Die Scuderia Cameron Glickenhaus hat auf die Nachricht reagiert, dass Aston Martin beschlossen hat, sein Valkyrie-WEC-Programm auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Die US-Amerikanische Manufaktur plant bereits sehr konkret, mit seinem eigenen Hypercar SCG 007 in die Kategorie der Le Mans-Hypercars einzusteigen. Nach der Bekanntgabe über die Konvergenz der LMDh-Klasse durch den ACO/WEC musste das Motor-Konzept der SCG jedoch geändert werden.

Ursprünglich setzte Glickenhaus auf einen weiterentwickelten Alfa Romeo Motor, doch aufgrund der Einflüsse von Aston Martin bei der Konvergenz musste dieses Vorhaben gekippt werden. Doch trotz dieser Änderungen hat man bei Aston Martin die Le Mans-Hypercar Pläne vorerst auf Eis gelegt.

Hierzu äußert sich Glickenhaus so: „Sie änderten die zulässige Leistung, erhöhten das Mindestgewicht und die Motorleistungsbegrenzung. Unsere Alfa-Motoren konnten die erforderliche Leistung nicht erbringen, und Toyota hat die Änderung gnädigerweise zugelassen, obwohl sie wahrscheinlich Geld und Zeit kostet. Deshalb sind wir auf (den Rückzug von) Aston wütend.“

„Ich habe Mitleid mit denjenigen, die Aston zum IPO-Preis (IPO: Initial Public Offering – Börsengang) gekauft haben. Ich finde die Gehälter, die von Aston-Führungskräften für abscheuliche Leistungen bezogen werden obszön. Sie sollten das Ehrenhafte tun: Zurücktreten und das Geld an das Unternehmen zurückgeben.“ führt ein wütender Glickenhaus weiter aus und begründet seine Enttäuschung: „Ich bin angewidert von ihrem Gejammer, das den ACO dazu veranlasst hat, die Regeln gnädig zu ändern, um Astons Motor, der unsere Alfa-Motoren in die Luft sprengt, zu berücksichtigen und Toyota dazu zu bringen mehr Geld auszugeben, um ihren Motor zu ändern – und dann „Bye Bye“ zu sagen. Jetzt geben sie der Konvergenz die Schuld. Erbärmlich“.

SCG 004c Cremona 18.02.2020
Foto: Scuderia Cameron Glickenhaus

Die Bemerkung zu den Motoren bezieht sich wahrscheinlich auf eine Regeländerung, die Glickenhaus‘ Pläne, den 007 mit einem Alfa-Romeo-Motor anzutreiben, zum Scheitern brachte. Jim Glickenhaus gibt seiner Enttäuschung weiter Luft: „Sie sollten in den Spiegel schauen, wenn sie wirklich sehen wollen, wem sie die Schuld geben können. Ihr infantiles Verhalten hat uns zurückgedrängt und uns Geld gekostet. Aber im Gegensatz zu Aston werden Toyota, ByKolles und wir, die SCG, in der nächsten Saison mit großartigen und interessanten Autos da sein und wir werden harte und ehrenvolle Rennen fahren.“

Jim Glickenhaus weiter: „Im Gegensatz zu ihnen hatten wir kein Problem damit, das ursprüngliche Mindestgewicht zu senken. Jetzt müssen wir mit Ballast fahren. Wir hatten eine Möglichkeit, Alfa zurück nach Le Mans zu bringen. Ihre Motorforderungen haben das zunichte gemacht. Wenn ich persönlich in der finanziellen Lage von Aston wäre, würde ich kein Geld für die F1 verschwenden. Der Rennsport in Le Mans verkauft Autos. Bei dem Nürburgring 24h zu fahren, verkauft Autos. Wenn man mit seinem SUV bei der Baja 1000 fährt, verkauft man SUVs. Luxusmarke? Ich höre keine einzige…“

Abschließend äußerte Glickenhaus sich mit einem Satz, welcher wohl gleichzeitig die Teamlosung zum Projekt sein wird: „Einige Leute machen sich vor den Toren der Hölle in die Hosen, während wir uns nicht zurückziehen werden!“

SCG 007 Hypercar
Foto: Scuderia Cameron Glickenhaus

Wie entschlossen ein Jim Glickenhaus seine Pläne verfolgt zeigt er aktuell mit den ersten Testrunden seines SCG 004c welcher für die Nürburgring Langstrecken-Serie und das ADAC TOTAL 24h Rennen 2020 eingesetzt wird. Auch hier ist sich Glickenhaus sicher, dass das Auto eine Homologation als GT3 Fahrzeug bekommt.

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen.Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen.Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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