Als am Sonntag den 27. September 2020 um 15:30 Uhr die Zielflagge geschwenkt wurde konnte es Kevin Wolters und sein Team noch nicht fassen: Trotz zweier Unfälle und extremen Wetterbedingungen haben sie mit dem BMW M2 CS Racing #39 den Sieg in der frisch geschaffenen Klasse „M2 CS Racing“ gegen das prominent besetzte Medienfahrzeug von BMW geschafft. Ebenso behauptete sich das Kundenfahrzeug, das von Keeevin Sports & Racing betreut wurde achtenswert in der Klasse V4 mit dem dritten Platz.

Keeevin Sports & Racing BMW M2 CS Racing N24h 2020
Foto: 1VIER.com

Kritiker sagen immer, dass die vielen Klassen bei der Nürburgring Langstrecken-Serie und beim ADAC TOTAL 24h Rennen auch immer viele Sieger hervorbringen – klar, wenn nur zwei, drei oder vier Autos in der Klasse antreten. Einen Pokal abholen ist die eine Sache, aber den Sieg erstmal einzufahren, besonders zwei Mal rund um die Uhr auf der Nordschleife eine andere Herausforderung. Wenn dann auch noch die direkten Gegner Tom Coronel und Dirk Adorf heißen, die mit der Verstärkung von Niki Schelle – bekannt aus der Sendung „Grip“ und dem Journalisten Christian Gebhardt das BMW Medienfahrzeug steuern, dann ist ein Klassensieg eben doch ein echter verdienter Sieg.

Keeevin Sports & Racing Teamchef Kevin Wolters erklärte nach dem Rennen: „Es lief für uns richtig gut! Wir hätten nie gedacht, dass wir so gut durchkommen bei unserem ersten 24h-Rennen. Das unser BMW 325i, der in der V4 startete so gut abschnitt und noch vor dem M2 CS in der Wertung stand ist unglaublich. Da haben wirklich alle – Fahrer und Team – einen perfekten Job gemacht. Das Auto hatte keine Probleme und stand nahezu kratzerfrei im Parc Fermé nach dem Rennen. Unbeschreiblich stolz sind wir natürlich auch über den Klassensieg gegen das Medienfahrzeug, mit all den Widrigkeiten im Rennen haben wir nicht ein solches Abschneiden erwartet.“

Keeevin Sports & Racing BMW 325i N24h 2020
Foto: 1VIER.com

Der BMW 325i E90 #153, besetzt mit Juha Miettinen, Dan Berghult, Andrew Engelmann und Markus Löw nahm an allen Qualifying-Sitzungen teil und die Piloten zeigten sehr konstante Zeiten. Diese Konstanz setzte sich eindrucksvoll in beiden Teilen des Rennens unter allen Wetterbedingungen fort, so stand nach der Zieldurchfahrt der 63. Gesamtrang und der dritte Platz in der Klasse V4 in der viele erfahrene Gegner antraten. Wolters findet lobende Worte: „Wir hatten unser Bestes gegeben, um den Fahrern das Auto perfekt vorzubereiten, das hat das Team geliefert. Die vier Piloten haben dann nahtlos an diese Perfektion angeknüpft und wie durch ein Wunder den BMW ohne einen einzigen Feindkontakt über die gesamte Distanz gebracht. Wer die V4 kennt, der weiß gegen welch‘ starke Konkurrenz sie sich behaupteten.“

Im Fokus der Medien und Zuschauer stand jedoch ein ganz anderes Auto, gegen das sich das Team aus Ruppichteroth behaupten konnte. Alle Augen waren auf den BMW M2 CS racing #36 gerichtet, eben dem prominent besetzten Medienfahrzeug aus dem sogar live übertragen wurde. Alleine der Name Tom Coronel gilt immer als Magnet, der Rennfahrer genießt auf allen Social-Media-Kanälen höchste Reichweiten. Als das Underdog-Quartett starteten neben dem Teamchef Kevin Wolters auch Fahrzeugeigner Klaus Faßbender, Guido Wirtz und Christian Albinger in dem neuen Modell aus der M-Serie in dem ebenso neu geschaffenen M2 CS Racing-Cup.

Keeevin Sports & Racing BMW M2 CS Racing N24h 2020
Foto: 1VIER.com

„Wir hatten das Glück auf unserer Seite! Trotz zweier Unfälle die Klasse zu gewinnen hätten wir im Traum nicht geglaubt. Nicht nach dem ersten Abflug von Klaus bereits kurz nach dem Start, noch weniger nach meinem Unfall in der Nacht. Etwa 30 Minuten vor dem Abbruch bin ich im Hatzenbachbogen leider eingeschlagen und die Aufhängung vorne Links war zerstört. In diesem Fall kam die rote Flagge gegen 22:30 Uhr für uns genau richtig.“, sagte Wolters. Er schildert dann wie es in der Nacht weiter ging: „Alle verfügbaren helfenden Hände haben ihr Bestes gegeben und über die Nacht das Auto wieder fit gemacht, so dass es etwa um 5:00 Uhr fertig war. Dann konnten wir noch zwei Stunden ausruhen, bis um 07:00 Uhr der Restart für eine Stunde später verkündet wurde.“

Über die zweite Rennhälfte erzählt Wolters: „Mit drei Runden Rückstand auf den Promi-M2 ging es auf die restlichen 7,5 Stunden. Genau zu der Rennphase als es sehr trocken war stieg ich ins Auto und konnte gegen Niki Schelle pro Runde bis zu 40 Sekunden gut machen. Am Ende hatten wir sieben Minuten Vorsprung beim Zieleinlauf und damit den Cup gewonnen. Es war gewiss kein leichtes Rennen, aber dank einer fantastischen Teamleistung wurden wir doch belohnt und ich finde keine passenden Worte, um meinen unendlichen Dank an die ganze Truppe auszudrücken. Mädels und Jungs einfach mega, ihr habt alles gegeben und super zusammengearbeitet. Die Tage und Nächte der Vorbereitungen haben sich gelohnt!“

Der Teamchef ergänzt abschließend: „Herzlichen Dank auch an alle Leute, die uns unterstützt haben. Klaus Fassbender hatte zum Glück vorsorglich schon ein großes Ersatzteil-Paket für den M2 mitgebracht, das hat natürlich alles gerettet. Meine drei Fahrerkollegen Christian, Guido und Klaus haben besonders im Regen alle eine starke Performance gezeigt und dem Team den Sieg ermöglicht, danke!“

Weiter geht es für Keeevin Sports & Racing in drei Wochen, dann ruft die Eifel am 24. Oktober 2020 zum sechsten Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie. Beim 45. DMV Grenzlandrennen wird das Team aus Ruppichteroth wieder antreten und um Punkte in den Klassen kämpfen. Wolters geht davon aus, dass das Team den BMW M2 CS racing auch im Jahr 2021 wieder einsetzen wird.

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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