Seit dem vorzeitigen Abschluss der Rallye Mexiko sind die reisenden Mitarbeiter von Hyundai Motorsport nach Europa zurückgekehrt und das Unternehmen eine Zeit der Fernarbeit, im Einklang mit den Bemühungen der Regierung um die Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie (COVID-19), durchführt.

Obwohl es keine bestätigten Fälle von COVID-19 unter den Mitarbeitern von Hyundai Motorsport gibt, wurde auf Anraten der Regierung zur Begrenzung der Verbreitung des Virus beschlossen, dass die Mitarbeiter freiwillig von zu Hause aus arbeiten, um sich selbst und die umgebenen Kolleginnen und Kollegen zu schützen.

Zu diesem beispiellosen Zeitpunkt sind die Gedanken von Hyundai Motorsport bei denjenigen auf der ganzen Welt, die direkt von dem Ausbruch betroffen sind und bei den wichtigsten Hilfskräften, die an der Bewältigung der aktuellen Krise beteiligt sind.

Von seinem Wohnsitz in Bayern aus hat Teamchef Andrea Adamo über diese schwierige Zeit nachgedacht und deutlich gemacht, dass die Motorsport-Aktivitäten des Unternehmens gegenüber den aktuellen Herausforderungen der Welt in den Hintergrund treten.

Andrea, zuerst die Frage, wie ist die Allgemeinsituation bei Hyundai Motorsport?

Das Wichtigste ist, dass es allen gut geht – oder zumindest so weit wie unter den gegebenen Umständen möglich. Unser Unternehmen befindet sich in Bayern, das seit Ende letzter Woche nahezu komplett heruntergefahren wurde. Wir waren gezwungen, unsere Aktivitäten einzuschränken, aber in Wirklichkeit hatten wir schon vorher einige Schritte unternommen um auf diese sich schnell verändernde Situation zu reagieren. Die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Mitarbeiter haben oberste Priorität.

Welche Art von Maßnahmen haben Sie ergriffen?

Mit über 250 Mitarbeitern aus 27 verschiedenen Nationen wollten wir den Menschen die Möglichkeit geben, nach Hause zurückzukehren bevor sich die Situation verschlechtert. Wir haben Schritte unternommen um eine Arbeit aus der Heimat aus zu schaffen die es uns ermöglichen, so viel wie möglich mit Ingenieurs-Arbeiten fortzuführen. Wir versuchen das Beste aus dieser Situation herauszuholen. Auf der ganzen Welt gibt es in diesem Moment größere Probleme zu bewältigen als den Motorsport, also versuchen wir, darüber nachzudenken und unsere Prioritäten im Einklang zu halten.

Wie einfach ist es, für eine Organisation wie Hyundai Motorsport aus der Ferne zu arbeiten?

Zum Glück leben wir in einer Zeit in der die Kommunikation über virtuelle Werkzeuge sehr fortschrittlich und effizient ist. Wir berufen von Zeit zu Zeit Meetings ein, wir haben Zugang zu den Servern und versuchen uns gegenseitig auf dem Laufenden zu halten. Das ist bei weitem keine optimale Situation, aber es ist auch weit entfernt von dem größten Problem, mit dem die Welt derzeit konfrontiert ist. Wir müssen entspannt bleiben und darauf vorbereitet sein wenn die Arbeit wieder beginnt, was sie auch tun wird.

Wie herausfordernd war es, die Rallye Mexiko mit der sich entwickelnden Situation und einer Rallye zeitgleich zu bewältigen?

„Wir sind keine Helden wenn es darum geht die Situation in Mexiko zu regeln, das gehört zum Job und es gibt Menschen die in Krankenhäusern arbeiten die mit viel härteren Bedingungen konfrontiert sind. Wir alle hatten ein Treffen und es wurde vereinbart, die Veranstaltung vorzeitig zu beenden, damit wir die Menschen wieder nach Europa bringen können. Da wo die meisten von uns ansässig sind. Es gab andere kleinere Teams mit weniger Ressourcen um mit der Situation fertig zu werden, so dass wir eine globale Verantwortung hatten ihnen ebenfalls zu helfen. Manchmal ist es wichtig weniger egoistisch zu sein und das Gesamtbild zu sehen.

Was sind Ihre Gedanken zu den drei WRC-Veranstaltungen, die in dieser Saison bisher stattfanden?

Meine wichtigste Überlegung ist, dass die WRC 2020 bereits jetzt eine seltsame Saison war. Die einzige Veranstaltung die reibungslos ablief war in Monte-Carlo. Dann hatten wir Schweden, das auf unbeschreiblichen Straßen lief, und dann Mexiko, das im Schatten des COVID-19 Ausbruchs abgebrochen wurde. Wenn ich auf diese Ereignisse zurückblicke, kann ich nicht sagen, dass ich glücklich bin. OK, wir haben Monte gewonnen, also waren wir aus rein emotionaler Sicht zufrieden. Aber wir hatten einige Leistungseinschränkungen. Mit Schweden, war ich nicht zufrieden und in Mexiko hatten wir Zuverlässigkeitsprobleme, die mich sehr verärgert haben. Diese Ereignisse haben uns die nötige Motivation gegeben, die wir brauchen, um uns wieder auszurichten. Wir müssen unseren Vorstand respektieren, der uns erlaubt an der Meisterschaft teilzunehmen und professionell zu sein. Wir müssen uns konzentrieren und verstehen, was wir besser machen können.

2020 FIA World Rally Championship Rallye Monte-Carlo 2020 22-26 January 2020 Hyundai Motorsport Team Director Andrea Adamo
Foto: Austral
Worldwide/Hyundai Motorsport GmbH

Stehen Sie in dieser Zeit in Kontakt mit der Mannschaft?

Ich stehe in ständigem Kontakt mit dem Team und Fahrern, egal welcher Kategorie. Wir tauschen WhatsApp Nachrichten aus oder ich überprüfe einfach nur, ob alles in Ordnung ist. Wenn überhaupt, dann stehe ich jetzt mehr in Kontakt mit ihnen als sonst. Sie sind alle Teil von Hyundai Motorsport, also versuche ich, sie auf dem Laufenden zu halten. Wir sind alle Mitglieder des Unternehmens, also müssen wir alle in das Geschehen eingebunden werden.

Nehmen Sie sich in dieser Sperrzeit auch Zeit für sich selbst?

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich voll und ganz arbeite. Ich habe das Glück in einem kleinen Dorf in den Hügeln über Aschaffenburg in Deutschland zu leben. Direkt vor meiner Haustür habe ich den Wald, so dass ich spazieren gehen kann. Ich kann mit dem Fahrrad oder auf einem Trainer in meinem Wohnzimmer fahren. Ich versuche, fit und gesund zu bleiben. Es ist wichtig, diese Zeit zu nutzen um für sich selbst zu sorgen.

Haben Sie besondere Botschaften für die Menschen zu Hause?

Wir alle versuchen in dieser schwierigen Zeit unsere eigene kleine Unterstützung zu leisten. Wir wollen die Fans zu Hause durch die Sozialen Median weiter an Hyundai Motorsport teilhaben lassen. Auch damit sie diese Zeit verarbeiten können, indem wir ihnen eine Pause von den täglichen Tragödien und Sorgen bieten. Auch wenn es andere Prioritäten als den Motorsport gibt, wollen wir den Menschen die Gewissheit geben, dass wir bei ihnen bleiben solange sie zu Hause sind. Wir wissen nicht wann sich die Dinge wieder normalisieren werden. Wir müssen uns konzentrieren positiv bleiben und die Dinge, die wir kontrollieren können, in den Griff bekommen.

Quelle: Hyundai Motorsport

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