Nachdem das erste Auto nun fertiggestellt ist, wird die Scuderia Cameron Glickenhaus diesen Monat mit den Tests des SCG 007 Le Mans Hypercar auf der Rennstrecke von Vallelunga nahe Rom beginnen. Der Bau des SCG 007, der von Podium Advanced Technologies in Pont-Saint-Martin, Italien, konstruiert wurde, seinen Motor von Pipo Moteurs bekam und dessen Aerodynamik bei Sauber ausgefeilt wird, wurde von SCG dokumentiert. Kaum ein anderer Hersteller gewährt einen solch tiefen Einblick in jeden Schritt der Konstruktion eines solchen Flagschiffs. Als weiteren Partner hat die SCG nun Motul mit an Bord.

An dem Tag an dem Ferrari ein LMH-Programm für 2023 ankündigte zeigte die Scuderia Cameron Glickenhaus die ersten Bilder des vollständig aufgebauten SCG 007 LMH.

James Glickenhaus
Foto: Scuderia Cameron Glickenhaus

Jim Glickenhaus freut sich über den Einstieg von Maranello und sagte: „Wir sind sehr froh, dass Ferrari in den LMH einsteigt und nicht einen ihrer Motoren in einen spezifizierten LMDh klebt und mit Branding-Bits versieht.“ Er spielt hier auf das Engagement von Porsche und Audi an, die sich für ein LMDh-Programm entschieden bei dem es deutlich weniger Spielraum gibt. Hierüber sagte er bereits: „Der Spitzen-Rennsport hat ein neues Niveau erreicht. Porsche und Audi werden ihre Le-Mans-Autos nicht nur auf der gleichen LMDh-Plattform aufbauen, sie werden auch zusammenarbeiten, um im Grunde den gleichen Rennwagen mit dem gleichen Motor zu bauen. Ich bin immer noch erstaunt, dass Porsche und Audi dies für die Spitzenklasse in Le Mans tun, während unsere kleine Firma unser eigenes Auto baut und fährt.“

Der genaue Unterschied zwischen LMH und LMDh wird hier erklärt.

Toyota GR10 Hybrid Hypercar 2021
Foto: Toyota Gazoo Racing

Während Toyota mit dem GR010 seinen LMP1-Wurzeln treu geblieben ist, scheint Glickenhaus die größere Designfreiheit, die das Hypercar-Reglement bietet, voll auszunutzen. Der Heckflügel sieht eher aus wie der einer WRC-Maschine als wie der eines Sportwagens.

Heck-Aero SCG 007 LMH
Foto: SCG

Besonders auffällig ist, dass das obere Flügelelement eine Reihe von Längsstreben enthält, die bei Rallye-Maschinen üblich sind, wo sie die Stabilität und die Leistung des Flügels bei hohen Gierwinkeln unterstützen (Mitsubishi war eines der ersten Rallye-Teams, das in den frühen 2000er Jahren mit diesem Ansatz experimentierte).

SCG 007 LMH Front
Foto: SCG

Das Auto ist vollgepackt mit vielen anderen interessanten Aero-Details; die Frontpartie ist sehr aggressiv gestaltet, wobei das Team wahrscheinlich die fehlenden Einschränkungen um den Nasendiffusor herum ausgenutzt hat. Das Kühlpaket sieht vor, dass die Hauptmotorkühler im vorderen Bereich der Seitenkästen montiert sind, während die Ladeluftkühler direkt vor den Hinterrädern platziert sind.

Das Team hat nun ein intensives Testprogramm für das Auto geplant, bevor es beim WEC-Saisonauftakt in Portimao, Portugal, sein Renndebüt geben soll. Nach dem Roll-out in Vallelunga Mitte März, folgt ein Highspeed-Test in Monza ebenfalls noch im Mörz. Im April geht es in Spanien zum Langzeit-Test.

SCG 007 LMH Front
Foto: SCG

In Aragon wird der SCG 007 LMH dann 30 Stunden seine Runden drehen um die Zuverlässigkeit aller Komponenten zu prüfen. Glickenhaus hatte sich zunächst entschieden, den ersten WEC-Lauf, die 12 Stunden von Sebring in Florida, aufgrund von Reiseproblemen und Verzögerungen bei der Konstruktion des Autos auszulassen. Da die Saison nun aber in Portugal und nicht in den USA beginnt, plant das Unternehmen, die gesamte WEC-Saison zu bestreiten.

Informationen auszugsweise von: pmw-magazine.com

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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