art Ehe bezeichnen“

Kissling blickt nachdenklich in die Zukunft: „Die Zukunft von Opel ist nicht das, was Opel mal war. Im Moment können wir als Kissling ist da nicht viel erwarten“

Carlos Tavares, CEO des P.S.A.-Konzerns, zu dem Opel seit dem Jahr 2018 gehört, verkündete vor einigen Monaten, dass man bei Opel erstmal wieder auf den grünen Zweig kommen müsse, ehe man da über ein größeres Motorsport-Engagement nachdenken könne. „Das ist für uns jetzt Spekulation,“ sagt Kissling. „Das kann nächstes Jahr alles positiv vorwärts gehen und schon wieder ganz anderes aussehen.“

„Wir konnten 2018 noch die Meisterschaft mit dem Astra einfahren, was für uns eine Genugtuung war, gegenüber den großen Herstellern, als kleine Firma aus der Eifel. Am Ende haben wir alles getan, für den Erfolg von Opel und den Erfolg von Kissling Motorsport.

Aber der eigentliche Grund für den Rückzug sind die privaten Gründe. „Meinem Vater ging es auch gesundheitlich nicht so gut. […] Er hat alles für den Motorsport gegeben. Er ist seit 25 Jahren selbstständig und betreibt Motorsport seit 41 Jahren ausschließlich mit Opel. Ich bin jetzt seit 30 Jahren aktiv im Betrieb, seit 12 Jahren Geschäftsführer. Ich kenne nichts anderes, als Kissling Motorsport und Opel. Für mich ist es ein reiner Familienbetrieb, wo nur ein kleiner Kreis von Leuten dazu gehört. Mein Vater und ich, die hier die Fäden ziehen und eine Handvoll treue Mitarbeiter – wo ich auch sehr dankbar sind – die uns teils seit 25 Jahren zur Seite stehen.“

„Und wenn ich sehe, dass das ganze nicht mehr funktioniert. Auch wenn mein Vater gesundheitlich nicht mehr so funktioniert und ihn das ganze Thema mehr belastet, als es Freude bringt … dann haben wir uns gemeinschaftlich entschlossen, das Ganze zu beenden.“ Kissling setzt fort, „Auch wenn viele sagen, die nächste Generation muss es weiterführen – Nee! Ich will es nicht alleine weiterführen. Wir hatten schöne Jahre zusammen gehabt, auch mit Opel. Wenn es dann in Summe aber nicht mehr funktioniert, dann beenden wir das. Ganz einfach. Ich möchte, gemeinsam mit meinem Vater – der das ganze aufgebaut hat – das ganze beenden. Wir möchten nicht, dass der Name irgendwo anders noch in Umlauf kommt oder verkauft wird und irgendwelche Schandtaten betrieben werden. Das wollen wir nicht.“

Ob man sich die Zusammenarbeit mit einem anderen Hersteller auch vorstellen könne, weiß Stefan Kissling schnell zu beantworten: „Kissling war immer Opel und Kissling wird immer Opel bleiben. Bei meinen Anfragen bei anderen Herstellern habe ich gemerkt, dass ich auch gar nichts anderes will.“

Bei Opel respektiert man die Entscheidung. „Der Rückzug von Kissling geschieht aus privaten Gründen. […] Den Rückzug von Kissling bedauern wir sehr, respektieren ihn aber. Mit der Eingliederung von Opel Motorsport in PSA Motorsport hat das erst einmal nichts zu tun. Opel Motorsport und PSA Motorsport arbeiten derzeit an neuen Motorsport-Projekten […].“ lässt die Presseabteilung von Opel auf Anfrage von LSR-Freun.de wissen.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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